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Herzsammler (eBook)

Kriminalroman
eBook Download: EPUB
2015 | 1. Auflage
576 Seiten
Ullstein (Verlag)
978-3-8437-1156-2 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
12,99 inkl. MwSt
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Stockholm, Metropole des Nordens. Fabian Risk wollte eigentlich mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Doch dann taucht die brutal zugerichtete Leiche des Justizministers auf, und Risk wird um Hilfe bei den Ermittlungen gebeten. Es bleibt nicht bei einem Opfer. Die einzige Verbindung zwischen den Toten: Jedem wurde ein Organ geraubt. Als ein Verdächtiger Selbstmord begeht, glauben Risks Kollegen, den Fall gelöst zu haben. Nur Risk hat Zweifel. Er hat eine Vermutung, was eigentlich hinter alldem steckt. Und er ahnt, dass der Mörder mit seinem Rachefeldzug noch lange nicht fertig ist ... Herzsammler ist der zweite Teil der Fabian-Risk-Serie und erzählt die spannende Vorgeschichte zu dem großen Spiegel-Bestseller Und morgen du.

STEFAN AHNHEM ist einer der erfolgreichsten Krimiautoren Schwedens. Seine Bücher sind allesamt Bestseller und preisgekrönt. Bevor Ahnhem begann, selbst Krimis zu schreiben, verfasste er Drehbücher unter anderem für die Filme der Wallander-Reihe. Er lebt mit seiner Familie in Kopenhagen.

Stefan Ahnhem ist ein bekannter schwedischer Drehbuchautor, unter anderem für die Filme der Wallander-Reihe. Er lebt mit seiner Familie in Stockholm. Herzsammler ist der zweite Teil seiner Krimiserie um den Kommissar Fabian Risk.

Kapitel 1

Vor zwei Tagen.

Sofie Leander saß im Warteraum der Ultraschallabteilung im Söderkrankenhaus und blätterte in einem zerlesenen Exemplar der Zeitschrift »Wir Eltern«, in der auf einer Doppelseite nach der anderen schöne, glückliche Paare abgebildet waren. Sie wollte nichts lieber, als zu ihnen zu gehören, aber nach all den wirkungslosen Behandlungen mit Clomifen bezweifelte sie allmählich, dass sie ihre Amenorrhö jemals loswerden würde. Dies war ihre allerletzte Chance. Falls sich herausstellte, dass das Medikament auch diesmal nichts genützt hatte, blieb ihr nichts anderes übrig als aufzugeben.

Ihr Mann hatte das längst getan. Obwohl er versprochen hatte, für sie da zu sein, wenn sie ihn brauchte. Sie schaltete ihr Handy ein und las seine Nachricht noch einmal. Bin verhindert und schaffe es leider nicht. Als ginge es darum, auf dem Heimweg einen Liter Milch zu kaufen. Nicht einmal ein »Viel Glück« hatte er sich abgerungen.

Sie hatte gehofft, der Umzug nach Schweden vor drei Jahren würde das Feuer wieder anheizen. Schließlich hatte er sogar ihren Nachnamen angenommen. Damals hatte sie das als Liebeserklärung aufgefasst. Ein Beweis dafür, dass sie zusammengehörten, was auch immer passierte. Nun war sie sich nicht mehr so sicher, und sie wurde das Gefühl nicht los, dass sie sich immer weiter voneinander entfernten. Sie hatte versucht, mit ihm darüber zu reden, aber er mimte den Ahnungslosen und beteuerte ihr hartnäckig seine Liebe. Doch sie merkte es an seinem Blick. Oder vielmehr daran, wie er ihrem auswich.

Er, der ihr einmal das Leben gerettet hatte, war nun plötzlich verhindert und sah kaum noch in ihre Richtung. Am liebsten hätte sie ihn angerufen und zur Rede gestellt, ihn gefragt, ob er sie noch liebte. Oder ob er eine andere kennengelernt hatte. Aber sie traute sich nicht. Außerdem war sie überzeugt, dass er ohnehin nicht antworten würde. Das tat er während der Arbeit fast nie, und vor allem nicht mitten in einem neuen Projekt. Nein, ihre einzige Chance war ein positiver Bescheid von der Ärztin. Wenn sie den bekam, würde bestimmt alles wieder gut werden. Dann könnte sie ihm dieses Kind schenken, und er würde merken, wie sehr er sie in Wirklichkeit liebte.

»Sofie Leander«, hörte sie eine Stimme rufen. Sofie folgte der Hebamme durch den Flur zu einem kleinen Untersuchungszimmer mit heruntergelassenen Rollos, einem großen computerartigen Apparat und einem Krankenbett.

