Descendant of Heat and Blaze (Celestial Legacy 2) (eBook)
435 Seiten
Impress (Verlag)
978-3-646-60844-1 (ISBN)
Johanna Danninger, geboren 1985, lebt als Krankenschwester mit ihrem Mann, einem Hund und zwei Katzen umringt von Wiesen und Feldern im schönen Niederbayern. Schon als Kind dachte sie sich in ihre eigenen Geschichten hinein. Seit sie 2013 den Schritt in das Autorenleben wagte, kann sie sich ein Dasein ohne Tastatur und Textprogramm gar nicht mehr vorstellen. Und in ihrem Kopf schwirren noch zahlreiche weitere Ideen, die nur darauf warten, endlich aufgeschrieben zu werden!
Johanna Danninger, geboren 1985, lebt als Krankenschwester mit ihrem Mann, einem Hund und zwei Katzen umringt von Wiesen und Feldern im schönen Niederbayern. Schon als Kind dachte sie sich in ihre eigenen Geschichten hinein. Seit sie 2013 den Schritt in das Autorenleben wagte, kann sie sich ein Dasein ohne Tastatur und Textprogramm gar nicht mehr vorstellen. Und in ihrem Kopf schwirren noch zahlreiche weitere Ideen, die nur darauf warten, endlich aufgeschrieben zu werden!
KAPITEL 1
Eden Hill.
Eine geheime Stadt in Alaska, ihre wahre Bestimmung verborgen vor unwissenden Augen, eingebettet in ein Tal, vollständig umrahmt von einer imposanten Gebirgsformation. Die bewaldeten Berge waren so hoch, dass ihre Gipfel, selbst jetzt im Spätsommer, mit reinweißem Schnee bedeckt waren. Die alten und buckelig anmutenden Häuser der Stadt reichten bis ans Ufer eines Gebirgssees. Das Wasser war so klar, dass sich die gesamte Umgebung darin spiegelte und man die bauschigen Wolken in jeder Einzelheit über die glatte Oberfläche wandern sehen konnte.
Ich stand in einem kleinen Garten, der wie eine Empore über Eden Hill thronte. Hinter mir ragte der Regimentspalast auf. Meine Hände ruhten auf dem glatten Stein einer massiven Brüstung, unter der es steil bergab ging.
Ein frischer Wind brachte mein kinnlanges rabenschwarzes Haar zum Tanzen. Immer wieder strich ich mir die Strähnen hinter die Ohren, doch sie ließen sich nicht lange bändigen.
In meiner Nähe plätscherte ein Springbrunnen vor sich hin. Die Geräusche des Wassers wurden aber die meiste Zeit von den hingebungsvollen Arien der Singvögel übertönt, die in dem ausladenden Geäst der umliegenden Bäume herumtanzten. Ab und an brummten fleißige Insekten an mir vorbei. Und zu all diesen Klängen gesellten sich die quirligen Laute der Stadt zu meinen Füßen.
Leben.
Wenn man Eden Hill mit einem einzigen Wort beschreiben müsste, dann wäre es Leben. Jede Pflanze, jedes Tier, jeder Mensch, ja, selbst die Gebäude mit ihren bunten Fassaden, strotzten nur so vor Energie.
Ich liebte diesen Ort bereits jetzt, obwohl ich erst seit knapp einer Woche hier war und noch längst nicht alles gesehen hatte. Es brauchte keine ausführliche Erkundung, um zu verstehen, dass ich hierher gehörte. Mein Herz hatte es mir im Grunde schon mitgeteilt, als ich zum ersten Mal auf den Balkon meiner Unterkunft getreten war. In diesem Moment war ich bloß zu aufgeregt gewesen, um dieses Flüstern wahrzunehmen.
Das hatte sich nun geändert. Ich war angekommen. Ich befand mich genau da, wo ich sein sollte, und das war das mit Abstand erstaunlichste Gefühl, das ich jemals verspürt hatte.
