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Silberschwingen 2: Rebellin der Nacht (eBook)

(Autor)

eBook Download: EPUB
2018 | 1., Auflage
400 Seiten
Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
978-3-522-65388-6 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
9,99 inkl. MwSt
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Federleicht und atemberaubend spannend: das fulminante Finale der Romantasy-Dilogie! Thorn ist nicht länger ein normales Mädchen, sie ist ein mächtiges Halbwesen - zugleich Mensch und Silberschwinge. Ihre flammendroten Schwingen zeugen vom Verrat, den ihr Vater in den Augen des Clans einst begangen hatte. Deshalb wird Thorn nicht nur von deren Oberhaupt gejagt, sondern auch von dessen Sohn Lucien, dem sie ihr Herz geschenkt hat. Seines hat sie zugleich zerbrochen. Thorn flüchtet ins sagenumwobene Glastonbury, um ihre Kräfte zu bündeln. Und als ihre Familie bedroht wird, muss sie das Erbe des Lichts in ihr zum Leuchten bringen, um eine jahrtausendealte Rebellion ein für allemal zu gewinnen!

Emily Bold, Jahrgang 1980, schreibt Romane für Jugendliche und Erwachsene. Ob historisch, zeitgenössisch oder fantastisch: In den Büchern der fränkischen Autorin ist Liebe das bestimmende Thema. Nach diversen englischen Übersetzungen sind Emily Bolds Romane mittlerweile auch ins Türkische, Ungarische und Tschechische übersetzt worden, etliche ihrer Bücher gibt es außerdem als Hörbuch. Wenn sie mal nicht am Schreibtisch an neuen Buchideen feilt, reist sie am liebsten mit ihrer Familie in der Welt umher, um neue Sehnsuchtsorte zu entdecken. Mehr Informationen gibt es unter: emilybold.de

Kapitel 1


Ich schlich durch den Garten von Anhs Elternhaus. Die Schwingen an meinem Rücken schmerzten bei jedem Atemzug, und sie waren so schwer, dass sie mich beinahe niederdrückten. Die Dunkelheit um mich herum kam mir gespenstisch vor, und ich wünschte mir nichts sehnlicher, als die wenigen Straßen nach Hause zu gehen und mich von meinen Eltern trösten zu lassen. Mein kleiner Bruder Jake würde einen Witz erzählen oder mir sein neuestes Detektivspielzeug vorführen. Alles in mir schrie nach dieser Normalität. Ich wollte sie wiederhaben!

Ich wollte nicht nachts durch fremde Gärten schleichen! Und doch hatte ich keine Wahl. Wie von selbst fand ich meinen Weg, denn ich kannte den Garten gut. Anh und ich hatten als Kinder hier, in dieser von ihren Eltern künstlich angelegten Zen-Oase, viel Zeit verbracht. Ein japanischer Garten – mitten in London. Das war an sich nicht ungewöhnlich. Doch als ich noch klein gewesen war, hatte ich mich wie in einer fremden Welt gefühlt. Statt Rasen gab es ordentlich gerechte Kiesbeete, statt Rosen wuchs süß duftender Jasmin, und die blassrosa Blüten der japanischen Kirschbäume waren im Frühjahr wie Schnee auf uns herabgeregnet. Zwischen Bambusgräsern rekelten sich dunkelrote Drachen aus Holz, und über kreisrunde Trittsteine erreichte man das Baumhaus, das hoch oben in einem rotlaubigen Ahorn thronte und wie ein winziger japanischer Tempel gestaltet war.

Bedächtig setzte ich meine Füße auf die Trittsteine, um die sanften Wellen, die in den Kies gerecht waren, nicht zu zerstören. Schließlich wollte ich niemanden darauf aufmerksam machen, dass das Baumhaus nun nicht mehr so verlassen war wie in den letzten Jahren.

»Riley!«, rief ich mit gedeckter Stimme in die Dunkelheit. Ich hatte keine Ahnung, ob er überhaupt hier war. Seit er früher in dieser Nacht dank meiner Hilfe aus Darlighten Hall geflohen war, hatte ich ihn nicht mehr zu Gesicht bekommen. Ich wusste nicht, ob er den Silberschwingen überhaupt entkommen war. Waren sie ihm gefolgt? Hatten sie ihn erwischt und zurück in seine Zelle gebracht? Hatten sie ihn erneut gefoltert und misshandelt? Wenn ja, dann waren all die Mühen dieser Nacht umsonst gewesen. Deshalb musste Riley hier sein! Er musste einfach!

