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Codename X (eBook)

Wem kannst du trauen?
eBook Download: EPUB
2021 | 1. Auflage
304 Seiten
Oetinger Taschenbuch (Verlag)
978-3-86418-124-5 (ISBN)
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8,99 inkl. MwSt
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Wem kannst du trauen, wenn deine Welt aus den Fugen gerät? Adam Cassel ist 16 Jahre alt, Sohn eines reichen Diplomaten und der totale Snob. Er wird von allen Seiten bewundert, und die Mädchen stehen bei ihm Schlange. Scheinbar führt er das perfekte Leben, voller Abenteuer und Luxus. Doch dann findet er seine Eltern tot in einem Hotelzimmer vor, und es stellt sich heraus, dass sein Vater ein Agent des Bundesnachrichtendiensts war. Nun ist auch Adam in Lebensgefahr. Er muss eine neue Identität annehmen und kann niemandem mehr trauen. Trotzdem beschließt er, seine toten Eltern zu rächen und dem gefährlichen Fall seines Vaters nachzugehen.

Patrick McGinley wurde 1977 in Brüssel geboren und ist in München aufgewachsen. Nach seinem Filmstudium in New York arbeitete er als Filmemacher in Deutschland.

Patrick McGinley wurde 1977 in Brüssel geboren und ist in München aufgewachsen. Nach seinem Filmstudium in New York arbeitete er als Filmemacher in Deutschland.

3


Adam stockte der Atem. Es musste sich um einen Albtraum handeln. Wie war es möglich, dass seine Eltern erschossen worden waren? Das passierte doch nur im Film.

»Mama? Papa?«

Er näherte sich dem Bett. Jetzt erst bemerkte er, dass sich der Körper seines Vaters langsam hob und senkte. Er atmete noch.

»Papa, hörst du mich?« Sein Vater lebte. Adam griff nach seinem Handy und begann den Notruf zu wählen. Er kniete sich neben das Bett. Sein Vater drehte den Kopf, sodass er seinen Sohn ansah. Er schluckte. Sein Atem ging langsamer und langsamer wie ein Motor, dem der Sprit ausging. Aus seinem Mundwinkel tropfte Blut auf die Bettdecke.

»Adam«, hauchte er.

Adam hielt inne, beugte sich zu ihm, sodass sich sein Ohr direkt neben dem Mund seines Vaters befand. Er sagte nur zwei Wörter, bevor er zum letzten Mal ausatmete.

»Nein. Lauf!«

Adam geriet in Panik. Was meinte er mit nein? Er musste doch Hilfe holen! Er drehte seinen Vater auf den Rücken, um ihn wiederzubeleben. Wie er es im Erste-Hilfe-Kurs gelernt hatte, massierte er sein Herz, doch es begann nicht wieder zu schlagen. Adam sank auf den Boden. Er wusste nicht, was er tun sollte.

In diesem Moment klopfte es an der Tür der Suite.

»Zimmerservice«, sagte eine Stimme.

Adam war zu verstört, um zu antworten. Es klopfte erneut. Adam stand auf. »Ich … ich kann jetzt nicht«, stammelte er. »Kommen Sie später wieder.«

Das Klopfen verstummte. Doch Adam hörte keine Schritte, die sich entfernten. Irgendetwas war da faul.

Ein Schuss ließ das Türschloss zersplittern. Jemand warf sich so heftig gegen die massive Holztür, als würde ein wild gewordener Elefant versuchen, sich Eintritt zu verschaffen. Schließlich gab sie nach und flog auf. Adam fand sich Angesicht zu Angesicht mit dem Glatzkopf aus dem Lift. Er hatte eine Waffe gezogen, an deren Lauf ein Schalldämpfer angeschraubt war. Der Schwung, mit dem er die Tür eingetreten hatte, beförderte ihn auf den Boden des Wohnzimmers. Er rappelte sich auf und zielte auf Adam. Dieser wachte endlich aus seiner Schockstarre auf. Es gab zwei Möglichkeiten. Er konnte sich entweder ins Badezimmer flüchten, wo er jedoch festsitzen würde, oder …

Adam fasste den Entschluss und sprang mit einem Satz aus dem offenen Fenster. Mit kleinen Staubwölkchen bohrten sich die Kugeln des Angreifers links und rechts neben dem Fensterrahmen in die Tapete.

