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Hochzeit kommt vor dem Fall (eBook)

Eine Liebesgeschichte mit detektivischen Unterbrechungen. Kriminalroman
eBook Download: EPUB
2016 | 1. Auflage
384 Seiten
Rowohlt Verlag GmbH
978-3-644-21901-4 (ISBN)
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Eine Liebesgeschichte mit detektivischen Unterbrechungen Endlich ist es so weit: Amateurdetektiv Lord Peter Wimsey und Krimiautorin Harriet Vane geben sich in der St.-Cross-Kirche zu Oxford das Jawort! Zurückgezogen in einer abgelegenen romantischen Villa in den Bergen, die Lord Peter kurzerhand für Harriet gekauft hat, wollen sie die Flitterwochen verbringen. Doch Beschaulichkeit stellt sich gar nicht erst ein: Als sie dort ankommen, ist niemand zur Schlüsselübergabe da, und der ehemalige Besitzer William Noakes scheint spurlos verschwunden. Ständig tauchen Gläubiger auf, die von dem alten Noakes ihr Geld zurückfordern. Dann findet ihn Lord Peters Butler: erschlagen am Fuß der Kellertreppe. Lord Peter und Harriet machen sich an die Ermittlungen - den Start ins Eheleben haben sie sich anders vorgestellt ...

Dorothy L. Sayers, 1893 - 1957, legte als eine der ersten Frauen an der Universität ihres Geburtsortes Oxford ihr Examen ab. Mit ihren mehr als zwanzig Detektivromanen schrieb sie Literaturgeschichte, und sie gehört neben Agatha Christie und P.D. James zur Trias der großen englischen «Ladies of Crime». Sie führte die Figur des eleganten, finanziell unabhängigen Lord Peter Wimsey ein, der aus moralischen Motiven Verbrechen aufklärt. Dieser äußerst scharfsinnige Amateurdetektiv avancierte zu einem der populärsten Krimihelden des Jahrhunderts. 

Dorothy L. Sayers, 1893 - 1957, legte als eine der ersten Frauen an der Universität ihres Geburtsortes Oxford ihr Examen ab. Mit ihren mehr als zwanzig Detektivromanen schrieb sie Literaturgeschichte, und sie gehört neben Agatha Christie und P.D. James zur Trias der großen englischen «Ladies of Crime». Sie führte die Figur des eleganten, finanziell unabhängigen Lord Peter Wimsey ein, der aus moralischen Motiven Verbrechen aufklärt. Dieser äußerst scharfsinnige Amateurdetektiv avancierte zu einem der populärsten Krimihelden des Jahrhunderts.  Otto Bayer (1937-2018) übersetzte zahlreiche Autoren und Autorinnen, u.a. Patricia Highsmith und Agatha Christie. Für seine Neuübersetzung der kompletten Werke von Dorothy L. Sayers wurde er mit dem Literaturpreis der Stadt Stuttgart geehrt, damit war er der erste Übersetzer der auf dem Gebiet der Unterhaltungsliteratur einen Preis erhielt.

Auszüge aus dem Tagebuch der Honoria Lucasta, Herzoginwitwe von Denver


20. Mai. – Peter rief heute morgen an, furchtbar aufgeregt, der Ärmste, um mir zu sagen, daß er und Harriet wirklich und wahrhaftig verlobt sind und das alberne Außenministerium ihn nach dem Frühstück gleich wieder schnurstracks nach Rom geschickt hat – sieht denen ähnlich, man sollte meinen, sie tun es mit Absicht. Vor lauter Empörung und Glück redete er vollkommen durcheinander. Legt allergrößten Wert darauf, daß ich mich mit Harriet in Verbindung setze und ihr zu verstehen gebe, daß sie willkommen ist – das arme Kind, es muß hart für sie sein, hier alleingelassen zu werden und sich mit uns abgeben zu müssen, wo sie doch weder mit sich selbst noch mit irgend etwas anderem so ganz im reinen sein kann. Habe ihr nach Oxford geschrieben und ihr so klargemacht wie möglich, wie sehr es mich freut, daß sie Peter so glücklich macht, und sie gefragt, wann sie mal in London sein wird, damit ich sie besuchen kann. Lieber Peter! Ich hoffe und bete, daß sie ihn wirklich so liebt, wie er es braucht; ich werde es auf den ersten Blick sehen, wenn ich sie vor mir habe.

 

