Konny Reimann (eBook)
256 Seiten
Moewig - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
978-3-86803-463-9 (ISBN)
Tobias Friedrich, geboren 1969 in Göttingen, lebt als Autor und Musiker in Berlin. Er verfasste unter anderem die Sachbücher '1000 Tage, die die Welt bewegten', '1000 Gründe Fußball zu lieben', den SPIEGEL-Bestseller '... aber das ist eine andere Geschichte' sowie zahlreiche Artikel und Essays. In seiner Jugend spielte er eine äußerst erfolglose Saison lang als Linksaußen beim RSV Geismar.
Tobias Friedrich, geboren 1969 in Göttingen, lebt als Autor und Musiker in Berlin. Er verfasste unter anderem die Sachbücher "1000 Tage, die die Welt bewegten", "1000 Gründe Fußball zu lieben", den SPIEGEL-Bestseller "… aber das ist eine andere Geschichte" sowie zahlreiche Artikel und Essays. In seiner Jugend spielte er eine äußerst erfolglose Saison lang als Linksaußen beim RSV Geismar.
9. Neue Abenteuer auf Konny-Island (S. 137-138)
Im Spätherbst 2006 war mein Umzug zum Moss Lake unumgänglich geworden. Es kostete mich einfach zu viel Zeit, jeden Tag die knappe halbe Stunde abends wieder zu unserem Haus nach Gainesville zurückzufahren. Ich arbeitete im Jahr 2006 inzwischen bei Schad & Pulte, einer Schweißzubehör-Firma, und war dort für den Verkauf von technischen Gasen und Schweißzubehör zuständig. Ich betreute Kunden und lieferte Produkte aus.
Im Grunde war die Arbeit schon okay, aber mit dem Chef gab es immer wieder mal kleine Diskussionen. Ähnlich wie Robin ließ er Kritik oder gar Verbesserungsvorschläge nicht zu. Ich erinnere mich daran, dass er zum Beispiel immer wieder schwere Schweißgeräte auf die Ladefläche seines Firmen-Pick-ups stellte, wenn es ans Ausliefern oder zu einem Job ging. Er stellte das Zeug hinten auf seinen Wagen, schnallte es mit zwei Riemen fest und wollte losfahren. Ich war konsterniert. Er hatte seine wuchtigen und schweren Geräte festgemacht, als hätte er eine Dose Kekse hinten auf seinem Auto.
Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass er da eine Tonne Gewicht habe und ihm das, wenn er bei 70 mph bremst, ins Führerhaus kracht wie ein wild gewordener Dinosaurier. Selbst bei geringerer Geschwindigkeit würde ihm und seinen Mitarbeitern, mitunter also auch mir, das Schweißgerät nur so um die Ohren fliegen. Meine Argumente gingen durch ihn hindurch wie ein Sonnenstrahl. „Nein, nein, das geht schon“, war seine ständige Antwort, mit der er sich unliebsame Diskussionen vom Leib hielt. Dennoch hielt ich es einige Zeit bei ihm aus, und wir haben uns schließlich auch im Guten voneinander getrennt.
Noch heute kaufe ich bei ihm ein, wenn ich bestimmte Waren und Gerätschaften brauche. Das Gute an der Arbeit bei Schad & Pulte war, dass ich dort einiges an Kundenkontakten zu bewältigen hatte und so immer besser mit der Sprache zurechtkam. arbeite ich heute noch (wenn auch inzwischen weniger Stunden die Woche) unter anderem als Schlosser, offiziell aber als Schweißer, und ich benutze zum Teil sogar die Schweißgeräte, die wir bei Schad & Pulte vertrieben hatten.
Ab und zu entwickele und baue ich auch Schweißvorrichtungen, schweiße Aluminium oder helfe meinen Kollegen bei schwierigeren Konstruktionen und Reparaturen. Mein Chef bei Connectra ist Pastor, aber wie eigentlich jeder Pastor hier in der Gegend hat auch er noch diesen Zweitjob, der ihn weitaus mehr Zeit kostet als seine Kirchenarbeit – und auch weit mehr einbringt. Connectra stellt sehr begehrte Maschinen zum Zusammenschweißen von Plastikrohren her. Von einem Durchmesser von hundert Millimetern bis zu zwei Metern bekommt man hier alles, die größten kosten bis zu fünf Millionen Dollar.
Sie haben sogar diverse Patente auf ihre Maschinen. Der Supervisor bei Connectra wurde auf mich aufmerksam, als ich noch bei Schad & Pulte arbeitete. Ein Mitarbeiter von Connectra sagte, ich solle den Supervisor mal ansprechen, sie würden Leute wie mich gut gebrauchen können. Da ich schon bekannt war, dauerte das Gespräch nicht sonderlich lange. Der Mann bat mich aber, noch mal ein „Testschweißen“ für ihn durchzuführen, packte mich jedoch schon nach zehn Sekunden am Arm und sagte: „Komm, lass gut sein.“ Er wusste sofort, dass ich eine besondere Art zu schweißen hatte. Auch hier kamen mir als Deutschem, und im Speziellen als Absolvent von Blohm & Voss, die Vergangenheit und meine Herkunft zugute.
Erscheint lt. Verlag | 25.2.2011 |
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Verlagsort | Hamburg |
Sprache | deutsch |
Themenwelt | Literatur ► Biografien / Erfahrungsberichte |
Literatur ► Romane / Erzählungen | |
Schlagworte | Aussteiger • Auswandern • Biografie • Biographie • Doku-Soap • Fernsehen • Hamburg • Texas • TV |
ISBN-10 | 3-86803-463-3 / 3868034633 |
ISBN-13 | 978-3-86803-463-9 / 9783868034639 |
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