Zumal meine innere Ruhe nicht recht zu meiner aktuellen Situation passte. Immerhin hatte ich Nebraska als Staatsverräterin verlassen, weil ich eine Militäreinrichtung bestohlen hatte. Das hatte mich wiederum hierher geführt, in diese besondere Stadt, die Teil einer mir vollkommen fremden Welt war. Es war die Welt der Celestials, in der nun wiederum ich selbst als rätselhaft galt, weil ich über Fähigkeiten verfügte, die eigentlich gar nicht existieren sollten.
Ich schloss die Augen und atmete mehrmals tief durch. Dabei verband ich mich mit dem elektromagnetischen Spektrum und lauschte den einzigartigen Symphonien, die ich nur mit meinem celestialen Sinn hören konnte. Es hatte lange gedauert, bis ich mich nach meiner zufälligen Aktivierung mit dieser neuen Fähigkeit hatte anfreunden können. Inzwischen wollte ich nie wieder ohne den Aspekt des Jupiter sein. Er war ein Teil von mir, gehörte zu mir, genau wie meine menschlichen Sinne auch.
Nun musste ich schon wieder mit neuen Fähigkeiten klarkommen. Obwohl ich inzwischen wissen sollte, wie ich dabei vorzugehen hatte, fiel mir der Zugang ungemein schwer. Was durchaus nachvollziehbar war, denn ich hatte buchstäblich über Nacht gleich drei zusätzliche Sinne erhalten. Ich musste erst lernen, wie sie sich anfühlten und wie sie zu nutzen waren. Das größte Problem dabei war, dass ich sie noch nicht differenzieren und einzeln ansteuern konnte, so wie es bei Jupiter der Fall war.
Vorsichtig lenkte ich meine Aufmerksamkeit zu ihnen. Neptun, Merkur und Uranus. Ich konnte sie ganz deutlich spüren, diese noch so fremdartigen Kräfte, die mein Sein durchströmten. Ganz langsam näherte ich mich ihnen an und wagte es schließlich, mich mit ihnen zu verbinden.
Sofort brach das totale Chaos in meiner Wahrnehmung aus. Mein Verstand war von den vielen neuen Sinneseindrücken völlig überfordert. Auf einen Schlag konnte ich den Wind unter meiner Haut spüren, das Wasser des Springbrunnens schmecken und die stete Vibration der Erde in meiner Brust fühlen. Und das alles zur gleichen Zeit. Jede Empfindung für sich bereits intensiv und mitreißend, sodass ich allen zusammen hilflos ausgeliefert war.
Hastig riss ich die Augen auf und konzentrierte mich ausschließlich auf meinen altbekannten Sehsinn, bis das turbulente Rauschen in mir verklungen war. Mein Atem ging schwer wie nach einem Sprint.
Mit bebenden Händen stützte ich mich auf der Brüstung ab, während mein Puls sich allmählich wieder beruhigte.
Nach einer Weile richtete ich mich auf und pustete hingebungsvoll die Luft aus. Das konnte ja noch heiter werden …
Ich wandte mich ab und durchquerte den Garten. Unterwegs strich ich mein Shirt glatt und wie immer irritierte mich der leichte Stoff unter meinen Fingerspitzen. Ich hatte mich in den letzten Wochen so an das Tragen einer Militäruniform gewöhnt, dass ich mir nun in Zivilkleidung merkwürdig vorkam. Trotz Jeans und T-Shirt fühlte ich mich irgendwie nackt. Und das, obwohl mich absolut nichts mehr mit dem Militär verband und ich auf gar keinen Fall mehr eine CAF-Montur tragen wollte.
Vielleicht war mein Gefühl darin begründet, dass mir die Uniform zum ersten Mal den Eindruck vermittelt hatte, irgendwo dazuzugehören. Ein Teil von etwas zu sein. Teil einer Gruppe, eines Teams.
Wozu ich jetzt gehörte, wusste ich noch nicht recht.
Gemächlich spazierte ich auf den Regimentspalast zu. Das riesige Gebäude war bereits von außen seiner Bezeichnung würdig. Drei Stockwerke hoch und mit mehreren Türmen und Zinnen versehen erinnerte es an ein europäisches Schloss zu Zeiten der Renaissance. Eine Architektur und Bauweise, die so in Alaska eigentlich gar nicht existieren sollte.
