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DEAR AMY - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest (eBook)

Psychothriller

***

eBook Download: EPUB
2017 | 1. Auflage
288 Seiten
Verlagsgruppe Droemer Knaur
978-3-426-43851-0 (ISBN)
Systemvoraussetzungen
6,99 inkl. MwSt
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Die Opfer: 15 Jahre jung und verschwunden, für immer Der Täter: zu allem fähig und niemals zufrieden Die Erzählerin: psychisch labil und höchst unzuverlässig ... Die Lehrerin Margot Lewis ist extrem beunruhigt, als ein 15-jähriges Mädchen aus ihrer Klasse verschwindet. Sie ist überzeugt, dass Katie entführt wurde, auch wenn die Polizei dafür noch keinerlei Beweise hat. Dann erhält Margot, die nebenbei die Ratgeber-Kolumne 'Dear Amy' führt, einen unheimlichen Brief: Darin fleht ein Mädchen um Hilfe, das vor 15 Jahren spurlos verschwand. Ein Graphologe bestätigt die Echtheit des Briefes - und dass er nagelneu ist. Margot, deren Gemütszustand sich rapide verschlechtert, verbeißt sich regelrecht in die Fälle, will unbedingt helfen. Doch was verschweigt sie selbst? Beklemmende Psycho-Spannung um zwei Entführungsopfer - ein packender Thriller, der in England sofort die Bestsellerlisten stürmte. »Ein Wirbelwind von einem Psychothriller!« Daily Mail

Helen Callaghan wurde als Tochter britischer Eltern in Los Angeles geboren. Sie betreute jahrelang das Belletristik-Sortiment großer Buchhandlungen - bis sie sich entschloss, ihr Archäologiestudium in Cambridge abzuschließen, wo sie heute lebt. Nebenher folgt sie ihrer wahren Berufung: 'Ich schreibe, wann immer man mich kurz aus den Augen lässt!' Helen Callaghans Debüt 'Dear Amy' stürmte in Großbritannien sofort die Bestsellerlisten.

Helen Callaghan wurde als Tochter britischer Eltern in Los Angeles geboren. Sie betreute jahrelang das Belletristik-Sortiment großer Buchhandlungen - bis sie sich entschloss, ihr Archäologiestudium in Cambridge abzuschließen, wo sie heute lebt. Nebenher folgt sie ihrer wahren Berufung: "Ich schreibe, wann immer man mich kurz aus den Augen lässt!" Helen Callaghans Debüt "Dear Amy" stürmte in Großbritannien sofort die Bestsellerlisten.

Prolog


Katie Browne packt ihre Sachen.

Tränenblind greift sie unters Bett nach dem blauen Rucksack und stopft ihn hastig mit Klamotten und Kosmetika voll.

Sie packt wild durcheinander, aber das ist egal. Die einzelnen Sachen – die graugrünen Leggings, der zum Bersten gefüllte Union-Jack-Make-up-Beutel oder das goldbestickte braune Jersey-Top, in dem sie sich so elegant und erwachsen fühlt – sind gar nicht so wichtig. Hauptsache, sie packt!

Diesmal haut sie wirklich ab. Und zwar für immer. Denn sie hat die Nase voll!

Der Regen prasselt immer heftiger gegen das Fenster ihres kleinen Zimmers, als wollte er sie drängen, es sich doch noch mal zu überlegen.

Katie durchwühlt die Schublade mit der Unterwäsche, schnappt sich ein paar Slips und wirft ein paar knallbunte BHs dazu. Vom Wohnzimmer unten hört sie die verhassten Lachkonserven aus dem Fernseher. Sie haben die Lautstärke hochgedreht, aber Katie bekommt trotzdem mit, wie sie heimlich flüstern. Bestimmt redet ihre Mutter gerade mit diesem Vollidioten Brian über sie. Als ob der überhaupt ein Recht auf eine Meinung hätte.

Als ob der ihr Vater wäre!

Sie wirft sich aufs Bett und zieht die glänzenden rotbraunen Stiefeletten an, die ihr richtiger Vater ihr vor einem Monat gekauft hat. (Na gut, er hat sie ihr nicht direkt gekauft, sondern per E-Mail einen Geburtstagsgutschein geschickt, aber trotzdem.)

Als Katie sich den Rucksack über die Schulter schwingt, stolpert sie fast über ihre Sporttasche mit den feuchten Badesachen. Nun hält sie doch kurz inne.

Nein, sie will nicht hierbleiben. Auf gar keinen Fall! So braucht sie sich in ihrem eigenen Zuhause nicht behandeln zu lassen, auch wenn es inzwischen auch Brians Zuhause ist.

Brian, dieser fette, tätowierte Sack, der faul auf dem Sofa thront wie ein Billig-Buddha für Assis, den Arm lässig um ihre Mutter gelegt und immer die Fernbedienung in der Pfote. Brian, der glaubt, ihr vorschreiben zu dürfen, was sie anzieht, wo sie hingeht und wie lange sie abends wegbleiben darf.

