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Wir sehen uns im Sommer (eBook)

Roman
eBook Download: EPUB
2018 | 1. Auflage
400 Seiten
Ullstein (Verlag)
978-3-8437-1773-1 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
8,99 inkl. MwSt
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Sommerfreundinnen auf Weltreise Susanne, Maggan und Rebecka vermissen ihre Freundin Sonja schmerzlich, obwohl sie schon vor mehr als sieben Jahren gestorben ist. Doch Sonja hat ihnen etwas hinterlassen, das ihnen bei der Suche nach dem Glück auf die Sprünge helfen soll: In zehn Briefen erzählt sie von ihrer eigenen tragischen Liebesgeschichte, die sie vor ihren Freundinnen geheim gehalten hat. Außerdem bekommen die Drei von einem Anwalt die Aufgabe, Sonjas Asche an Orten zu verstreuen, die ihr etwas bedeutet haben. Die Reise führt sie von Schweden aus einmal um die ganze Welt. Die gemeinsame Zeit bringt sie einander wieder näher, und die drei Freundinnen beginnen, nicht nur Sonja, sondern auch ihr eigenes Leben mit anderen Augen zu sehen.

Åsa Hellberg wurde 1962 in Fjällbacka geboren. Heute lebt sie mit Sohn, Katze und ihrem Lebensgefährten in Stockholm. Sie arbeitete unter anderem als Flugbegleiterin, Coach und Dozentin, bevor sie mit dem Schreiben begann. Mit ihren Bestseller-Romanen schrieb sie sich auf Anhieb in die Herzen der Leserinnen.

Åsa Hellberg wurde 1962 in Fjällbacka geboren. Heute lebt sie mit Sohn, Katze und ihrem Lebensgefährten in Stockholm. Sie arbeitete unter anderem als Flugbegleiterin, Coach und Dozentin, bevor sie mit dem Schreiben begann. Mit ihren Bestseller-Romanen schrieb sie sich auf Anhieb in die Herzen der Leserinnen.

1


Fünf Jahre später

Maggan versuchte den Fleck auf dem Küchentisch wegzureiben, doch es war unmöglich. Es schien, als hätte sich genau an dieser Stelle der Lack gelöst. Sie merkte, wie Zorn in ihr aufstieg. Er begann irgendwo im Bauch und strahlte langsam in ihre Arme und Hände aus, bis sie schließlich den Lappen auf den Tisch schleuderte. Von oben war ein Seufzen zu hören. Ein französisches, schweres, abgrundtiefes Seufzen. Sie nahm den Lappen wieder auf, ging zur Spüle und wusch ihn aus. Sie musste sich zusammennehmen. Paul wartete auf seinen Morgenkaffee und es wurde Zeit, das Tagwerk in Angriff zu nehmen.

Es war Dienstag. Und dienstags putzte Maggan immer. Sie begann mit der Küche, dann kam das Wohnzimmer und zum Schluss das Schlafzimmer. Das Spielzimmer der Enkel brauchte sie nicht aufzuräumen, sie würden erst nächste Woche wieder zu Besuch kommen. Mechanisch goss sie frisches Wasser in die Kaffeemaschine. Dienstag. Ein Tag wie jeder andere, dennoch hatte sie heute etwas Besonderes vor.

Jedes Mal, wenn sie Sonjas Urne zur Seite rückte, versetzte es ihr einen Stich. Unglaublich, dass sie es noch immer nicht geschafft hatten, den letzten Wunsch ihrer Freundin zu erfüllen. Susanne, Rebecka und sie hatten zwar bereits mehrfach versucht, sich auf den Weg zu machen, doch irgendetwas war immer dazwischengekommen. Zuletzt vor einem Jahr.

Maggan staubte das Regal im Wohnzimmer ab. Vielleicht hätten sie Sonjas Überreste lieber in deren eigener Wohnung lassen sollen, doch dort waren sie nur sehr selten. Und als Maggan nach dem Verkauf von Pauls und ihrem Pariser Restaurant nach Farsta zurückgezogen war, erschien es ihr nur natürlich, die Urne in ihr Reihenhaus mitzunehmen, damit Sonja nicht so alleine war.

Jetzt war Maggan sich nicht mehr sicher, ob das so eine gute Idee gewesen war. Schließlich war es ziemlich unfair, dass Susanne in ihrem Londoner Hotel herumspringen und ihre Gäste bedienen konnte und sich dabei keine Gedanken machen musste, dass Maggan durch die Anwesenheit der Urne ständig an ihr schlechtes Gewissen erinnert wurde. Und Rebecka, die Arme, war nicht mehr aus dem Bett aufgestanden, seit Adam vor acht Monaten gestorben war. Dass sie derzeit an niemand anderen denken konnte, war nur verständlich. Doch es waren Maggan und Paul, die mit der Asche leben mussten, die eigentlich schon vor langer Zeit hätte verstreut werden sollen.

