Neue Mobilitäts- und Migrationsprozesse und sozialräumliche Segregation (eBook)
VI, 256 Seiten
Springer Fachmedien Wiesbaden (Verlag)
978-3-658-18868-9 (ISBN)
Sowohl auf globaler als auch auf lokaler Ebene kennzeichnen ambivalente Entwicklungen zurzeit den Umgang mit den neuen Mobilitäts- und Migrationsprozessen in Deutschland. Die aktuellen restriktiven politischen und rechtlichen Strukturen fördern neue sozialräumliche Segregations-, Diskriminierungs- und Ausgrenzungsprozesse der Geflüchteten. Die lokale Praxis, insbesondere in Form der Maßnahmen des Arbeitsmarkt-, des Bildungs- und des Hilfesystems versucht, diesen Segregationsprozessen entgegen zu treten bzw. Maßnahmen zur Kompensation dieser Tendenzen zu entwickeln. Neben den Segregationstendenzen und den Beiträgen der lokalen Praxis zur Kompensation der sozialräumlichen Segregation der Geflüchteten sind aus politischer, sozialwissenschaftlicher und pädagogischer Sicht die subjektiven Umgangsformen der Geflüchteten mit den strukturellen Barrieren von Interesse. Im vorliegenden Band wird versucht, sich allen vier Ebenen zu nähern.
Dr. Dr. Rauf Ceylan ist Professor für gegenwartsbezogene Islamforschung am Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück.
Dr. Markus Ottersbach ist Professor für Soziologie an der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der Fachhochschule Köln.
Petra Wiedemann arbeitet an der TH Köln am Institut für interkulturelle Bildung und Entwicklung.
Dr. Dr. Rauf Ceylan ist Professor für gegenwartsbezogene Islamforschung am Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück. Dr. Markus Ottersbach ist Professor für Soziologie an der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der Fachhochschule Köln.Petra Wiedemann arbeitet an der TH Köln am Institut für interkulturelle Bildung und Entwicklung.
Inhalt 5
1„Neue Migrationen“ unter sozialräumlicher Perspektive: Herausforderungen und Chancen 7
I Neue Mobilitäts- und Migrationsprozesse als Herausforderung und Chance 11
2 ‚Neue Migrationen‘ und ‚Alte Migrationen‘. Der Wandel der bundesdeutschen Migrationsverhältnisse 12
1 Die Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs und ihre langen migratorischen Folgen 13
2 Die Anwerbung von Arbeitskräften im Ausland 15
3 Ende des ‚Kalten Krieges‘, europäische Integration und Osterweiterung der EU 19
4 Asylzuwanderung und Aufnahme von Schutzsuchenden 22
5 Fazit 33
Literatur 35
3Fluchtmigration nach Europa als Herausforderung und Chance 38
1 Einleitung 38
2 (Flucht-)Zuwanderung in Zahlen 39
3 Globale Herausforderungen: Die Kenntnis von Fluchtgründen und -wegen 41
4 Lokale Herausforderungen: Die prekäre Lebenslage der Flüchtlinge 44
5 Chancen und Vorteile der neuen Zuwanderung für die Aufnahmegesellschaft 48
6 Möglichkeiten und Notwendigkeiten inklusiver Bildung 49
7 Forschungsdesiderata 51
Literatur 51
II Sozialräumliche Segregation auf lokaler Ebene 54
4Rechtliche Rahmenbedingungen der neuen Einwanderungen 55
1 Migration aus beruflichen Gründen 56
2 Regelungen für Drittstaatsangehörige 56
2.1 Aufenthalt zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikation, § 17a AufentG 58
2.2 Zum Zwecke einer Beschäftigung, §§ 18 – 21 AufenthG 59
2.3 Absolvent*innen an deutschen Hochschulen 60
2.4 Beschäftigung – ohne eine qualifizierte Berufsausbildung, § 18 Abs. 3 AufenthG 60
2.5 Migration aus familiären Gründen, §§ 27 ff. AufenthG 61
