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Ewig sollst du schlafen (eBook)

Thriller

(Autor)

eBook Download: EPUB
2012 | 1. Auflage
608 Seiten
Verlagsgruppe Droemer Knaur
978-3-426-41636-5 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
9,99 inkl. MwSt
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Um sie herum herrscht tiefe Dunkelheit. Ein süßlicher, unangenehmer Geruch nimmt ihr fast den Atem, als die junge Frau aus tiefer Bewusstlosigkeit erwacht. Gedämpft hört sie das Prasseln von Erde und ein grausames Lachen - und erkennt in plötzlicher Panik, dass sie lebendig begraben wird. Sie wird nicht das letzte Opfer des sadistischen Killers bleiben. Dessen verstörende Taten sind für die Journalistin Nikki Gillette zunächst nichts weiter als neuer Stoff für die Titelseiten. Sie ahnt noch nicht, dass der Mörder einen kranken Plan verfolgt, in dem sie eine Schlüsselrolle spielt ...

Lisa Jackson ist eine Nr.1-New York Times- und eine Spiegel-Bestsellerautorin und hat bereits über 95 Romane geschrieben, unter anderem die Thriller-Reihen um Detectives Bentz & Montoya sowie Alvarez & Pescoli. Mit ihrer Schwester, New York Times- und USA Today-Bestsellerautorin Nancy Bush, hat sie mehrere Bücher gemeinsam verfasst, darunter Last Girl Standing und (zusammen mit Rosalind Noonan) die Thriller Greed - Tödliche Gier und Diabolic - Fatales Vergehen. Ihre weltweite Gesamtauflage beträgt über 30 Millionen, und ihre Werke wurden in zwanzig Sprachen übersetzt. Mit ihrer Familie und ihren geliebten Hunden lebt Lisa Jackson im Pazifischen Nordwesten der USA. Mehr Infos finden Leser*innen online auf lisajackson.com und auf Facebook.

Lisa Jackson ist eine Nr.1-New York Times- und eine Spiegel-Bestsellerautorin und hat bereits über 95 Romane geschrieben, unter anderem die Thriller-Reihen um Detectives Bentz & Montoya sowie Alvarez & Pescoli. Mit ihrer Schwester, New York Times- und USA Today-Bestsellerautorin Nancy Bush, hat sie mehrere Bücher gemeinsam verfasst, darunter Last Girl Standing und (zusammen mit Rosalind Noonan) die Thriller Greed – Tödliche Gier und Diabolic – Fatales Vergehen. Ihre weltweite Gesamtauflage beträgt über 30 Millionen, und ihre Werke wurden in zwanzig Sprachen übersetzt. Mit ihrer Familie und ihren geliebten Hunden lebt Lisa Jackson im Pazifischen Nordwesten der USA. Mehr Infos finden Leser*innen online auf lisajackson.com und auf Facebook.

1. Kapitel


Dieser Scheißkerl will mich noch einmal vor Gericht zerren!« Morrisette stürmte in Reeds Büro und knallte ein paar Gerichtsunterlagen auf die Ecke seines Schreibtisches. »Kannst du dir das vorstellen?«, wollte sie wissen, und die gedehnte Aussprache der Westtexanerin trat nun, da sie wütend war, noch deutlicher zutage. »Bart will seine Unterhaltszahlungen um dreißig Prozent kürzen!«

Bart Yelkis war Sylvie Morrisettes vierter Exmann und Vater ihrer zwei Kinder. Solange Reed bei der Polizei von Savannah arbeitete, lagen Sylvie und Bart im Clinch bezüglich der Erziehung ihrer Kinder Priscilla und Toby. Sylvie war zäh wie altes Leder und hielt kaum jemals ihre spitze Zunge im Zaum. Sie rauchte, trank und fuhr Auto, als wollte sie sich fürs Indy 500 qualifizieren, fluchte wie ein Seemann und kleidete sich, als ginge sie auf die zwanzig zu und nicht auf fünfunddreißig. Doch in allererster Linie war sie Mutter. Nichts brachte sie mehr in Rage als Kritik an ihren Kindern.