Nachdem sie den Lappen wieder verstaut hatte, kehrte Maggan in die Küche zurück und kochte sich selbst einen frischen Kaffee. Obwohl sie Paul bereits eine Tasse gebracht hatte, war er immer noch nicht aufgestanden. Irgendetwas war nach ihrem Umzug nach Schweden mit ihm passiert. Er selbst behauptete, er fühle sich hier fremd, niemand würde ihn verstehen. Es war ihm nicht gelungen, Freunde zu finden, und die Kneipen, in denen er angefragt hatte, brauchten alle keinen neuen Küchenchef. Lediglich Jobs als Küchenhilfe waren ihm angeboten worden, was ihn zutiefst kränkte und nur noch mehr deprimierte.

Als Maggan damals nach Paris gegangen war, war sie vollkommen anders an die Sache herangegangen. Sie hatte Sprachkurse besucht, Käse gegessen und die Stadt genossen. Paul dagegen lief meist nur zu Hause herum und seufzte, was Maggan zutiefst bekümmerte. Vom Erdgeschoss konnte sie hören, wie er oben stöhnte, und sie fühlte sich hilflos, weil sie nicht wusste, wie sie ihm helfen sollte. Manchmal dachte sie, sie müssten vielleicht doch zurückziehen, aber da sie selbst Paris vier Jahre lang eine Chance gegeben hatte, konnte er das doch auch genauso lange mit Farsta tun. Oder?

Hier lebten ihre gemeinsame Tochter Anneli und ihre Enkelkinder. Als Anneli nach ihrer Scheidung von Åre nach Stockholm zurückgekehrt war, war es für Maggan nur selbstverständlich gewesen, nach Schweden zurückzuziehen. Alex wurde an Silvester dreizehn Jahre alt, die Zwillinge sollten im Herbst eingeschult werden, und da schien es ihr wichtiger denn je, in der Nähe ihrer Tochter zu sein.

Auch Paul liebte seine Enkelkinder abgöttisch. Wenn sie zu Besuch kamen, war er voller Energie, und Alex und er spielten hinter dem Haus Fußball, bis sie beide vollkommen erschöpft waren. Doch an den Tagen, an denen die Kinder bei ihrem Vater waren, versank Paul in Düsternis.

»Ich gehe einkaufen«, rief Maggan jetzt die Treppe hinauf. Dann verließ sie das Haus, ohne seine Antwort abzuwarten.

Susanne rief auf die Sekunde pünktlich an.

»Bist du rausgekommen?«, fragte sie.

»Ja, ich bin gleich in Farsta Centrum«, sagte Maggan und verlangsamte ihr Tempo. Sie würde sich auf die Bank dort drüben setzen, um zu telefonieren. »Wie läuft es in London?«

»Ach, wie immer. Wir sind ausgebucht. Ich arbeite zwölf Stunden am Tag, dann gehe ich nach Hause, esse irgendetwas, das ich mir aus dem Hotelrestaurant mitgenommen habe, und schlafe ein, bevor ich damit fertig bin. So sieht mein Leben aus, sieben Tage die Woche. Mir fehlt der Sex, und ich überlege gerade, wie ich wieder welchen haben könnte, ohne mich deshalb zu irgendetwas verpflichten zu müssen.«

Normalerweise konnten sie über fast alles reden, doch heute konnte Maggan ihr auch keinen Rat geben, schon gar nicht zu diesem Thema.

»Was sollen wir mit Rebecka machen?«, fragte sie stattdessen. »Ich musste heute schon wieder den ganzen Tag an sie denken.«

Die Freundinnen waren von Rebeckas Trauer ausgeschlossen. Die wenigen Male, die sie überhaupt ans Telefon ging, war sie kurz angebunden und einsilbig gewesen. Laut Rafaela, die in ihrem Haus auf Mallorca für sie arbeitete, lief es gerade gar nicht gut. Anscheinend vergrub sie sich von Tag zu Tag mehr in der Trauer um ihren Mann.

»Ich weiß, wir müssen dringend etwas unternehmen«, sagte Susanne. »Aber was? Wir können sie schließlich nicht dazu zwingen, das Haus zu verlassen. Wir sind bei ihr gewesen, und ich habe sie unzählige Male zu mir eingeladen, aber sie lehnt immer ab.«

»Am Telefon, ja. Aber was hältst du davon, noch einmal zu ihr zu fliegen?«, fragte Maggan.