»Sie können Ihren Mantel dort aufhängen und sich hinlegen. Frau Doktor kommt gleich.«

Sofie nickte und zog sich, während die Hebamme den Raum verließ, die Stiefel aus. Als sie auf dem Bett lag, zog sie die Bluse aus dem Bund, knöpfte ihre Hose auf und beschloss, ihren Mann trotzdem anzurufen und zu fragen, was denn so wichtig sei, dass er ihr keine Gesellschaft leisten könne. Sie hatte aber gerade erst nach ihrer Handtasche gegriffen, als die Tür aufging und die Ärztin reinkam.

»Sind Sie Sofie Leander?«

Sofie nickte.

»Gut, dann wollen wir mal sehen … Legen Sie sich zunächst mit dem Rücken zu mir auf die Seite.«

Sofie tat, was sie sagte, und hörte die Ärztin eine Art Plastikverpackung öffnen. Irgendwas an der Situation kam ihr merkwürdig vor.

»Also, ich bin hier, damit meine Eierstöcke untersucht werden.«

»Unbedingt. Wir müssen nur erst das hier regeln.« Die Ärztin drückte auf den einzelnen Wirbeln ihres Rückgrats herum.

Plötzlich spürte sie im Rücken einen Stich.

»Warten Sie mal. Was machen Sie da? Haben Sie mir eine Spritze gegeben?« Sofie drehte sich um und sah, wie sich die Ärztin etwas in die Hosentasche steckte. »Ich verlange, darüber aufgeklärt zu werden, was …«

»Seien Sie unbesorgt. Das ist reine Routine. Sind das Ihre Sachen?« Die Ärztin zeigte auf ihren Mantel und die Stiefel und legte ihr die Sachen, ohne ihre Antwort abzuwarten, zu Füßen. »Wir wollen doch lieber nichts vergessen. Wie würde das denn aussehen?«

Es war bei weitem nicht Sofies erste Eierstockuntersuchung, und dies entsprach keineswegs der üblichen Routine. Sie hatte keine Ahnung, was hier vor sich ging, aber sie wusste mit Sicherheit, dass sie da nicht mehr mitmachen wollte. Sie wollte weg. Von der Ärztin und diesem Untersuchungsraum. Weg vom ganzen Krankenhaus.

»Ich glaube, ich muss gehen.« Sie versuchte aufzustehen. »Ich möchte gehen, haben Sie gehört?« Doch ihr Körper gehorchte nicht. »Was ist hier los? Was haben Sie gemacht?«

Die Ärztin beugte sich nach vorn und strich ihr über die Wange. »Das werden Sie bald verstehen.«

Sofie wollte protestieren und laut losschreien, aber die Atemmaske, die ihr über das Gesicht gespannt wurde, erstickte jeden Laut, und bevor sie wusste, wie ihr geschah, wurden die Bremsen des Betts gelöst und sie aus dem Zimmer und durch den Flur geschoben.

Hätte sie sich doch nur an irgendetwas festhalten, sich aus dem Bett ziehen und allen begreiflich machen können, was hier vor sich ging. Aber es war nicht möglich. Ihr blieb nichts anderes übrig, als liegen zu bleiben, an die Decke zu starren und eine Leuchtstoffröhre nach der anderen über sich hinweggleiten zu sehen.

Mehr Gesichter. Überall schwangere Frauen und werdende Väter. Hebammen und Ärzte. Alle so nah und doch so weit weg. Türen, die aufgingen. Ein Aufzug und Stimmen anderer Menschen. Fahrstuhltüren, die sich hinter ihr schlossen. Oder öffneten?

Anschließend war sie wieder allein mit der Ärztin, die eine Melodie vor sich hin pfiff, die von den harten Wänden widerhallte. Sonst hörte sie nichts. Außer ihrem Atem, der sie an das Asthma erinnerte, als sie klein war. Wenn sie das Spiel unterbrechen und nach Luft ringen musste, hatte sie sich vollkommen hilflos gefühlt. Jetzt kam sie sich nicht nur hilflos, sondern auch so klein wie damals vor und wäre am liebsten weinend zusammengebrochen. Doch nicht einmal das konnte sie.

Die Neonröhren an der dunklen Betondecke endeten, und sie sah, wie zuerst ihre Beine und dann ihr Oberkörper auf eine Trage hinübergehoben wurden. »Das werden Sie bald verstehen«, hatte die Ärztin gesagt. Doch wie sollte sie? Sie musste die ganze Zeit an den plastischen Chirurgen aus Malmö denken, der seinen Patientinnen Propofol injiziert hatte, damit sie sich nicht gegen die Vergewaltigung wehrten. Aber warum sollte sie jemand vergewaltigen wollen?