3 Fluchtmigration 62
3.1 Aufnahme von Ausländern aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen (Kontingentflüchtlinge), §§ 22, 23, 24 AufenthG 62
3.2 Schutzgewährung 63
3.2.1 Beschleunigtes Asylverfahren, § 30a AsylG 63
3.2.2 Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte 64
3.2.3 Regelsätze nach AsylbewerberleistungsG 65
3.2.4 Integrationsgesetz 65
3.2.5 Unzulässiger Asylantrag 65
3.2.6 Wohnsitzzuweisung (§ 12a AufenthG) 66
3.3 Duldung zur Ausbildung (§ 60a AufenthG) – Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zur Beschäftigung, § 18a AufenthG 67
3.3.1 Arbeitsgelegenheiten für Asylsuchende gem. §§ 5, 5a AsylbLG 68
3.3.2 Teilnahme an Integrationskursen 69
3.3.3 Beschäftigungsordnung – Vorrangprüfung 69
4 Fazit 70
Literatur 71
5Wohnungspolitischer Umgang mit den neuen Zuwanderinnen und Zuwanderern und seine möglichen Folgen 72
1 Einleitung 72
2 Allgemeine Informationen und Zahlen zu Migration, Flucht und Asyl in NRW und Köln 73
3 Die Verteilung der Flüchtlinge in NRW und die Herausforderungen für die Umsetzung in den Kommunen am Beispiel Köln 75
4 Die unterschiedlichen Formen der Unterbringung am Beispiel von Köln 77
5 Die Auswirkungen der Unterbringungssituation und die sich ergebenden Erfordernisse 78
6 Die Situation der besonders Schutzbedürftigen 80
7 Partizipation und die Sichtweise der Betroffenen 83
8 Einbindung in den Stadtteil und die Vernetzung 85
9 Die Wohnsitzregelung des Integrationsgesetzes und ihre voraussichtlichen Auswirkungen 86
10 Fazit 87
Literatur 88
6Neue Migrantengruppen und alte Ausgrenzungsmechanismen im Kontext der Etablierten-Außenseiter-Figuration 90
1 Einleitung 90
2 Bunter, älter, weniger … und ärmer – der schwierige Weg der Stadt Duisburg von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsstadt 91
3 Hochfeld – das „unbekannte Marxloh“ 92
4 Neue-Außenseiter und neue Etablierte – Das Beziehungsgeflecht zwischen alten und neuen Zuwanderergruppen 93
5 Fazit und Ausblick 99
Literatur 100
III Der Beitrag der lokalen Praxis zur Kompensation sozialräumlicher Segregation 102
7Kindertageseinrichtungen als Brückenbauer zur Überwindung (flucht-) migrationsspezifischer Segregation?! 103
1 Ausgewählte Charakteristika des Elementarbereichs 103
2 Elementarbereich und (Flucht-)Migration 104
3 Kompensatorische Strategien gegen migrationsspezifische Segregationstendenzen 105
4 Besonderheiten der Fluchtmigration für das pädagogische Handeln im Elementarbereich 108
5 Lokale Praxis: Die „Koffer-Kita“ als Brücke zwischen Erstaufnahmeeinrichtung und institutioneller Kinderbetreuung im Sozialraum 110
6 Abschließende Bemerkungen 112
Literatur 114
8Exklusion durch institutionalisierte Barrieren. Einblicke in die pädagogische Praxis einer sogenannten Vorbereitungsklasse für geflüchtete Kinder und Jugendliche in einem marginalisierten Quartier von Köln 116
1 Einleitung 116
2 Vorbereitungsklassen in einem marginalisierten Quartier von Köln 117
3 Vorbereitungsklassen als Forschungsgegenstand – eine erste ethnographische Annäherung 122
4 Fazit 129
Literatur 130
9Fluchtmigration und berufliche Ausbildung 133
1 Einleitung 133
2 Berufliche Ausbildung für Alle: Ausbildungsmarkt und Zugangs(Chancen) in duale Ausbildung 135
3 Qualifikationen, berufliche Erfahrungen und Orientierungen Geflüchteter 139
3.1 Berufliche Vorbildung und Erfahrungen aus dem Herkunftsland 140
