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Die Geheimnisse der Nacht (eBook)

Thriller
eBook Download: EPUB
2019 | 1. Auflage
450 Seiten
Verlagsgruppe Droemer Knaur
978-3-426-45426-8 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
9,99 inkl. MwSt
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Manche Geheimnisse sind peinlicher als Mord ... Ein ebenso vergnüglicher wie unblutig-spannender Thriller um sechs Freundinnen und einen Jungesellinnen-Abschied, der mit Mord endet Am Morgen nach ihrem Jungesellinnen-Abschied erwacht Maggie mit einem gehörigen Kater - vom Klingeln des Telefons: Ihre Freundin Angie wurde ermordet, offenbar kurz nachdem sie die ausufernde Party in einer Chicagoer Szene-Bar verlassen hatte. Und das ist nicht die einzig böse Überraschung für Maggie, denn bei dem nackten Mann neben ihr im Bett handelt es sich nicht um ihren Verlobten ... Dem ermittelnden Detective Ron O'Reilly gegenüber behauptet Maggie natürlich, sie sei allein nach Hause gefahren. Doch O'Reilly hat einen Riecher für Lügen, und ihm ist schnell klar, dass jede der fünf Freundinnen, die er zu dem Mord vernimmt, in mindestens einer Angelegenheit die Unwahrheit sagt. Denn Maggie ist nicht die Einzige, die um jeden Preis ein peinliches Geheimnis bewahren will ... Wer gerne unblutige, psychologisch raffiniert gestrickte Whodunits liest und Serien wie »Desperate Housewives« oder »Pretty Little Liars« mag, der kommt bei Catherine O'Connells Thriller voll auf seine Kosten.

Catherine O'Connell studierte an der Colorado School of Journalism und lebt heute in Aspen, Colorado und Chicago. 'Die Geheimnisse der Nacht' ist ihr deutschsprachiges Debüt; zuvor veröffentlichte sie in den USA die Krimiserie 'High Society Mysteries'.

Catherine O'Connell studierte an der Colorado School of Journalism und lebt heute in Aspen, Colorado und Chicago. "Die Geheimnisse der Nacht" ist ihr deutschsprachiges Debüt; zuvor veröffentlichte sie in den USA die Krimiserie "High Society Mysteries".

Kapitel 1


Noch 14 Tage bis zur Hochzeit

Samstag, 11. Juni 1988

Das Klingeln des Telefons riss mich aus dem Schlaf, und sofort beschlich mich das ungute Gefühl, dass ich nicht allein war. Ich hatte mich zur Wand gedreht, doch es war deutlich zu spüren, dass noch jemand unter meiner Designerbettdecke lag. Aber Flynn war doch gar nicht in der Stadt. Ich versuchte hektisch, die Ereignisse des letzten Abends zu rekonstruieren, doch da kamen nur unzusammenhängende Bilder. Ich war offensichtlich immer noch betrunken.

Das Telefon klingelte sechs Mal, bevor der Anrufbeantworter im Wohnzimmer ansprang und meine Stimme durch die Wohnung hallte: Hi, hier ist Maggie. Ihr wisst ja, wie das geht und wann ihr sprechen müsst. Das Freizeichen erklang, doch gleich darauf klingelte es noch einmal, und wieder legte der Anrufer auf, als er meine Stimme hörte. Als es zum dritten Mal losging, wurde mir klar, dass er oder sie nicht so schnell aufgeben würde. Ich drehte mich widerwillig auf den Rücken, um nach dem Telefon zu greifen, und erstarrte mitten in der Bewegung. Es war der Zimmermann! Der Kerl in dem blauen Shirt – nur ohne das blaue Shirt. Er sah mich grinsend an, und auf seinen gebräunten Wangen bildeten sich kleine Grübchen. Übelkeit durchfuhr meinen viel zu nackten Körper.

»Sieht aus, als wollte da jemand unbedingt mit dir reden«, meinte er, legte sich verschwörerisch einen Finger auf die Lippen und hielt mir den Hörer hin, wobei sich das Kabel in seinen Brusthaaren verfing. Ich griff entsetzt danach und schirmte die Sprechmuschel mit einer Hand ab, für den Fall, dass mein Besucher sich womöglich verriet, indem er hustete, etwas sagte oder – Gott bewahre – lautstark furzte, wie es Männer am Morgen nun mal gerne tun.

»Hallo?«, krächzte ich und erkannte meine Stimme selbst kaum wieder.

»Maggie! Oh, Maggie, ich bin’s. Suzanne«, erklärte die Anruferin hörbar erleichtert. »Gott sei Dank hast du es heil nach Hause geschafft!«

Na ja, das ist wohl Ansichtssache, dachte ich, und mein Blick fiel erneut auf meinen Besucher. Er hatte es sich in meinem Bett gemütlich gemacht und die Hände unter seinem Lockenkopf verschränkt. Dabei grinste er immer noch selbstgefällig und hatte absolut nichts mehr von dem schüchternen Zimmermann aus New Hampshire an sich, den ich am Vorabend kennengelernt hatte.

