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Abgrund (eBook)

Thriller
eBook Download: EPUB
2019 | 2. Auflage
368 Seiten
Aufbau Verlag
978-3-8412-1807-0 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
8,99 inkl. MwSt
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Die Kriminalpsychologin und ihr schwerster Fall.

Hannah Jacob ist beim BKA Expertin für verschwundene Frauen und Kinder. Doch ihr neuer Fall ist vollkommen anders: Ihr Kollegen Daniel Hihmler wird verdächtigt, den Psychologen getötet zu haben, der seine Frau behandelt hat, bevor sie Selbstmord beging. Die Beweislage scheint erdrückend zu sein, doch Hannah hat ihre Zweifel. Dann entdeckt sie, dass es zwei weitere ungeklärte Kriminalfälle gibt, in die der Psychologe verstrickt ist. Und dass er mit einem ominösen Verein zu tun hat, der im Verdacht steht, Kinder von der Straße zu holen, um sie zu Straftätern zu machen ...



Katharina Peters schloss ein Studium in Germanistik und Kunstgeschichte ab. Sie begeistert sich für japanische Kampfkunst und lebt mit ihren Hunden in Schleswig-Holstein. An die Ostsee fährt sie, um zu recherchieren, zu schreiben - und gelegentlich auch zu entspannen. Im Aufbau Taschenbuch erscheinen ihre Krimireihen, die alle von ihrer Liebe zur Osteeküste zeugen: Auf Rügen ermittelt Hauptkommissarin Romy Beccare, auf Bornholm stellt sich Sarah Pirol dem Verbrechen in den Weg, und in Wismar folgen wir der Privatdetektivin Emma Klar auf ihrer Suche nach Gerechtigkeit. BKA-Kriminalpsychologin Hannah Jakob ist bundesweit als Sonderermittlerin tätig. Unter aufbau-verlage.de finden Sie alle unsere lieferbaren Titel und unter katharinapeters.com mehr zur Autorin.

Katharina Peters schloss ein Studium in Germanistik und Kunstgeschichte ab. Sie begeistert sich für japanische Kampfkunst und lebt mit ihren Hunden in Schleswig-Holstein. An die Ostsee fährt sie, um zu recherchieren, zu schreiben – und gelegentlich auch zu entspannen. Im Aufbau Taschenbuch erscheinen ihre Krimireihen, die alle von ihrer Liebe zur Osteeküste zeugen: Auf Rügen ermittelt Hauptkommissarin Romy Beccare, auf Bornholm stellt sich Sarah Pirol dem Verbrechen in den Weg, und in Wismar folgen wir der Privatdetektivin Emma Klar auf ihrer Suche nach Gerechtigkeit. BKA-Kriminalpsychologin Hannah Jakob ist bundesweit als Sonderermittlerin tätig. Unter aufbau-verlage.de finden Sie alle unsere lieferbaren Titel und unter katharinapeters.com mehr zur Autorin.

1


Hannah ließ sich Zeit. Die Fortbildung begann erst um zehn Uhr, und Kotti war derart begeistert über das strahlende Frühlingswetter, dass er mit entschlossenen Schritten eine zweite Morgenrunde im Treptower Park einläutete. Seine Ohrspitzen zuckten höchstens für einen winzigen Moment in ihre Richtung, und er drosselte das Tempo gefühlt um wenige Millisekunden, als sie den Ausgang passierten, dann trabte er hechelnd weiter, und Hannah folgte ihm. Ihre Fitness war durchaus ausbaufähig. Am Karpfenteich verschnaufte sie einen Moment und absolvierte ein paar Dehnübungen, die Kotti kritisch beäugte. Sie zog die Brauen hoch. »Was ist? Hältst du das etwa für einen Trick, mit dem ich mir eine Pause erschleiche?«

Kotti gähnte und warf ihr einen Blick zu, den sie lieber nicht deutete. Auf der Rückrunde beschleunigte sie allerdings das Tempo, obwohl sie das dumme Gefühl nicht loswurde, dass Kotti genau darauf spekuliert hatte – was natürlich Blödsinn war. Wie viele andere Hundebesitzer neigte auch sie dazu, das Verhalten ihres Vierbeiners auf grobe Weise zu vermenschlichen. Wenigstens war es ihr bewusst. Änderte das etwas? Nein.

