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Auf zwei Rädern um die Welt (eBook)

Grenzenlose Freiheit – Motorrad-Abenteuer auf fünf Kontinenten

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025
423 Seiten
Ludwig Buchverlag
978-3-641-31915-1 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
16,99 inkl. MwSt
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So geländegängig und anspruchslos wie ein Kamel, so schnell und zuverlässig wie ein Geländewagen - das ist Michael Martins Motorrad. Seitdem er als Schüler einmal mit dem Mofa von München nach Marokko fuhr, hat der renommierte Fotograf, Geograf und Abenteurer nahezu die ganze Welt mit dem Motorrad bereist. Ob er mit seiner Maschine die Wüsten dieser Welt durchquert, 5000 Meter hohe Himalaya-Pässe erklimmt oder bei eisigen Temperaturen die verschneite kanadische Arktis bezwingt: Immer weht ihm der Fahrtwind um die Nase, er spürt den Untergrund in den Armen und fühlt Hitze und Kälte hautnah. Hier erzählt er von seinen abenteuerlichen Reisen, von Begegnungen mit inspirierenden Menschen, von Pannen und atemberaubenden Naturerlebnissen - und von der grenzenlosen Freiheit auf zwei Rädern.

Michael Martin ist Fotograf, Vortragsreferent, Abenteurer, passionierter Motorradfahrer und Diplom-Geograf. Seit über 40 Jahren bereist er die Welt und berichtet darüber in Vorträgen, Büchern und Fernsehfilmen. Zunächst war er in den Wüsten der Erde unterwegs, dann in Arktis und Antarktis. Sein letztes Projekt hieß »TERRA - ein Porträt des Planeten Erde«. Derzeit reist und fotografiert er viel für ein neues weltweites Fotoprojekt. Er veröffentlichte mehr als 30 Bildbände und Bücher, die in neun Sprachen übersetzt wurden, hielt über 2000 Vorträge und produzierte viele TV-Dokumentationen. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit einer Ehrenmedaille der Royal Geographic Society, dem Gregor International Calendar Award und dem ITB Book Award für sein Lebenswerk. Das Magazin GEO widmete ihm ein eigenes GEO Extra. Michael Martin lebt in München. Bei Ludwig ist von ihm erschienen: »Das Wesen der Wüste«.

www.michael-martin.de

Vom Fahrrad zum Motorrad


Mein erstes Erlebnis auf zwei Rädern hatte ich im Alter von fünf Jahren. Zum Geburtstag bekam ich ein Kinderfahrrad, das mein Vater auf dem Sperrmüll entdeckt und liebevoll hergerichtet hatte. Alles funktionierte einwandfrei, und dank einer frischen grünen Lackierung sah das Rad fast aus wie neu. Wir lebten damals in Bonn. Unsere Wohnung lag in einer Sackgasse, sodass ich gleich vor dem Haus eine recht sichere »Trainingsstrecke« hatte. Ging es zunächst mit Stützrädern und der geduldigen Unterstützung meines Vaters los, hatte ich den Dreh bald raus und fuhr die Straße eigenständig auf zwei Rädern auf und ab.

Ich hatte unglaublichen Spaß am Fahrradfahren. Im Wettstreit mit anderen Jungs aus der Straße versuchte ich, das Gefährt auf möglichst hohe Geschwindigkeiten zu beschleunigen und dann mit der Rücktrittbremse das Hinterrad zu blockieren, um einen schwarzen Streifen auf die Straße zu zeichnen.

Mein erstes Fahrrad im Alter von fünf Jahren

Kurz nach meinem sechsten Geburtstag zogen wir nach Gersthofen bei Augsburg. Die Brahmsstraße, in der wir nun wohnten, war relativ stark befahren, aber es gab in der näheren Umgebung etliche ruhige Straßen, in denen ich mich austoben konnte. Einmal war ich mir meines Könnens gar zu sicher. Ich wollte auf dem kurzen Weg von unserem Gartenzaun zum Treppenaufgang einen Bremsstreifen hinterlassen, hatte aber entweder die Entfernung oder mein Tempo falsch eingeschätzt. Es ging jedenfalls gründlich schief, denn ich konnte nicht rechtzeitig bremsen, flog in hohem Bogen über den Lenker und knallte mit dem Kinn auf eine der Steinstufen. Mein Aufschrei ließ meine Mutter herbeistürzen, die zunächst mein blutendes Kinn zu versorgen versuchte, mich dann aber kurzerhand in unserem VW Käfer zur Wohnung unseres Hausarztes Dr. Weiser fuhr. Der war tatsächlich zu Hause und schaffte mich in sein Zimmer für kleinere Notfälle. Zum Glück hatte ich mir weder Zähne ausgeschlagen noch den Kiefer gebrochen. Allerdings musste die Wunde am Kinn genäht werden. Zurück blieben von diesem ersten Unfall zwei Narben: eine tatsächliche am Kinn und im übertragenen Sinn eine in meinem Kopf, denn von da an begleitete mich beim Radfahren die Angst vor einem Sturz – eine Angst, die später auch auf dem Motorrad immer mitfuhr.