3.2 Hohe Bildungsorientierung und hohe Erwerbsorientierung 141
4 Schulische Vorbildung und Bildungsorientierungen junger Geflüchteter 142
5 Berufliche Ausbildung junger Geflüchteter 144
5.1 Berufliche Ausbildung junger Geflüchteter aus betrieblicher Perspektive 144
5.2 Teilhabe Geflüchteter an (vor)beruflicher Ausbildung 146
6 Ausblick: Zugang in berufliche Ausbildung und Qualifizierungsprozess begleiten 149
Literatur 153
10Qualifikation und Teilhabe geflüchteter Frauen und Männer am Arbeitsmarkt. Eine geschlechterdifferenzierte Betrachtung 157
1 Einleitung 157
2 Geflüchtete Frauen und Männer: eine heterogene Gruppe 158
3 Geflüchtete Frauen und Männer: Basisdaten und Qualifikationsstruktur 159
3.1 Basisdaten 159
3.2 Qualifikationsstruktur 160
4 Werte, Einstellungen und Pläne – Einblicke in die Berichte von Frauen und Männern mit Fluchtgeschichte 166
4.1 Bildungsaspirationen 167
4.2 Erwerbsaspirationen und Zukunftspläne in der Arbeitswelt 169
5 Barrieren für geflüchtete Männer und Frauen bei der Inklusion in den Arbeitsmarkt 172
6 Förderstrukturen und Gelingensbedingungen zur Stärkung der Teilhabe geflüchteter Frauen und Männer am Arbeitsmarkt 180
Literatur 184
11Neue Migrationen als Herausforderung? Marginalisierung als Gegenstand Sozialer Arbeit im Kontext von Migration 186
Einleitung 186
Migration als Handlungsstrategie 188
Marginalisierung als Perspektive der Sozialen Arbeit 192
Fazit und Schlussfolgerungen 196
Literatur 198
IV Der subjektive Umgang der neuen Einwanderinnen und Einwanderer mit den strukturellen Rahmenbedingungen 201
12Postmigrantische Ambivalenzen. Zu migrationsspezifischen Subjektivierungen in spätmodernen Gesellschaften 202
1 Spätmoderne 203
1.1 Freiheit? 204
1.2 Identität! 204
1.3 Bildung 205
1.4 Ambivalenzen 206
2 Subjektivierungen durch Migration? 208
2.1 Subjektivierungen in der Spätmoderne 208
2.2 Migrationsspezifische Subjektivierungen 210
2.2.1 Das Eigene im Fremden im Eigenen 210
2.2.2 Postmigrantische Subjektivierung 211
3 Ambivalente Produktion von Subjektivitäten 213
Literatur 214
13Subjektivierung in Prozessen struktureller Diskriminierung am Beispiel der Fluchtmigration 220
Subjektivierung in Prozessen struktureller Diskriminierung 220
1 Einleitung 220
2 Strukturelle Diskriminierung und Asyldiskurse 223
3 Subjektivierungen 227
3.1 Spannungsfelder zerrissener Identitäten und umkämpfter Subjekte 228
3.2 Spannungsfeld disziplinierender Subjektivierung 230
3.3 Handlungsmacht durch Diskursbewusstsein 232
3.4 Handlungsmacht durch Widerstand 234
4 Schlussfolgerung 236
Literatur 237
14Junge Geflüchtete im doppelten Übergang 239
1 Subjektive Orientierungs- und Handlungsprozesse 239
2 Orientierungen und Handlungsstrategien 240
3 Übergänge 241
4 Agency 243
5 Fallbeispiele 244
6 Zusammenfassung und Fazit 250
Literatur 251
Erscheint lt. Verlag | 27.10.2017 |
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Zusatzinfo | VI, 256 S. 12 Abb., 7 Abb. in Farbe. |
Verlagsort | Wiesbaden |
Sprache | deutsch |
Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Soziologie ► Spezielle Soziologien |
Schlagworte | Flucht • Integrationspolitik • Migration • Migrationsprozesse • Sozialräumliche Organisation • Sozialräumliche Organisation • Stadtplanung • Wohnungspolitik |
ISBN-10 | 3-658-18868-5 / 3658188685 |
ISBN-13 | 978-3-658-18868-9 / 9783658188689 |
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