Und ihre Mutter sitzt einfach nur daneben und lässt ihn machen. »Er arbeitet doch so hart, Schätzchen, kannst du ihm nicht etwas mehr Respekt entgegenbringen?«

Brian kann sie mal sonst wo!

Sie will zu ihrem Vater. Ihrem richtigen Vater!

Als Katie die Treppe herunterstürmt, stopft sie sich wütend die Kopfhörer in die Ohren, aber sie bekommt trotzdem mit, wie ihre Mutter durch die geschlossene Wohnzimmertür kreischt: »Was fällt dir ein, jetzt noch wegzugehen?« Doch Katie knallt einfach die Haustür zu und läuft schnell die Straße hinunter.

Draußen herrscht richtiges Sauwetter. Oktober in Cambridge; die lauen Spätsommerabende sind von rabenschwarzen Regennächten verdrängt worden. Der kalte Wind peitscht Katie die Tropfen ins Gesicht, zerrt an ihrem Haar und beißt ihr in die Fingerspitzen. Sie zieht die Kapuze hoch und tippt auf ihrem Handy herum, bis der glockenhelle Gesang von Taylor Swift aus ihren Kopfhörern tönt.

Sie eilt die Straße entlang, das düstere Laubdach der Bäume über sich. An der Ecke biegt sie auf den Elizabeth Way, wo der Verkehr pausenlos an ihr vorbeirauscht.

Plötzlich wird Taylor Swift von einem Klingelton abgelöst; eine lustige Männerstimme warnt ACHTUNG, ACHTUNG, DEINE MUTTER RUFT AN!

Katie wischt den Anruf weg und beginnt, schneller zu laufen. Sie hastet jetzt über die Brücke; unten windet sich der Cam entlang. Der Regen zersprengt die grelle Straßenbeleuchtung, die sich in den kalten, düsteren Fluten spiegelt, in eine Myriade von Funken.

Katie fröstelt bei der Vorstellung, im Fluss zu schwimmen, inmitten von Fischen und Schlingpflanzen über dem schlammigen Grund, der mit Flaschenscherben und verrosteten Fahrrädern zugemüllt ist. Sie quält sich mit der Horrorvision, dass ihr bleicher Fuß sich in scharfkantigen Speichen verfängt; dünne Blutschleier steigen aus der Wunde zur Oberfläche hoch, aber Katie steckt fest und kriegt keine Luft mehr.

Sie verscheucht den Alptraum mit einem Kopfschütteln und kehrt in die Realität zurück, zu ihren Absätzen, die auf dem regennassen Asphalt klackern, und zu den Scheinwerfern der Autos, die mit zischenden Wasserfontänen rechts an ihr vorbeirasen. Manchmal kommen ihr so grauenhafte Gedanken; sie hat keine Ahnung, warum.

Als ich noch klein war, war das nie so, geht es ihr durch den Kopf. Damals machte es ihr nichts aus, wenn Brian ihr etwas vorschrieb, und sie stritt sich auch nie mit ihrer Mutter, so wie jetzt. Damals war sie einfach nur Katie, die gern schwimmen und laufen ging und bei Wettkämpfen mitmachte.

Damals war noch alles in Ordnung. Aber jetzt nicht mehr. Jetzt ist alles nur noch verwirrend, sie ist ständig wütend und regt sich über jede Kleinigkeit auf.

»Das liegt an deinem Alter, Kindchen«, sagte Brian, als sie einmal den Fehler beging, ihm davon zu erzählen. »Da kannst du gar nichts machen. Nur abwarten, dass es vorbeigeht.«

Katie ballt die Faust in der Tasche. Schon wieder vibriert das Handy. Als sie es herausnimmt und über Anruf abweisen wischt, hält ein Auto fast direkt neben ihr; die roten Rücklichter glimmen wie glühende Kohlen im Regen.

Als Katie an dem Auto vorbeigeht, öffnet sich die Beifahrertür. Am Steuer sitzt ein älterer Mann mit Baseballkappe. Er neigt sich zu Katie herüber, hält ihr die Tür auf; sein Arm ist ganz sehnig. Er lächelt sie an und zeigt dabei alle Zähne, fast so, als täte ihm etwas weh.

Sie hat diesen Mann noch nie zuvor gesehen. Also wirft sie ihm einen finsteren Blick zu und weicht zurück, um weiterzugehen.

»Katie Browne? Bist du das?« Er muss fast schreien, denn der Regen prasselt immer lauter.

Blinzelnd nimmt sie die Kopfhörer aus den Ohren; sie verheddern sich in ihrem nassen Haar. »Ja. Woher kennen Sie mich?«

Ihre Antwort klingt unfreundlich; er zuckt zusammen, als wäre er beleidigt.