Sie hörte, wie Susanne zögerte. Dann antwortete sie: »Das könnte funktionieren. Ich kann mir hier problemlos ein paar Tage freinehmen. Aber wie ist es mit dir? Kannst du von zu Hause weg?«

Es wäre so schön, mal eine Pause von Paul zu haben! Maggan liebte ihn über alles, machte es sich selbst jedoch unnötig schwer, indem sie sich pausenlos um ihn kümmerte. Dabei wäre es für ihn wahrscheinlich sogar besser, wenn er aufstehen und sich seinen Kaffee selber holen müsste oder zur Abwechslung einmal ihr einen machen würde … Doch so einfach war das eben nicht. Sie behandelte ihn wie ein Kind. Maggan seufzte. Wenn man es genau betrachtete, lag Paris nur zwei Stunden entfernt. Er konnte jederzeit dorthin fahren, wenn er so großes Heimweh hatte. Oder Schwedisch lernen, irgendeinen Job annehmen. Doch nichts davon tat er, weil seine Frau sich um alles kümmerte. Er brauchte keinen Finger zu rühren.

»Du kannst dir nicht zufällig länger freinehmen?«, fragte sie hoffnungsvoll.

»Was meinst du damit?«

»Sonjas Asche.«

»Oje, die hatte ich völlig verdrängt. Es ist ein Jahr her, seit wir es zuletzt versucht haben. Es scheint einfach nicht klappen zu wollen. Können wir den Rest nicht auch einfach in einem Friedwald verstreuen?«

Maggan schnappte nach Luft. »Susanne!«

»Ja, entschuldige. Aber jetzt sind schon so viele Jahre vergangen, ohne dass es uns gelungen wäre, mit dem Wenigen, das noch da ist, etwas anzufangen. Steht die Urne immer noch in deinem Bücherregal?«

»Ja, das tut sie, und es ist eine Schande, dass wir ihrem letzten Willen noch nicht nachgekommen sind, nach allem, was sie für uns getan hat.«

Susanne schwieg eine Weile.

»Verdammt«, sagte sie dann, »jetzt schäme ich mich wirklich. Du hast natürlich recht. Wenn du die Anwaltskanzlei bittest, einen neuen Reiseplan für uns zu machen, bin ich dabei. Wie viel Zeit benötigen wir denn insgesamt für die Reise? Sechs Wochen?«

Maggan nickte. »Ungefähr.«

»Am Stück?«

»Ich glaube, das können wir selbst entscheiden.«

»Weißt du, was das Schlimmste ist? Ich glaube, das Hotel kommt ausgezeichnet ohne mich klar. Meine Leute sind großartig. Ich wäre ja gern unentbehrlich, aber das bin ich nicht.« Susanne lachte. »Und was ist mit Paul, kommt er klar? Du kannst ihn ja keinen Tag alleine lassen, ohne dass er sich beschwert. Ich weiß noch, was er für ein Theater gemacht hat, als wir uns letztes Jahr auf den Weg machen wollten.«

»Er kann nach Paris fahren oder Michael in London besuchen. Es wird bestimmt nicht leicht für ihn, aber ich brauche das, Susanne. Ich muss mich endlich mal wieder eine Weile frei fühlen.«

Es war mittlerweile kein ungewohntes Gefühl mehr, doch sie hätte nicht gedacht, dass sie es jemals laut sagen würde. Aber mit sechzig hatte man ja wohl das Recht, ein bisschen mehr an sich selbst zu denken?

Sonja hatte Maggan gut gekannt, und als sie ihre Freundin vor sieben Jahren mittels ihres Testaments nach Paris geschickt hatte, war ihr vor allem daran gelegen, dass Maggan sich als freie, reife Frau fühlen sollte,...

Erscheint lt. Verlag 8.6.2018
Übersetzer Hanna Granz
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte 2018 • Bestseller • Blaubeeren • Buch 2018 • buch neu • Der Sommer der Sternschnuppen • Die Blütensammlerin • Die Fliederinsel • Frauen • Freundinnen • Freundschaft • Landliebe • Liebe • Mary Kay andrews • Milliardär • Millionär • Neu • Neu 2018 • Neuerscheinung • Neuerscheinungen 2018 • Neuheit • Picknick • Schweden • Sommer • Sommerfrauen • Sommerfreundinnen • Sommernachtsträume • Sonne • Spiegel-Bestsellerautorin • Strand • Strandkorb • Urlaub
ISBN-10 3-8437-1773-7 / 3843717737
ISBN-13 978-3-8437-1773-1 / 9783843717731
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