Adam wusste, dass an der Außenseite rings um das Hotelgebäude ein schmaler Sims herumlief, auf dem er sich jetzt wiederfand. Er rutschte mit einem Fuß ab und verlor fast das Gleichgewicht. Ein Abflussrohr, an dem er sich mit seiner rechten Hand festhielt, bewahrte ihn vor einem tödlichen Sturz. Mit vorsichtigen Schritten näherte sich Adam der Ecke des Gebäudes. Wenn er diese erreichte, bevor der Mann ihn erwischte, hatte er vielleicht eine Chance zu entkommen. Der Kopf des Killers erschien im Fensterrahmen. Adam würde das kalte Grinsen nie vergessen. Der Mann legte seine Waffe an. Die Hausecke war in unerreichbarer Ferne. Er war geliefert. In schierer Panik blickte Adam nach unten. Acht Stockwerke unter ihm wartete der sichere Tod. Einen Sprung auf die Terrasse des Hotels würde er nie überleben.

In diesem Moment ging die Poolbeleuchtung an. Adam dachte nicht nach. Er hatte keine Zeit dazu. Er wusste instinktiv, dass ihn das gleiche Schicksal wie seine Eltern erwarten würde, wenn er jetzt nicht handelte. Er stieß sich mit aller Kraft von der Hotelwand ab und sprang mit rudernden Armen in die Tiefe. Die nächsten Sekunden fühlten sich wie Jahre an.

Der Swimmingpool des Hotels befand sich einige Meter vom Rand des Gebäudes entfernt. Wenn er nicht genug Schwung hatte, würde er auf den harten Fliesen der Terrasse aufklatschen. Adam sah, wie das Grinsen des Glatzkopfs erlosch. Er zog seinen Kopf zurück ins Zimmer und verschwand.

Der Fallwind erinnerte Adam an einen Höllenritt auf dem Motorrad, doch es kam Adam vor, als hätte das Wettrennen in einem anderen Leben stattgefunden. Der Boden kam mit der Geschwindigkeit eines Schnellzugs auf ihn zu. Selbst wenn er das Wasser des Pools traf, war er sich nicht sicher, ob er an dieser Stelle tief genug war, um seinen Fall rechtzeitig zu bremsen. Adam schloss die Augen. Mit einem harten Aufprall tauchte er ins Chlorwasser des Pools ein. Er sank bis auf den Grund hinab, doch das Wasser hatte seinen Sturz so sehr abgefedert, dass der Kontakt mit dem Boden glimpflich ausging. Adam fuchtelte mit den Armen und schwamm zur Oberfläche. Er tauchte auf und schnappte japsend nach Luft. Sein Fenstersprung hatte einiges an Aufsehen erregt, und die Hotelgäste raunten aufgebracht und zeigten mit den Fingern auf ihn. Adam schwamm zum Beckenrand. Gerade als er sich aus dem Wasser stemmte, bog der Glatzkopf um die Ecke des Hotels. Adam kletterte über den Rand, schüttelte sich wie ein nasser Hund und raste in die entgegengesetzte Richtung um den Pool. Er sprang über die niedrige Mauer, die die Hotelterrasse von der Hafenstraße abgrenzte, und rannte, so schnell er konnte, die Böschung hinab. Er wagte einen Blick über die Schulter und sah, dass der Killer ihm über die Mauer gefolgt war. Adam mobilisierte seine letzten Kraftreserven und sprintete die Hafenpromenade entlang. Zum zweiten Mal an diesem Tag fand er sich in einer Sackgasse wieder, die am Mittelmeer endete. Wenn ihm jetzt keine heiße Idee kam, war er dem Glatzkopf ausgeliefert. Da! Neben einer Straßenlaterne war ein Motorrad geparkt! Mit etwas Glück hatte der Fahrer den Schlüssel stecken lassen. Er erreichte das Bike und wollte gerade nach dem Schlüssel suchen, als er die dicke Stahlkette entdeckte, mit der es an den Laternenpfahl gekettet war. Mist!

Der Glatzkopf war nur wenige Schritte entfernt.

»Finger weg von meiner Maschine!«

Adam blickte sich um. Am Wasser, neben einer riesigen Motorjacht, stand ein korpulenter Mann auf einem kleinen Bootssteg. Sein dünnes Haar war weiß und seine Haut braun gebrannt.

Er war gerade dabei, einen knallgelben Jetski anzubinden. »Verschwinde!«, rief er auf Französisch.

Adam tat das Gegenteil. Er sprang von der Hafenmauer auf den Jetski, entriss dem Mann das Halteseil und startete den Motor. Er drehte am Lenker und gab Gas, sodass sich ein Schwall Wasser auf den Mann ergoss. Der Jetski hatte ganz schön Kraft unter der Motorhaube und das Gefährt raste über die kleinen Wellen des Hafenbeckens. Adam sah sich um. Er hatte den Glatzkopf hinter sich gelassen. Erleichtert atmete er aus. Er lenkte aufs offene Meer zu.