Irgendwann, als das grüne Fahrrad zu klein für mich wurde, träumte ich von einem Bonanza-Rad. Diese leuchtend orangen Räder mit dem typischen Bananensattel samt Lehne und dem Chopper-Lenker waren das absolut Coolste, was man sich als Kind damals vorstellen konnte. Nach einigem Hin und Her trieb mein Vater ein Modell auf, das nicht ganz meiner Vorstellung entsprach, trotzdem machte ich mich energisch ans Aufpeppen (heute würde man es »Tunen« nennen): Das wichtigste Accessoire war ein Fuchsschwanz, der an einem Ende des Lenkers angebracht wurde, dazu Reflektoren, Wimpel und einiges mehr. Ich trieb allerhand Aufwand, um mich im Wettlauf mit den anderen Jungs zu profilieren. Ganz wichtig war auch ein kleiner VDO-Tachometer, der anzeigte, wie schnell man fuhr und vor allem, wie viele Kilometer man mit dem Rad bereits zurückgelegt hatte. Natürlich waren diejenigen Jungs am coolsten, die die höchste Kilometerzahl vorweisen konnten. Ich hatte zwar bald eine dreistellige Zahl auf meinem Tacho, wunderte mich aber doch über die fast vierstellige eines Nachbarjungen – bis ich ihn beim Schummeln erwischte. Er hatte den Tacho samt Tachowelle ausgebaut, in das Bohrfutter einer Schlagbohrmaschine eingespannt und die Bohrmaschine auf maximaler Geschwindigkeit laufen lassen …

Mein Bewegungsradius wurde größer, vor allem nachdem ich zu einem späteren Geburtstag ein Fahrrad von Peugeot bekommen hatte. Es war für damalige Verhältnisse ein sehr gutes Fünfgang-Sportrad. Bald unternahm ich erste Radtouren bis in den Naturpark Westliche Wälder bei Gablingen, nordwestlich von Gersthofen. Mit meinem Peugeot erreichte ich auch mühelos das 14 Kilometer entfernte Biberbach, um dort meinen Schulfreund Christian zu besuchen.

Für meinen Freund Achim, mit dem ich die Leidenschaft für Astronomie teilte, und mich wurden unsere Räder mit der Zeit zu einem relevanten Transportmittel. Lichtverschmutzung ist kein allzu neues Thema, weshalb wir bis nach Österreich radelten, um freien Blick auf die Sterne zu haben. Bekannte meiner Eltern hatten am Hönig in den Lechtaler Alpen Almwiesen, auf denen wir campen durften.

Mit Fahrrad und Fernrohr in die Berge

Wir wollten auch fotografieren, was wir am Nachthimmel sahen, und so bauten wir mithilfe von Achims handwerklichem Geschick einen Fotokoffer, der genau in den Dreiecksrahmen eines Herrenfahrrads passte.

Ein paar Essensvorräte und unsere Teleskope packten wir in Satteltaschen, auf den Gepäckträger kam der Schlafsack, darin eingerollt Wäsche zum Wechseln. Nach Schulschluss am Freitagnachmittag strampelten wir los. Ein Stück führte uns über die »Radautobahn«, eine 30 Kilometer lange geteerte ehemalige Eisenbahnstrecke. Bei Füssen überquerten wir die Grenze nach Österreich, fuhren über Reutte nach Bichlbach. Nach etlichen Stunden auf dem Sattel lag der Pass hoch nach Berwang vor uns. Bis wir in Rinnen ankamen, war es bereits Mitternacht. Oft nahmen wir trotzdem noch den Hönig in Angriff. Wir stellten die Räder ab, schulterten unser Gepäck und marschierten los, hinauf zum 2039 Meter hohen Gipfel. Solange wir zur Schule gingen, nahmen wir in jedem Sommer mehrmals diese Tortur auf uns.

Aus diesen Touren zum Hönig ging die Idee hervor, in den Schulferien nach der elften Klasse mit dem Fahrrad nach Marokko zu reisen, um im Süden des Landes den Südsternhimmel zu beobachten. Viele Wochen vorher begannen wir mit dem Training.