Schon allein deshalb, weil ich diese Ungewissheit keine Sekunde länger aushielt.

»Riley!«, wiederholte ich meinen Ruf, diesmal etwas lauter. Ich sah nach oben zum Baumhaus – doch nichts regte sich. Als ich nach der Strickleiter griff, riss diese, und die Hölzer der Stufen kamen mir krachend entgegengeflogen.

»Na toll!«, murrte ich, feuerte die verwitterte Leiter neben den Stamm und sah hinauf in die Baumkrone. »Und jetzt?«

»Du hast Schwingen!«, erinnerte mich eine raue Stimme hinter mir. Erschrocken und erleichtert zugleich fuhr ich herum.

»Spinnst du?«, flüsterte ich und fasste mir ans Herz. »Was schleichst du dich so an mich heran? Ich wäre vor Schreck fast gestorben!« Ich schlug nach ihm, dann schlang ich zitternd meine Arme um Rileys Hals.

Mit einem Mal ließ die gesamte Anspannung der letzten Stunden nach. Ein Wechselbad der Gefühle ergoss sich über mich, und ich wusste nicht, ob ich vor Schmerz weinen, vor Erleichterung lachen oder vor Angst schreien wollte. Ich wusste nicht, ob ich froh war, Lucien entkommen zu sein, oder ob ich mich damit nicht nur selbst ins Unglück gestürzt hatte. All das prallte auf mich ein, sodass ich mich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Ich klammerte mich an Riley, als mich ein heftiges Schluchzen zu schütteln begann.

»Schht, Thorn«, flüsterte er mit seiner unverkennbar rauen Stimme in mein Ohr. »Es ist gut. Wir sind hier sicher.« Wie schon viele Male zuvor strich er mir beruhigend übers Haar. »Gleich kannst du schwach sein. Gleich ist es okay, aber zuerst müssen wir da hoch.« Er schob mich von sich, ohne mich wirklich loszulassen, und deutete auf das Baumhaus.

Ich lachte hysterisch. »Die Leiter ist kaputt! Wie sollen wir …«

Riley schüttelte den Kopf und zupfte an meinen Schwingen. »Nutz die hier, Thorn. Du brauchst keine Leiter.«

»Ich kann sie nicht mehr bewegen«, gestand ich gequält. »Sie tun so weh. Ich …«

Er lächelte verständnisvoll. »Kein Wunder. Ich hab echt gedacht, du gehst drauf, als ich gesehen habe, wie du dich von der Balkonbrüstung gestürzt hast. Das war total unvernünftig!« Er zwinkerte mir zu. »Sah aber verdammt geil aus!«

Ich hustete. »Was? Mein Beinahe-Tod sah also geil aus, ja?«

Riley grinste breit, was seinem markanten Gesicht die Härte nahm. »Jep. Das Glühen deiner Schwingen am Nachthimmel – das hatte schon was. Obwohl ich ja selbst um mein Leben gerannt bin, konnte ich nicht anders, als stehen zu bleiben und dir hinterherzustarren. Du … bist nicht gerade unauffällig, das steht fest.«

»Leuchtend rote Schwingen sind aber auch nicht besonders praktisch, wenn man sich verstecken will«, stimmte ich ihm zu.

»Deshalb musst du jetzt da hoch – dorthin, wo niemand deine Schwingen entdecken kann.« Er versetzte mir einen sanften Stoß und nickte in Richtung Baum. »Na los. Hoch mit dir!«

Ich spreizte die Schwingen, wohl wissend, dass ich damit jede Silberschwinge im Umkreis auf mich aufmerksam machen würde.

»Aber was ist mit dir?«, zögerte ich mit Blick auf die verbrannten Überreste seiner Schwingen. Er würde damit sicher niemals mehr fliegen.

Riley folgte meinem Blick und strich sich verächtlich über die vernarbten Schwingenreste. »Keine Sorge. Hoch komm ich«, erklärte er mir. »Meine Sprungkraft reicht aus, da hinaufzukommen. Runter tut’s halt etwas weh – ohne Schwingen, die den Aufprall abfangen.« Als wäre dies etwas, womit er sich zu gegebener Zeit auseinandersetzen würde, ging er leicht in die Knie und katapultierte sich dann mit einem kräftigen Satz bis hoch zum Baumhaus. Wie ein Kavalier hielt er mir die mit weißer Seide bespannte Tür auf. »Komm schon, hier ist es richtig gemütlich.«

Ich rollte mit den Augen. Richtig gemütlich … das glaubte ich kaum. Wenn ich mich recht erinnerte, war es selbst für uns Kinder dort oben ziemlich eng gewesen. Und Kinder waren Riley und ich ja nun wirklich nicht mehr. Noch dazu nahmen die Schwingen wirklich unpraktisch viel Platz ein. Trotzdem zwang mich der Silberstreifen des Sonnenaufgangs am Horizont, nicht länger zu warten. Mit einem schmerzhaften Flügelschlag stieg ich in die Luft und ließ mich wenig elegant neben Riley an die Tür plumpsen. Dann faltete ich die Schwingen eng auf meinen Rücken und duckte mich durch die viel zu kleine Öffnung.