»Natürlich habe ich es heil nach Hause geschafft!«, log ich und schaute eilig auf die Digitalanzeige des Weckers auf dem Nachttisch. Sieben Uhr achtundvierzig. Das war zwar nicht mehr mitten in der Nacht, aber trotzdem eine unchristliche Zeit für einen Anruf am Samstagmorgen – vor allem, wenn es am Vorabend spät geworden war. Und das galt auch für eine Frühaufsteherin wie Suzanne. Ich bemühte mich, trotzdem möglichst unbeeindruckt zu klingen: »Also, was ist los? Warum rufst du so früh an?«

Sie zögerte kurz. »Ich weiß nicht, wie ich es dir sagen soll, Maggie. Es geht um Angie. Sie ist tot.«

Die Worte drangen in mein umnebeltes Gehirn, und ich wurde schlagartig nüchtern. Ich fuhr hoch, die Decke glitt von meinen nackten Brüsten, und ich zog sie in unangebrachter Schamhaftigkeit hastig wieder hoch. Für derlei Hemmungen war es mittlerweile zu spät. »Das ist doch ein Scherz, oder?«, fragte ich, obwohl ich wusste, dass Suzanne Lundgren niemals scherzte, vor allem nicht, wenn es um etwas so Schreckliches ging.

»Ich wünschte, es wäre so!« Ihre Bestürzung war ihr deutlich anzuhören. »Kelly hat gerade aus dem Polizeirevier angerufen. Angie wurde ermordet. Ihre Leiche wurde heute Morgen im Lincoln Park gefunden.«

»Kelly?« Aber das ergab doch keinen Sinn! Mir schwirrten tausend Fragen im Kopf herum, doch ich war so hinüber, dass mir die logischsten nicht einfielen. Also fragte ich nicht nach Angie, sondern meinte stattdessen: »Was hat denn Kelly mit der Sache zu tun?«

»Sie ist bei ihrer morgendlichen Joggingtour am Tatort vorbeigekommen«, erwiderte Suzanne. »Und die Polizei hat sie mit aufs Revier genommen, um mit ihr über Angie zu sprechen.«

»Aber das ist doch unmöglich! Es ist gerade mal …«, ich warf erneut einen Blick auf die Uhr, »… fünf, sechs Stunden her, seit wir zusammen waren. Ich dachte, du hättest Angie nach Hause gebracht.«

Suzanne verlor endgültig die Beherrschung und begann zu schluchzen. »Maggie! Natürlich habe ich sie nach Hause gebracht! Ich habe sie in ein Taxi gesetzt und bin mit ihr mitgefahren. Ich habe sogar draußen gewartet, bis sie wirklich im Haus war. Ich habe gesehen, wie die Haustür hinter ihr ins Schloss fiel.«

Unzusammenhängende Szenen der letzten Nacht blitzten vor meinem inneren Auge auf: Angie, die in einer schwarzen Hose und einer tief ausgeschnittenen roten Bluse auf der Tanzfläche steht und deren dicke schwarze Haare ihr Gesicht wie ein Vorhang bedecken. Angie, deren ausladende Hüften aufreizend über ihren roten High Heels hin und her schwingen. Angie, die mit einem leeren Schnapsglas an der Bar lehnt. Angie, die versucht, gerade zu stehen, obwohl sie sich kaum noch auf den Beinen halten kann.

»Hör mal, ich muss jetzt Schluss machen. Das ist alles, was ich bisher weiß«, erklärte Suzanne mit tränenerstickter Stimme. »Kelly hat versprochen, sich zu melden, sobald sie zu Hause ist. Rufst du in der Zwischenzeit Carol Anne an? Ich schaffe es einfach nicht.«

»Ja, klar«, flüsterte ich, und sie legte auf.

Ich starrte auf den Hörer in meiner Hand, als hätte ich noch nie zuvor so etwas gesehen, und versuchte zu begreifen, was gerade passiert war.

Meine Freundin war doch sicher nicht wirklich gestorben, oder? Das musste irgendein seltsamer Albtraum sein. Genauso wie der Fremde in meinem Bett, der mich eingehend musterte. Er gehörte sicher auch zu dem Albtraum. Wenn ich die Augen zumachte, würde alles wieder so sein wie gestern. Angie wäre noch am Leben, ich läge allein in meinem Bett, und das Schlimmste, womit ich zu kämpfen hätte, wäre der schrecklichste Kater aller Zeiten.

Ich kniff die Augen zu.