Und trotzdem ragte dieser Palast vor mir auf, die reinweiße Fassade erstrahlte im Licht der Nachmittagssonne, die sich in einigen der hohen Sprossenfenster brach, als würde das Gebäude von innen heraus wie der Schweif einer Sternschnuppe glühen.
Es war magisch. Wahrlich ein Märchenschloss, an dessen Portal man erwartete, Gardisten in aufwendiger Uniform zur Begrüßung einer heranrollenden goldenen Kutsche salutieren zu sehen.
Statt Gardisten traf man vor dem Haupteingang aber zumeist bloß normale Leute an, die anstelle von Uniformen allenfalls schicke Business-Zweiteiler trugen. Goldene Kutschen gab es keine. In dem Rondell vor der breiten Treppe sah man nur in regelmäßigen Abständen den Stadtbus und auf dem weitläufigen Parkplatz davor glitzerten die Wagendächer gewöhnlicher Autos im Sonnenlicht.
Auf den ersten Blick war also alles enttäuschend normal. Weil man von außen nicht sehen konnte, dass die ach so gewöhnlichen Autos nicht mit Benzin, sondern mit Wasserstoff angetrieben wurden. Ebenso wenig, wie man den normalen Leuten ansah, dass sie eben keine gewöhnlichen Menschen, sondern Celestials waren – ein jeder von ihnen von Geburt an mit einem von insgesamt sieben Aspekten gesegnet, die ihnen übernatürliche Fähigkeiten verliehen.
Ich stieg die flachen Steinstufen hinauf zu dem wuchtigen Eingangsportal aus dunklem Eichenholz. Die beiden Flügel der riesigen Tür standen tagsüber stets weit offen. Bisher hatte ich noch nicht beobachten können, ob ein Mensch allein sie überhaupt aufmachen konnte oder ob es dazu einen ganzen Zug aus Ochsen brauchte, die einen knarzenden Mechanismus antrieben.
Ja, gut, wahrscheinlicher war, dass die Türflügel elektrisch betrieben wurden, aber die Ochsentheorie passte eben viel besser zu der altertümlichen Optik.
Hinter der Schwelle trat ich in den Schatten eines unspektakulären Foyers, bevor ich nach wenigen Schritten auch schon wieder ins Sonnenlicht eintauchte. Das Atrium war meiner Meinung nach der beeindruckendste Teil des ganzen Palasts. Eine riesige Glaskuppel überspannte den kreisrunden Bereich, der mehr einer Halle als einem bloßen Raum glich. Die Scheiben hoch über mir waren so sauber, dass ich sie kaum sehen konnte, wodurch ich das Gefühl hatte, direkt unter freiem Himmel zu stehen.
Es herrschte reger Betrieb. Menschen durchquerten in geschäftigem Tempo die Halle. Andere hielten einen kleinen Plausch ab. Manche studierten eingehend die Beschilderungen an den Seiten, um sich in dem Irrgarten aus unterschiedlichsten Abteilungen zurechtzufinden.
Zwei ausladende Treppen standen sich exakt gegenüber und führten jeweils zum ersten Stock eines der beiden Gebäudekomplexe, die das Atrium miteinander verband. Rötlicher Marmor bedeckte den Boden. In der Mitte war ein großes Symbol eingelassen. Es war die Abbildung eines Artefakts. Eines jener antiken Medaillons, die jeweils die geballte Macht eines der sieben Aspekte der...
Erscheint lt. Verlag | 2.6.2022 |
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Reihe/Serie | Celestial Legacy |
Celestial Legacy | |
Verlagsort | Hamburg |
Sprache | deutsch |
Themenwelt | Kinder- / Jugendbuch ► Jugendbücher ab 12 Jahre |
Schlagworte | elemente fantasy • Fantasy Liebesromane • fantasy romance deutsch • götter fantasy bücher • impress ebooks • Romantasy Bücher • romantische Fantasy Bücher • Übersinnliche Liebesromane • Urban Fantasy Bücher • Urban Fantasy Romance deutsch |
ISBN-10 | 3-646-60844-7 / 3646608447 |
ISBN-13 | 978-3-646-60844-1 / 9783646608441 |
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