Als er gerade das Hafenbecken verließ, hörte er ein lautes Knattern hinter sich. Er drehte sich um. Ein schwarzes Motorboot fuhr zwischen zwei vertäuten Jachten hindurch und nahm die Verfolgung auf. Hinter dem Steuerrad konnte er die Glatze des Mörders erkennen, auf der sich das Licht des Mondes, der mittlerweile hoch am Himmel stand, spiegelte. Adam bog nach rechts und fuhr gen Westen an der Küste entlang. Das Motorboot war deutlich schneller als sein Jetski, und es holte mit jeder Sekunde auf. Hier auf dem offenen Meer waren die Wellen höher und ließen den Jetski immer wieder abheben und zurück ins Wasser klatschen. Er klammerte sich an den Lenker, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren und in die Fluten zu fallen. Es sirrte, und links und rechts neben ihm spritzte das Wasser in kleinen Fontänen auf. Der Killer schoss auf ihn! Es war nur eine Frage der Zeit, bis er ihn treffen würde.

Adam hatte den nächsten Hafen erreicht. Dieser war deutlich größer als der vor seinem Hotel. Die Lady of the Wind, ein riesengroßes Kreuzfahrtschiff, lag dort an einem Pier vor Anker, und ihr Bug ragte vor ihm aus dem Wasser. Das Horn des Schiffes stieß ein lautes Hupen aus, das Adam durch Mark und Bein ging. Es war gerade dabei abzulegen. Die Hafenarbeiter machten die Seile von den Pollern los und warfen sie ins Wasser. Die Winden an Bord des Schiffes wickelten die dicken Kabel auf, und die seitlich ausgerichteten Propeller im Bug des Schiffes schoben es von der Kaimauer weg. Zwischen Schiff und Mauer entstand eine enge Passage. Adams Jetski war schmal genug, um durch die Lücke zu fahren, doch das Motorboot seines Verfolgers würde stecken bleiben. Adam dachte nicht lange nach, ihm blieb nur ein kurzes Zeitfenster. Er riss den Lenker herum und fuhr mit Höchstgeschwindigkeit in die Wassergasse. Wenige Zentimeter trennten ihn auf seiner Linken vom rauen Gestein des Piers und auf seiner Rechten vom glatten Stahl des Schiffs. Er warf einen Blick hinter sich. Das schwarze Motorboot hatte haltgemacht und lenkte nach rechts, an der Seeseite des Schiffs entlang. Adam hatte einen Vorsprung, doch das Motorboot war schneller. Außerdem blieb Adam am Heck des Schiffes keine andere Wahl, als nach rechts zu drehen, direkt in die Arme seines Verfolgers. Aus der Vogelperspektive betrachtet, lieferten sich die beiden Wasserfahrzeuge ein Wettrennen an den Seiten des Schiffes entlang. Ein gelber Blitz links, in der Lücke zur Hafenmauer, und ein schwarzes Boot auf der rechten Seite. Adam erreichte das Heck zuerst. Er drehte den Lenker scharf herum, um hinter dem Schiff in das Hafenbecken einzubiegen, bevor das Motorboot ihm den Weg abschneiden konnte. Im selben Moment schaltete das Kreuzfahrtschiff auf volle Fahrt voraus. Die riesigen Schiffsschrauben, die dicht unter der Wasseroberfläche lagen, begannen, das Meer mit 60 Megawatt aufzuwühlen. Die Strömung bildete einen Wellenkamm, der Adams Jetski wie eine Rampe in die Luft beförderte. Das war sein Glück, denn anstatt mit dem Motorboot zu kollidieren, das nun hinter dem Schiff zum Vorschein kam, sprang der Jetski über das Boot hinweg und landete unsanft im Hafenbecken dahinter. Die Wucht des Aufpralls schleuderte Adam ins Wasser, doch er schaffte...

Erscheint lt. Verlag 2.6.2021
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch Jugendbücher ab 12 Jahre
Schlagworte ab 14 • Abenteuer • action • Actionbuch • Agent • für Jugendliche • für Jungs • für Mädchen • Geheimdienst • High Society • Jugendbuch • Spannung • Spion • Thriller • Verfolgungsjagd
ISBN-10 3-86418-124-0 / 3864181240
ISBN-13 978-3-86418-124-5 / 9783864181245
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