»Ich dachte, er zahlt regelmäßig.«

»Hat er auch, aber nur für kurze Zeit. Ich hätte es wissen müssen. Es war einfach zu schön, um wahr zu sein, verdammt noch mal. Warum zum Teufel kann der Kerl kein anständiger Vater sein, he?« Sie ließ ihre große Handtasche zu Boden fallen und warf Reed einen Blick zu, der in ihm auf der Stelle die Überzeugung weckte, dass alle Männer in Morrisettes Leben als absolute Loser zu betrachten waren. Morrisette stand in dem Ruf, eine hartgesottene Frau zu sein, fest entschlossen, in einem Männerberuf zu bestehen, eine aufbrausende, äußerst schlagfertige Frau mit wenig salonfähigen Ansichten, ohne eine Spur von Toleranz für ihre Kollegen. Ihre Sprache war mindestens so unflätig wie die jedes beliebigen Detectives im Dezernat. Sie trug Stiefel aus Schlangenleder, und zwar keineswegs von der Stange, und eine platinblonde Igelfrisur, die aussah, als hätte Billy Idol sie fabriziert. Und ihr Auftreten ließ jeden Punker zweimal überlegen, ob er sich mit ihr anlegen wollte. Reed hatte schon so manchen mitleidigen Blick von anderen Bullen einstecken müssen, die ihn wegen seines Pechs bedauerten, eine solche Partnerin abbekommen zu haben. Nicht, dass es ihn störte. Während der kurzen Zeit seit seiner Rückkehr nach Savannah hatte er gelernt, Sylvie Morrisette zu respektieren, selbst wenn er bei mancher Gelegenheit das Gefühl hatte, auf dünnem Eis zu gehen. An diesem Morgen war ihr Gesicht von einer tiefen Röte überzogen, und sie sah aus, als könnte sie Feuer speien.

»Darf er das einfach so – die Zahlungen kürzen?« Reed war mit dem Öffnen seiner Post beschäftigt, legte den Brieföffner jetzt jedoch auf den von Papierkram übersäten Schreibtisch.

»Wenn er ein Weichei von Richter findet, der ihm seine erbärmliche Mitleidstour abkauft. Bart hat seinen Job verloren, na und? Da muss er eben den Arsch hochkriegen und sich eine andere Art von einträglicher Beschäftigung suchen – verstehst du, wie normale Menschen es nun mal tun. Stattdessen meint er, dass ich und die Kinder zurückstecken sollen.« Sie verdrehte die Augen und straffte ihre zierliche Gestalt, von den abgelatschten Absätzen ihrer Stiefel bis hin zu ihrem blonden Igel. Sie war ganz schön in Fahrt. »Scheißkerl. Was anderes ist er nun mal nicht. Ein waschechter verdammter Scheißkerl mit Visitenkarte.« Sie stapfte zum Fenster und blickte finster hinaus in den grauen Winter über Savannah. »Himmel, es ist ja nicht so, dass er Millionen für uns abdrücken müsste. Und sie sind seine Kinder. Seine Kinder. Er beklagt sich ständig, dass er sie nicht oft genug sieht, will aber am liebsten keinen müden Cent für sie zahlen!« Sie stampfte mit dem Stiefel auf und fluchte leise. »Ich brauch was zu trinken.«

»Es ist neun Uhr morgens.«

»Wen stört’s?«

Reed störte es nicht sonderlich. Morrisette war bekannt für ihre bühnenreifen Auftritte, besonders, wenn es um ihre Kinder oder um einen ihrer vier Exmänner ging. Ihr traumatisches Privatleben bestärkte ihn in seinem Vorsatz, ledig zu bleiben. Ehegatten bedeuteten Probleme, und Bullen brauchten nicht noch mehr Probleme, als sie ohnehin schon hatten. »Kannst du dich nicht wehren?« Reed leerte seinen lauwarmen Kaffee, zerdrückte den Pappbecher und warf ihn in den übervollen Mülleimer.

»Doch, aber das kostet. Dann brauche ich einen verdammten Anwalt.«

»In der Stadt wimmelt es von Anwälten.«

»Das ist ja das Problem. Bart hat eine Freundin, die ihm noch einen Gefallen schuldet – und die ist Anwältin. Die hat er angeheuert, und sie hat eine Eingabe gemacht oder wie immer das heißt. Eine Frau. Ist das zu fassen? Wo bleibt da die Solidarität, he? Das würde ich gern mal wissen. Besteht zwischen Frauen denn nicht angeblich eine Art generelle Übereinstimmung, die verbietet, dass man einer anderen Frau einfach den Unterhalt in Grund und Boden stampft?«

Von diesem Thema ließ Reed wohlweislich die Finger. Soweit er wusste, verhielt sich auch Morrisette oft nicht gerade solidarisch. Sie trampelte mit der immer gleichen Rücksichtslosigkeit über Männlein wie Weiblein hinweg. Er nahm wieder den Brieföffner zur Hand und schlitzte einen schlichten weißen Umschlag auf, adressiert an die Polizeibehörde von Savannah, zu seinen Händen. Sein Name war in Blockbuchstaben geschrieben: DETECTIVE PIERCE REED. Die Absenderadresse kam ihm bekannt vor, doch er konnte sie im Moment nicht einordnen.