Auf einer Tour nach Venedig im Mai, bei der wir unsere Ausrüstung testen wollten, kamen wir bei Garmisch in schlechtes Wetter. Wir fanden für die Nacht Schutz in einem Heuschober, wo wir zwar trocken blieben, aber erbärmlich froren. Am nächsten Morgen fuhren wir in aller Frühe unausgeschlafen und durchgefroren los. Das sollte sich bald rächen. Die Steigung hinter Garmisch tat unseren unaufgewärmten Körpern nicht gut, und eines meiner Knie teilte mir das unmissverständlich mit. Letzten Endes blieb uns nichts übrig, als die Reise mit der Bahn fortzusetzen und auch zu beenden. Wir fanden es schade, Venedig nicht aus eigener Kraft erreicht zu haben, machten uns vor allem jedoch große Sorgen um unsere Marokkoreise.

In den folgenden Wochen wurde klar, dass mein Knie trotz orthopädischer Behandlung bis zu den Sommerferien nicht fit genug sein würde. Da wir die Reise nach Marokko aber auf keinen Fall abblasen wollten und Flüge viel zu teuer waren, machten wir uns auf die Suche nach Mofas, denn für die brauchte man keinen Führerschein und nicht mal eine Mofa-Prüfbescheinigung.

Diese Notlösung sollte uns die Reise ziemlich vergällen. Die Mofas, die wir auf dem Gebrauchtmarkt kauften, hatten nur ein PS. Und dass wir sie mit Satteltaschen, Aluminiumkoffern für die Kameras, mit Stativbefestigungen, Schlafsack und Kleidung vollpackten, machte sie nicht gerade schneller. Ungünstig war auch, dass wir zwei verschiedene Modelle fuhren, ich eines von Zündapp, Achim eines von Peugeot. Eine Peugeot-Werkstatt zu finden, wäre zumindest auf unserem Weg durch Frankreich kein Problem, Zündapp hingegen war außerhalb Deutschlands ein Exot.

Mit dem Mofa nach Marokko

Wir starteten also unter denkbar ungünstigen Bedingungen. Dazu kam, dass uns das sportliche Erlebnis des Fahrradfahrens fehlte und wir nicht mal viel schneller vorankamen. Theoretisch hätten wir im Schnitt etwa 200 Kilometer am Tag schaffen sollen, aber bereits am Bodensee hatten wir die ersten Probleme mit den Dingern. Beide Mofas fingen zu rucken an, weil sie nicht genug Benzin bekamen. Woran das lag, haben wir nie herausgefunden. Hin und wieder unternahmen wir den Versuch, den Benzinfilter zu reinigen – etwas Besseres fiel uns nicht ein –, oder wir wandten uns an eine Werkstatt, aber das Rucken begleitete uns bis Marokko. Oft mussten wir unsere Gefährte einen Pass hochschieben, weil sie die Steigung nicht schafften. Das stundenlange Sitzen bescherte uns Rückenschmerzen und einen tauben Po. Bald fragten wir uns: Was tun wir hier eigentlich?

Auch wir selbst verzögerten unser Vorankommen: Achim und ich hielten immer wieder am Wegesrand an, um zu fotografieren, oder blieben ein, zwei Tage an einem Ort. In den Schweizer Bergen gingen wir wandern, in Frankreich genossen wir die Côte d’Azur und legten hin und wieder einen Badetag ein.

Die Anreise nach Marokko dauerte fünf Wochen

In Spanien verloren wir fast eine ganze Woche, als wir das Calar-Alto-Observatorium in der Sierra de los Filabres in Andalusien besuchten. Nach dem beschwerlichen Weg zur deutsch-spanischen Sternwarte auf dem 2168 Meter hohen Calar Alto kamen wir ohne Anmeldung dort an. Das Mitleid mit den zwei jungen Burschen aus dem fernen Deutschland, die die mühsame Fahrt zu dem abgelegenen Ort auf sich genommen hatten, war aber groß genug, dass wir im Gästehaus schlafen und uns in der Kantine verköstigen durften. Das Highlight für uns zwei Hobbyastronomen war eine persönliche Führung durch die Sternwarte. Dort steht neben vier kleineren ein 3,5-Meter-Teleskop, bis heute das größte Spiegelteleskop Westeuropas.

Irgendwann erreichten wir endlich Algeciras. Einerseits waren wir unglaublich stolz, es auf eigene Faust bis an die Südspitze Europas geschafft zu haben und nun nur noch...

Erscheint lt. Verlag 19.2.2025
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Biografien / Erfahrungsberichte
Reisen Reiseberichte
Schlagworte Abenteuer • Afrika • Amerika • Asien • Biografie • Biographien • BMW • eBooks • Europa • Fotograf • Freiheit • Geschenk • Motorrad • Motorradfahrer • Reise • Reisen • Sport • Weltreise • Wüste
ISBN-10 3-641-31915-3 / 3641319153
ISBN-13 978-3-641-31915-1 / 9783641319151
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