Sie wurde rückwärts in einen Krankenwagen geschoben und beschloss, sich auf die Geräusche zu konzentrieren. Die Fahrertür wurde zugeschlagen und der Motor angelassen. Der Wagen fuhr los, bog links in den Ringväg ein und fuhr auf der Hornsgata weiter in Richtung Hornstull, wo er auf die Liljebro und aus der Stadt hinausfuhr. Bis dahin war sie mühelos mitgekommen, aber nach mehreren Runden in einem Kreisverkehr verlor sie die Orientierung.

Als sie etwa zwanzig Minuten später anhielten, hätten sie sich genauso gut wieder vor dem Söderkrankenhaus wie an irgendeinem anderen Ort befinden können. Nachdem sie ein Garagentor aufgehen hörte, rollte der Krankenwagen noch zirka dreißig Meter. Dann wurde der Motor abgewürgt.

Die Türen öffneten sich, ihre Trage wurde aus dem Wagen gezogen und weggeschoben. Über ihr jagte erneut eine Leuchtstoffröhre die andere. Das Tempo stieg, und die Schritte der Ärztin knallten auf einen harten Boden, bis sie schließlich stehen blieb. Schlüssel und ein Piepen, woraufhin ein Elektromotor ansprang.

Sie wurde in einen dunklen Raum gerollt, und hinter ihr schien etwas zu passieren. An der Decke wurde eine große Lampe eingeschaltet, die einen länglichen Tisch beleuchtete. Sie sah weder Fenster, noch konnte sie erkennen, wie groß der Raum war. Nur die Lampe und den Tisch, der von Apparaten umgeben war.

Als sie an den Tisch geschoben wurde, sah sie, dass er mit Plastikfolie abgedeckt und mit Gurten und einem etwa zehn Zentimeter großen Loch etwas unterhalb des Mittelpunkts ausgestattet war. Auf einem Metalltisch daneben lagen verschiedene Metallwerkzeuge auf einem weißen Handtuch auf­gereiht.

Erst jetzt ging Sofie Leander auf, worum es ging.

Als sie all die Scheren, Zangen und Skalpelle sah, wusste sie es genau.

Warum sie hierhergebracht worden war.

Und was sie erwartete.

Kapitel 2

Fabian Risk las die Nachricht noch einmal. Dann blickte er vom Handy auf. Die Klassenlehrerin sah ihn fragend an.

»Es tut mir leid, aber wir müssen leider ohne sie auskommen.«

»Ach. Okay«, sagte die Lehrerin, ließ jedoch keinen Zweifel daran, was sie davon hielt.

»Was? Kommt Mama nicht?« Matilda machte ein Gesicht, als hätte sie sich lieber von der Västerbro gestürzt, als sich ohne Sonja einem Elterngespräch auszusetzen. Und Fabian konnte sie verstehen. Die vergangenen Termine hatte er aus verschiedenen Gründen verpasst, und obwohl Matilda inzwischen die dritte Klasse besuchte, konnte er sich nicht einmal an den Namen der Klassenlehrerin erinnern.

»Mama muss leider arbeiten, Matilda. Du weißt doch, wie das vor Ausstellungseröffnungen ist.«

»Sie hat aber gesagt, dass sie kommt.«

»Ich weiß, und ich schwöre dir, sie ist genauso enttäuscht wie du, aber wir kriegen das bestimmt trotzdem super hin.« Er tätschelte ihren Kopf und sah die Klassenlehrerin hilfesuchend an, doch die setzte ein nichtssagendes Lächeln auf, als wären sie zu einer Runde Poker zusammengekommen.

»Hör auf!« Matilda schlug seine Hand weg.

»Ja, also, in Bezug auf Matildas Motivation und...

Erscheint lt. Verlag 10.7.2015
Reihe/Serie Ein Fabian-Risk-Krimi
Ein Fabian-Risk-Krimi
Übersetzer Katrin Frey
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Schlagworte Bestseller • Dänemark • Der Schwimmer • Ehe • Ehekrise • Engelskalt • Erik Axl Sund • Ermittler • Ermittlerin • Ermittlerteam • Ermittlung • Ermordung • Familie • Familienprobleme • Freundschaft • Gewalt • Hjorth/Rosenfeldt • Israel • Jo Nesbo • Jordanien • Jussi Adler-Olsen • Krähenmädchen • Krimi • Kriminalroman • Liza Marklund • Mord • Organe • Politiker • Schweden • Sebastian Fitzek • Serie • Serienmörder • Skandinavien • Spiegel-Bestseller-Autor • Stieg Larsson • Thriller • Tod • Verlust
ISBN-10 3-8437-1156-9 / 3843711569
ISBN-13 978-3-8437-1156-2 / 9783843711562
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