»Home sweet Home«, murrte ich mit Blick auf die Spinnweben, die von der Decke hingen.

Riley bemerkte meine Skepsis und wischte sie achtlos beiseite. Dann setzte er sich an die Wand und zog einen Elektrostab unter seinem Mantel hervor.

»Wo hast du den her?«, fragte ich und deutete auf die Waffe.

»Lachte mich von der Rückbank eines Wagens in Darlighten Hall an. Ich dachte, der könnte noch nützlich werden«, erklärte er schlicht und streckte die Beine lässig von sich, wodurch er fast die gegenüberliegende Wand berührte. Gemächlich, als säßen wir in der Pause auf dem Schulhof und als stünden wir nicht auf der Abschussliste der Silberschwingen, die vermutlich alle längst hinter uns her waren, kramte er eine Packung Kaugummis aus der Hosentasche und bot mir einen an. »Setz dich, und dann erzählst du mir, was dich auf die verrückte Idee gebracht hat, mich aus Darlighten Hall zu befreien. Ist dir überhaupt klar, was du getan hast?«

Da ich den Kaugummi ignorierte, nahm er sich selbst einen und steckte die Packung wieder ein. Dann musterte er mich kauend. Ich fühlte mich unwohl unter seinem forschenden Blick. War mir klar, was ich getan hatte? Ich wusste es nicht. Ich wusste nur, dass ich das Gefühl gehabt hatte, keine andere Wahl zu haben. So wie auch jetzt, wo ich keine andere Möglichkeit sah, als mich ebenfalls auf den staubigen Boden zu setzen.

Meine Schwingen schmerzten, als ich mich gegenüber von Riley an die Wand lehnte.

»Ich glaube, ich habe sie kaputt gemacht!«, flüsterte ich und strich mir zaghaft über die rissigen Federschuppen.

Riley beugte sich etwas in meine Richtung, ich wusste, dass die Dunkelheit seine Sicht nicht einschränkte. »Du hast sie wirklich ganz schön strapaziert. Sie sehen noch ganz weich aus. Wundert mich, dass du damit überhaupt schon fliegen konntest.« Er sah mich ernst an. »Du hättest sterben können, Thorn.«

»Ich hatte doch keine Wahl!«, rechtfertigte ich mich, denn er klang vorwurfsvoll. »Die Oberen sind da, und Kane steckt richtig in der Klemme, weil nicht nur ihr Rebellen ihm Ärger macht, sondern auch noch einige Halbwesen in London aufgetaucht sind. Ich hatte Panik, dass er dich dafür benutzt, um vor den Oberen seine Macht und Kontrolle zu demonstrieren.«

Riley ploppte eine Kaugummiblase. »Warte, warte … was für Halbwesen? Wovon sprichst du?« Er schien trotz der späten Stunde hellwach zu sein. Ich konnte sehen, wie seine Gedanken rasten.

Ich winkte ab. »Keine Ahnung, Riley. Ich weiß nicht, wer die Halbwesen sind, aber sie behaupten, meine Brüder zu sein. Und dass sie Kinder von Aric Chrome sind. Das macht Kane wohl Angst. Zumindest sagt Nyx das.«

Rileys markante Züge verhärteten sich. »Nyx sollte man nicht vertrauen. Sie … spielt zu gerne ein falsches Spiel, um zu bekommen, was sie will. So war sie schon als Kind.«

»Eigentlich...

Erscheint lt. Verlag 17.7.2018
Reihe/Serie Silberschwingen
Silberschwingen
Mitarbeit Designer: Carolin Liepins
Verlagsort Stuttgart
Sprache deutsch
Themenwelt Kinder- / Jugendbuch Jugendbücher ab 12 Jahre
Schlagworte Emily Bold • Fantasy Liebesroman • Jugendbücher • Magie • Marah Woolf • Mr. Grey • Obsidian • Romantasy • Sarah J. Maas
ISBN-10 3-522-65388-2 / 3522653882
ISBN-13 978-3-522-65388-6 / 9783522653886
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