»Du warst doch früher immer im Jugendclub in Hartington Grove! Ich war dort Busfahrer, erinnerst du dich nicht?«

Nein, sie erinnert sich nicht. Sie war schon seit ungefähr zwei Jahren nicht mehr in diesem Jugendclub, denn seit sie auf der St Hilda’s Academy ist und regelmäßig schwimmen geht, fehlt ihr dafür die Zeit.

Sie schüttelt den Kopf.

»Nein? Aber ich erinnere mich an dich!« Er kichert mit hoher Stimme, keucht fast. »Hör mal, du bist ja völlig durchnässt. Soll ich dich mitnehmen?«

Katie überlegt kurz. Der Mann scheint sie tatsächlich zu kennen, und wenn er mit dem Jugendclub zu tun hat, ist er wahrscheinlich vertrauenswürdig. Inzwischen gießt es wie aus Kübeln, die Regentropfen trommeln mit voller Wucht auf das Auto, den Asphalt und das Brückengeländer. Im Auto des Mannes sieht es warm und trocken aus.

Aber eigentlich kann er sie mit der Kapuze über dem Kopf unmöglich erkannt haben. Oder hat er im Rückspiegel ihr Gesicht gesehen und dann gewendet? Aber das kann eigentlich auch nicht sein. Seltsam, dass sie sich gar nicht an ihn erinnert, er sie jedoch im Dunkeln trotz Kapuze im strömenden Regen wiedererkannt hat.

Je länger Katie darüber nachdenkt, desto eigenartiger erscheint ihr das Ganze. Deshalb beschließt sie, auf keinen Fall zu dem Mann ins Auto zu steigen, egal, wie unfreundlich das wirken oder wie mies er sich dann fühlen mag.

»Vielen Dank«, sagt sie höflich. »Ich will nur zu der Treppe dort drüben.« Sie zeigt zum anderen Ende der Brücke, Richtung Kreisverkehr. »Mein Vater wartet auf mich«, fügt sie noch hastig hinzu und ist ganz verblüfft darüber, dass sie sich überhaupt so rechtfertigt und dass ihre Stimme zittert. Der Mann merkt bestimmt, dass sie Angst hat. »Ich würde nur Ihr Auto nass machen.«

In seinem Gesicht zuckt es kurz, aber dann ist das Lächeln wieder da. »Na gut, wie du meinst, Kleine. Sieh zu, dass du bald aus dem Regen rauskommst!«

Er winkt freundlich, dann schlägt er die Autotür zu. Und schon ist er weitergefahren, ohne sich noch einmal umzusehen.

Katie ist ungeheuer erleichtert. Einen Moment lang überlegt sie sogar, ihre Flucht aufzugeben, nach Hause zurückzulaufen, in ihr Zimmer hochzuschleichen und sich dem Donnerwetter zu stellen, das sie dann erwartet.

Aber sie hat die Brücke jetzt zu einem Großteil überquert, der Kreisverkehr ist schon viel näher. Nein, sie macht lieber das, was sie eben zu dem Mann gesagt hat: schnell die Treppe hinunter zur Abbey Road laufen und dann ihren Vater anrufen, damit er sie abholt.

Als sie weiter Richtung Treppe hastet, fällt ihr ein, dass sie ihren Vater ja jetzt schon anrufen könnte. Sie tippt seinen Namen; ihr Mantel mitsamt Kapuze ist inzwischen klatschnass. Schon nach zwei Freizeichen wird sie zum Anrufbeantworter weitergeleitet, zu einem fröhlichen, unpersönlichen Begrüßungsspruch.

Katie ahnt, dass ihr Vater ihren Anruf absichtlich umgeleitet hat, so wie er es mit den Anrufen ihrer Mutter macht, aber sie will es sich nicht eingestehen. Genauso wenig würde sie zugeben, dass sie ihn bisher nur deshalb nicht angerufen hat, weil er sie dann garantiert wieder zu ihrer Mutter zurückschicken würde.

Katie steigt die nach Pisse stinkende Fußgängertreppe hinunter. Sie versucht vergeblich, ihre riesige Enttäuschung zu verdrängen. Andauernd sagt ihr Vater, dass er immer für sie da ist. Aber wenn sie ihn dann wirklich mal braucht, damit er sie zum Beispiel bei einem Schwimmwettkampf anfeuert oder Brian die Meinung geigt oder sie im strömenden Regen mit dem...

Erscheint lt. Verlag 6.1.2017
Übersetzer Heike Reissig
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte alter Fall • Bethan Avery • Briefe • Briefe einer Toten • Cambridge • Domestic Noir • Entführung • Entführungsopfer • Katie Browne • Kolumne • Kummerkasten • Lehrerin • Margot Lewis • Martin Forrester • Premium Crime • psychisch labil • Psycho-Spannung • Psychothriller • Psychothriller bücher • Psychothriller England • Psychothriller Romane • Schülerin • Thriller Autorinnen • thriller entführung • Unzuverlässiger Erzähler • verschwundenes Mädchen
ISBN-10 3-426-43851-8 / 3426438518
ISBN-13 978-3-426-43851-0 / 9783426438510
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