Vielleicht wird es Zeit für Veränderungen, dachte Hannah, als sie später unter der Dusche stand. Seit ungefähr drei Jahren war sie als Kriminalpsychologin sowohl bundesweit unterwegs als auch in Berlin und Brandenburg mit aufreibenden Ermittlungen befasst. Ein vielschichtiger Fall hatte dabei weite Kreise gezogen, wie sich herausgestellt hatte – erschreckend weite Kreise, deren Auswirkungen sie auch Monate später nicht zur Ruhe kommen ließen, obwohl die Nachforschungen inzwischen zum größten Teil abgeschlossen waren. Besser gesagt: Sie konnte sich nicht verzeihen, dass ihr ein Täter aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität über gut anderthalb Jahre hatte folgen können, ohne dass sie es bemerkt hatte. Dabei spielte es keine oder höchstens eine untergeordnete Rolle, dass Mirko Sehler alias Sven Möller offenbar mehrfach und aus welchen Beweggründen heraus auch immer seine schützende Hand über sie – und Kotti – gehalten hatte, nachdem er sich von seinen Leuten losgesagt hatte und seine eigenen Wege gegangen war, die ihn an Hannahs Seite geführt hatten. Der Mann war ihr wie ein Schatten gefolgt, hatte Ermittlungen beeinflusst, der Polizei die Bälle zugespielt und getötet. Und niemand war ihm auf die Schliche gekommen … Mit Ausnahme einer Beamtin, die sich jedoch zu allem Überfluss auf sein eigenmächtiges Spiel eingelassen und dabei ein Dutzend Regeln und Gesetze gebrochen hatte. Becky Hinrich war inzwischen versetzt worden, wie Hannah mitbekommen hatte, und Sehler war untergetaucht, mal wieder. Sie selbst hatte sich seitdem ausschließlich mit internen Aufgaben befasst – Fortbildungen, Lehrgänge, Vorträge, wissenschaftliche Expertisen, Forschungsarbeit – und sich in keine einzige laufende Ermittlung eingeschaltet, obwohl es genügend Anlässe gegeben hätte. Und so sollte es auch bleiben.

Während Kotti sein Frühstück innerhalb von vier Sekunden vertilgte, gönnte Hannah sich einen Latte macchiato zu ihrem Müsli und feilte innerlich an dem kleinen Vortrag, den sie ihrem Chef halten wollte. Sie war sicher, dass er Verständnis zeigen und ihrem endgültigen Rückzug aus aktueller Ermittlungsarbeit zustimmen würde. Nun, sie hoffte, dass er ihr keine großen Steine in den Weg legen würde. Bevor sie aufbrach, rief sie Krüger über Kurzwahl an, um sich einen Morgentermin zu sichern.

»Du hast es also auch schon gehört?«, fiel er ihr ins Wort, kaum dass sie sich gemeldet hatte, und seine Stimme klang angespannt.

»Was habe ich gehört?«

»Hihmler ist verhaftet worden.«

»Wie bitte?« Hannah stockte der Atem. »Du sprichst doch nicht etwa von …?«

»Doch. Am besten kommst du sofort ins Präsidium.«

»Natürlich, aber …«

»Er steht unter Mordverdacht.«

»Das ist doch …«

»Absurd – ich weiß. Mach dich auf den Weg.«

Hannah unterbrach die Verbindung und starrte einen Moment ins Leere. Dann sagte sie ihre Fortbildung ab.

Daniel Hihmler war Experte für Rechtsextremismus, tätig für Verfassungs- und Staatsschutz. Bei zurückliegenden Fällen hatte er BKA und LKA in Berlin mit seinem Hintergrundwissen und umfangreichen Recherchen unterstützt. Hannah kannte ihn seit vielen Jahren als kompetenten, engagierten und pragmatischen Kollegen; ihre private Freundschaft hatte sich gerade in den letzten Monaten zunehmend vertieft. Seine schwer depressive Ehefrau war bei dem Therapeuten Doktor Johann Kling in Behandlung gewesen, bevor sie sich vor ungefähr einem Jahr das Leben genommen hatte. Und nun stand Daniel unter dem Verdacht, den Psychologen getötet zu haben.

Hannah saß ihrem Chef gegenüber und hatte Mühe, die Informationen zu verdauen. »Ich kann das nicht glauben«, wiederholte sie. »Das ist unmöglich.«

»Indizien und Beweise sprechen eine deutliche Sprache«, erwiderte Krüger. »Hihmler war zur Tatzeit mit Kling verabredet – der Termin ist im Kalender des Opfers vermerkt –, es gibt DNA-Spuren, sein Alibi für die Tatzeit ist sehr dünn, und ein Motiv ist auch herleitbar, zumindest für den Staatsanwalt. Was soll ich sagen? Es ist ein Alptraum.«

Hannah hob das Kinn und fixierte Krüger.