»Das war’s dann also«, schimpfte Morrisette. »Die Zukunft meiner Kinder geht den Bach runter, weil Bart diesem Weibsstück vor ein paar Jahren einen Zaun für ihre Hunde gebaut hat. Rums – und sie kürzt mir den sowieso schon lächerlich knappen Unterhalt.« Morrisette kniff die Augen zu Schlitzen zusammen. »Weißt du, es müsste ein Gesetz geben. Haben die Typen in juristischen Berufen – und ich benutze diesen Begriff im weitesten Sinne – nichts Besseres zu tun, als blödsinnige Klagen durchzuboxen, die kleine Kinder um den Unterhalt ihres Vaters bringen?« Sie fuhr sich wild mit den Fingern durch das ohnehin schon zerzauste Haar, dann rauschte sie zurück zu ihrem Schreibtisch und griff nach ihren Akten. Während sie sich auf den Drehstuhl fallen ließ, fügte sie hinzu: »Schätze, ich werde in Zukunft Überstunden schieben, und zwar jede Menge.«

»Du schaffst das schon.«

»Fick dich«, fauchte sie. »Das Letzte, was ich von dir erwartet habe, sind solche Plattheiten, Reed. Also halt’s Maul.«

Er unterdrückte ein Lächeln. »Wie du willst.«

»Genau das will ich.« Aber sie schien sich ein wenig zu beruhigen.

»Klag doch einfach mehr Unterhalt ein. Dreh den Spieß um.«

»Glaubst du, das wäre mir nicht auch schon in den Sinn gekommen? Aber hier trifft die alte Redensart zu, dass man einem nackten Mann nicht in die Tasche greifen kann.«

Reed blickte zu ihr hinüber und grinste. »Vielleicht kommt wirklich nichts dabei heraus, aber es könnte doch Spaß machen.«

»Reden wir nicht mehr darüber.«

»Du hast angefangen«, erinnerte er sie und zog ein einzelnes weißes Blatt Papier aus dem Umschlag.

»Erinnere mich nicht daran. Ich habe eben Pech mit Männern.« Sie schnaubte durch die Nase. »Wenn ich schlau wäre, würde ich ins Kloster gehen.«

»O ja, das würde es bringen«, spottete Reed. Er faltete das Blatt auseinander. Es enthielt nichts weiter als ein paar Zeilen in den gleichen säuberlichen Blockbuchstaben wie die Adresse auf dem Umschlag:

EINS, ZWEI,
DIE ERSTEN PAAR.
HÖR SIE SCHREIEN,
HORCH, WIE SIE STERBEN.

»Was zum Teufel soll das?«, murmelte Reed.

Morrisette war unverzüglich auf den Füßen. Sie umrundete den Schreibtisch und studierte den schlichten Schrieb. »Ein Scherz?«

»Vielleicht«, brummte er.

»Oder eine Warnung?«

»Wovor?«

»Ich weiß es nicht. Was meinst du? Ist das hier ein harmloser Irrer oder ein ausgewachsener Psychopath?« Sie runzelte die Stirn, schien ihre Sorgen wegen gerichtlich angeordneter Kürzung der Unterhaltszahlungen für ihre Kinder vergessen zu haben. »›Horch, wie sie sterben‹, das gefällt mir nicht. Himmel, es gibt schon ein paar echt Perverse auf der Welt.« Sie betrachtete zuerst den Bogen, dann den Umschlag. »Direkt an dich adressiert.« Mit schmalen Augen spähte sie auf den Poststempel. »Hier aus Savannah. Und der Absender … das ist eine Adresse unten an der Abercorn … Mann, gleich hier um die Ecke.«

»Colonial Cemetery«, sagte Reed, dem es in diesem Moment wieder einfiel.

»Der Friedhof. Wer schickt denn einen Brief vom Friedhof aus?«

»Irgendein Spinner. Dieser Brief ist ein blöder Witz«, sagte er stirnrunzelnd. »Irgendwer hat was über den Montgomery-Fall gelesen und will mich verarschen.« Im vergangenen Sommer war er einem Mörder auf der Spur gewesen, der einen Rachefeldzug gegen die Familie Montgomery unternahm. Seitdem hatte Reed sehr viel Beachtung von der Presse bekommen. Zu viel von der Art von Publicity, die er verabscheute. Ihm war die Lösung des Falls zu verdanken, und deswegen betrachtete man Pierce Reed plötzlich als Helden und Experten, dem andere Dezernate und Reporter, die den Fall immer wieder aufwärmen wollten, und selbst der Oberstaatsanwalt von Atlanta nachstellten. Seit er Atropos überführt hatte, eine Frau, die entschlossen gewesen war, eine der vermögendsten und berüchtigtsten Familien von Savannah auszulöschen, nahm sein Ruf übertriebene Dimensionen an, und sein Privatleben wurde unentwegt auseinander genommen und kommentiert.

Während der...

Erscheint lt. Verlag 2.4.2012
Übersetzer Elisabeth Hartmann
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Lady-Thriller • Serienmörder • Spannung
ISBN-10 3-426-41636-0 / 3426416360
ISBN-13 978-3-426-41636-5 / 9783426416365
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