Doch als ich sie wieder öffnete, war der Kerl noch immer da, und seine Anwesenheit war fast so verstörend wie die Nachricht, dass Angie ermordet worden war. Sein Lächeln war verschwunden, und er sah mich ehrlich besorgt an, bevor er die Hand ausstreckte und mir über die Wange strich. »Alles in Ordnung?«

»Es gab einen Unfall«, antwortete ich. Ich war zu schockiert, um zu weinen, und hatte auch nicht vor, meine Trauer mit diesem Fremden zu teilen. »Du musst jetzt gehen.«

Er ignorierte meine Aufforderung und streichelte stattdessen erneut meine Wange. Ich versuchte, ein unwillkürliches Schaudern zu unterdrücken. Seine Hände waren magisch, und ich erinnerte mich nur zu gut, dass ich letzte Nacht wie besessen von ihnen gewesen war. Sie waren groß und stark und hatten hart erarbeitete Schwielen, die von stundenlanger ehrlicher Arbeit zeugten. So ganz anders als Flynns seidige Hände mit den langen, dünnen Fingern und den manikürten Nägeln, die nur ab und zu einen Golf- oder Tennisschläger hielten und auf eine vollkommen andere soziale Herkunft deuteten.

»Du bist so wunderschön«, sagte er und liebkoste die empfindliche Haut an meinem Hals. »So wunderschön …«

Weitere bruchstückhafte Erinnerungen stiegen aus dem Wodka-Nebel empor: wie wir im Overhang zu Cyndi Lauper tanzten; wie ich in seinen weißen Pick-up stieg; wie wir schließlich vor meiner Wohnung im gelben Licht der Straßenlaterne standen. Doch ein Großteil des Puzzles blieb verschollen. Der traumähnliche Zustand, in den mich der Alkohol versetzt hatte, war nun endgültig verschwunden, und auch die Dunkelheit der Nacht bot keinen Schutz mehr – ich stand splitternackt im Licht des neuen Morgens, wie Eva vor dem Baum. Ich dachte an Flynn, und mein Herz wurde schwer. Dann dachte ich an Angie, und eine noch größere Traurigkeit erfasste mich.

Der Zimmermann schien allerdings nichts von meinem inneren Kampf zu bemerken, denn er beugte sich zu mir und drückte mir einen sanften Kuss auf die Lippen.

»Nein.« Ich rückte von ihm ab, doch er beachtete meinen halbherzigen Versuch, tugendhaft zu wirken, nicht weiter, sondern zog mich näher an sich heran. So nah, dass ich die Hitze spürte, die von seinem flachen Bauch hochstieg. Er küsste mein Kinn, meine Nase, meinen Mund. »Nein«, widerholte ich schwach und versuchte, bestimmt zu klingen, während seine Lippen hinter mein Ohr wanderten.

In einer perfekten Welt hätte mich allein seine Anwesenheit schon abgestoßen. In einer perfekten Welt hätte ich ihm eine schallende Ohrfeige verpasst und wäre aus dem Bett gesprungen. In einer wirklich perfekten Welt wäre dieser Mann gar nicht erst in meiner Wohnung gelandet.

Aber die Welt ist nun mal nicht perfekt.

Es war alles so furchtbar falsch. Wie konnte ich meinen Verlobten auf so niederträchtige Weise betrügen? Wie konnte ich überhaupt an Sex denken, obwohl ich den Tod einer Freundin betrauern sollte? Doch offensichtlich war tief in meinem Inneren ein Urinstinkt erwacht, der meine Trauer, meine Schuldgefühle und meinen Kummer unter sich begrub und meinen Verstand auslöschte. Mein Körper drängte in seine Richtung, und ich wollte nicht länger so tun, als würde ich dagegen ankämpfen. Ich wollte, dass er mich in den Armen hielt. Ich wollte mein Gesicht an seiner Brust vergraben. Und ich wollte, dass er sich in mir verlor.

Ich küsste ihn zuerst noch zögerlich, doch dann öffnete ich die Lippen und wurde leidenschaftlicher. Er drückte mich auf die Matratze, und bald wälzten wir uns auf meinem Bett hin und her. Unsere Bewegungen wurden immer heftiger, und wir standen kurz vor dem...

Erscheint lt. Verlag 27.11.2019
Übersetzer Sonja Rebernik-Heidegger
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte 80er Jahre • Achtziger Jahre • amerikanische Psychothriller • amerikanische thriller • Chicago • Chicago-Thriller • detective • Ehebruch • Ermittler-Krimi • Freundinnen • Freundschaft • Geheimnisse • Hen's Party • Junggesellinnenabschied • Koks • Krimi Neuerscheinungen 2019 • Lügen • Maggie Truehart • Mord • Psychothriller bücher • Psychothriller Neuerscheinungen 2019 • Rivalität • Ron O'Reilly • spannender Thriller • Thriller Autorinnen • Thriller für Frauen • Thriller und Psychothriller • Thriller USA • US-Thriller • Whodunit
ISBN-10 3-426-45426-2 / 3426454262
ISBN-13 978-3-426-45426-8 / 9783426454268
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