»Ich erläuterte lediglich die Lage«, erklärte er rasch mit erhobenen Händen. »Der Staatsanwalt hält es nach Prüfung der ersten Ermittlungsergebnisse für möglich, dass Hihmler den Therapeuten für den Suizid seiner Frau verantwortlich machte und im Verlauf eines Streits im Affekt tötete.«

»So ein …«

»Ich weiß«, warf Krüger rasch ein. »Wir halten das für undenkbar, und Hihmler selbst bestreitet die Tat ja auch. Es habe weder das besagte Treffen noch eine Auseinandersetzung gegeben, geschweige denn eine tödliche.«

»Selbstverständlich nicht!«, bekräftigte Hannah energisch. »Daniel wusste, dass seine Frau schwer krank war – unheilbar, um genau zu sein. Keine Therapie hat auch nur mittelfristig geholfen, das Gleiche galt für Medikamente. Nach all den Jahren hat sie es nicht mehr ausgehalten. Warum sollte er ein Jahr später ausgerechnet diesen Therapeuten töten? Das ist ein mehr als schräges Motiv.«

»Kling war der Letzte, der ihr zu helfen versucht hatte und dabei scheiterte. Ich muss gerade dir garantiert nicht erklären, dass zwischen Himmel und Erde die absonderlichsten Dinge geschehen. Und weil das so ist, konzentrieren sich die Ermittler auf das, was sie vorgefunden haben und sachlich belegen können – DNA, herleitbares Motiv, nachweisliche Zusammenkünfte …« Krüger brach ab. »Auch wenn dieser ganze Scheiß manchmal nicht das Geringste zu bedeuten hat, wie wir auch wissen.«

Hannah starrte einen Moment ins Leere. »Ich will mit ihm reden«, sagte sie schließlich. »Wir sind nicht nur langjährige Kollegen, sondern auch Freunde.«

»Ich weiß. Ich kümmere mich darum und melde mich bei dir.«

Hannah stand schon in der offenen Tür, als Krüger noch einmal das Wort ergriff. »Was wolltest du eigentlich vorhin von mir?«

»Bitte?«

»Du hast angerufen, und ich habe dich gar nicht erst zu Wort kommen lassen.«

Hannah überlegte nur einen Augenblick, dann schüttelte sie den Kopf. »Das ist jetzt unwichtig.«

Das war es in der Tat. Rückzugsgefechte und persönliche Karriereplanungen waren im Moment denkbar fehl am Platz. Hannah verkroch sich in ihr Büro; Kotti schlüpfte unter den Schreibtisch. Nachdem sie eine halbe Stunde die Wand angeblickt hatte, rief sie Lone Geising an, eine herausragende Recherchespezialistin beim LKA, mit der sie mehrfach erfolgreich in kleineren und auch größeren Teams zusammengearbeitet hatte. Die Nachricht von Hihmlers Festnahme hatte sich natürlich längst wie ein Lauffeuer unter den Kollegen verbreitet.

»Wer ermittelt eigentlich in dem Fall?«, fragte Hannah nach wenigen einleitenden Worten. Die waren bei Lone selten nötig und in diesem Fall schon mal gar nicht.

»Keiner von uns – zumindest zurzeit nicht.«

»Wir gelten als befangen?«

»Ja. Die Interne hat kurzerhand übernommen. Hauptkommissar Robert Malin.«

Der Name sagte Hannah nichts.

»Mark hatte vor einigen Jahren mal mit ihm zu tun«, fuhr Lone fort. Ihrem Tonfall nach zu urteilen, hatte der Kollege nicht die besten Erfahrungen mit ihm gemacht. Allerdings galt Mark Springer selbst als schwieriger Typ, der nicht in jedes Team passte, auch wenn er in den letzten zwei Jahren bewiesen hatte, dass in ihm ein ausgefuchster und ideenreicher Ermittler steckte – sobald man ihm an den richtigen Stellen einen etwas größeren Handlungsspielraum zugestand und Verantwortung übertrug.

»Und?«, fragte Hannah, als Lone ihren Hinweis nicht erläuterte.

»Mark hält wohl nicht viel von ihm.«

Wie gut, dass wir kein Team bilden müssen, dachte Hannah.

»Am besten fragst du ihn selbst.«

»Mach ich bei Gelegenheit. Wir bleiben in Kontakt.«

»Natürlich.«

Eine Stunde später meldete sich Krüger mit der Nachricht, dass ein Besuch in der JVA auf die Schnelle nicht genehmigt werden konnte – ein Telefonat aber schon. »Besser als gar nichts. Was heißt auf die Schnelle?«

»In zehn Minuten.«

»Das klingt gut.«

Hannah besorgte sich einen Kaffee. Als sie Minuten später Daniels dumpfe Stimme hörte, sank ihr das Herz. »Hannah, wie gut, dich zu...

Erscheint lt. Verlag 11.10.2019
Reihe/Serie Hannah Jakob ermittelt
Hannah Jakob ermittelt
Hannah Jakob ermittelt
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte BKA • Hafenmord • kriminalpsychologin • Rügenkrimi • Selbstmord • ungeklärte Kriminalfälle • verschwundene Frauen
ISBN-10 3-8412-1807-5 / 3841218075
ISBN-13 978-3-8412-1807-0 / 9783841218070
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