21. Mai. – Las gerade nach dem Tee in Die Sterne blicken herab (Anm. sehr deprimierend und gar nicht das, was ich vom Titel erwartet hatte – muß wohl ein Weihnachtslied im Sinn gehabt haben, erinnere mich aber jetzt, daß es etwas mit dem Heiligen Grab zu tun hat – muß Peter fragen und mich vergewissern), als Emily plötzlich «Miss Vane» melden kam. War so überrascht und erfreut, daß ich aufsprang und Ahasverus ganz vergaß, der auf meinem Schoß schlief und furchtbar beleidigt war. Ich sagte: «Meine Liebe, wie schön von Ihnen, daß Sie kommen» – sie sah so anders aus, daß ich sie gar nicht erkannt hätte – aber es ist ja auch schon fünfeinhalb Jahre her, und auf der Anklagebank in diesem tristen Old Bailey sieht sicher niemand besonders gut aus. Sie kam geradewegs auf mich zu, fast als ob sie vor ein Erschießungskommando träte, und sagte mit dieser merkwürdig tiefen Stimme, die sie hat, ganz ohne Umschweife: «Ihr Brief war so freundlich – ich wußte nicht recht, wie ich darauf antworten sollte, da hielt ich es für besser, gleich herzukommen. Sind Sie auch wirklich nicht allzu böse wegen Peter und mir? Ich habe ihn nämlich ganz furchtbar lieb, und daran kann man einfach nichts machen.» Worauf ich sagte: «Oh, dann haben Sie ihn nur weiter lieb, weil er es sich doch so sehr wünscht, und er ist mir von meinen Kindern eigentlich am liebsten, obwohl es sich für Eltern ja nicht gehört, so etwas zu sagen – aber jetzt darf ich es Ihnen sagen, und ich bin froh darüber.» Daraufhin gab ich ihr einen Kuß, und Ahasverus wurde so wütend, daß er ihr seine sämtlichen Krallen kräftig in die Waden schlug, so daß ich mich entschuldigen mußte und ihm einen Klaps gab, und dann haben wir uns beide aufs Sofa gesetzt, und sie sagte: «Wissen Sie, ich habe mir auf dem ganzen Weg von Oxford bis hier gesagt: ‹Wenn ich ihr nur ins Gesicht sehen kann und alles in Ordnung ist, dann habe ich endlich jemanden, mit dem ich über Peter reden kann.› Das hat mich als einziges davon abgehalten, auf halbem Wege wieder umzukehren.» Armes Kind, mehr wollte sie wirklich nicht – sie war noch ganz benommen, denn anscheinend ist das alles ziemlich spät am Sonntagabend passiert; dann haben sie die halbe Nacht in einem Puntkahn gesessen und sich wie verrückt geküßt, die armen Dinger, und dann mußte er fort und konnte überhaupt nichts mehr in die Wege leiten, und wenn sie nicht seinen Siegelring gehabt hätte, den er ihr noch rasch im letzten Moment an den Finger gesteckt hatte, wäre ihr alles vorgekommen wie ein Traum. Und nachdem sie ihm die ganzen Jahre widerstanden hatte, schien sie jetzt völlig kapituliert zu haben, wie wenn man in einen Brunnen stürzt, und wußte nun anscheinend nichts mit sich anzufangen. Sie sagte, sie könne sich nicht erinnern, seit ihrer Kindheit je so restlos und zum Zerspringen glücklich gewesen zu sein, und nun fühle sie sich innerlich ganz leer. Auf Nachfrage bekam ich heraus, daß sie im wahrsten Sinne des Wortes innen leer sein mußte, denn soweit ich feststellen konnte, hatte sie seit Sonntag weder etwas gegessen noch nennenswert geschlafen. Ich schickte Emily nach Sherry und Keksen und überredete sie – ich meine H. –, zum Abendessen dazubleiben. Wir redeten über Peter, bis ich ihn förmlich sagen hörte: «Aber Mutter, du feierst ja regelrechte Orgien» (oder schreibt man das Orgyen?) … H. entdeckte Peters Foto, das von David Bellezzi, das er nicht leiden kann, und ich fragte sie, was sie davon halte. Sie sagte: «Hm, das ist ein recht netter englischer Gentleman, aber weder der Wahnsinnige noch der Liebhaber, noch der Poet, finden Sie nicht?» Bin ganz ihrer Meinung. (Weiß gar nicht, warum ich das Ding noch aufbewahre, höchstens David zuliebe.) Holte das Familienalbum. Gott sei Dank fing sie nicht gleich an, über Peterchen mit strampelnden Beinen auf dem Teppich zu glucken – kann mütterliche junge Frauen nicht ausstehen, obwohl Peter wirklich ein sehr drolliges Kind war mit seinen widerspenstigen Haaren, die er aber jetzt ganz gut im Griff hat, warum also die Vergangenheit wieder aufrühren? Sie stürzte sich gleich auf die beiden Bilder, denen Peter die Titel «Tunichtgut» und «Der verlorene Akkord» gegeben hat, und sagte: «Die hat jemand aufgenommen, der Peter kennt – war es Bunter?» – was mir wie Hellseherei vorkam. Dann gestand sie mir, daß sie Bunters wegen ein furchtbar schlechtes Gewissen habe und seine Gefühle nicht zu sehr zu verletzen hoffe, denn wenn er kündige, werde es Peter das Herz brechen. Ich sagte ihr ganz offen, das komme ausschließlich auf sie selbst an, und Bunter würde bestimmt niemals von selbst gehen, wenn man ihn nicht geradezu fortdrängte. H. sagte: «Aber Sie werden doch nicht glauben, daß ich so etwas täte. Gerade das ist es ja. Ich möchte nicht, daß Peter irgend etwas verliert.» Sie sah ganz verzweifelt aus, und wir weinten ein bißchen zusammen, bis es uns plötzlich ziemlich komisch vorkam, daß wir beide dasaßen und Tränen um Bunter vergossen, der über die Maßen schockiert gewesen wäre, wenn er es gewußt hätte. Also faßten wir wieder Mut, und ich schenkte ihr die Fotos und fragte, was sie für Pläne hätten, falls sie so weit überhaupt schon gekommen seien. Sie sagte, Peter wisse nicht, wann er zurückkomme, aber sie finde, sie sollte ihr augenblickliches Buch lieber schnell zu Ende schreiben, um zu gegebener Zeit damit fertig zu sein und genug Geld für Kleider zu haben. Sie fragte, ob ich ihr den richtigen Schneider empfehlen könne – sie zeigt sich sehr verständig und ist bereit, für wirklich inspirierte Kleidung Geld auszugeben, aber ich muß mit meinen Ratschlägen vorsichtig sein, weil ich keine Ahnung habe, wieviel man mit Bücherschreiben verdient. Wie dumm und unwissend von mir – ich darf doch um keinen Preis ihren Stolz verletzen … Alles in allem ein rundum erfreulicher Abend. Habe vor dem Zubettgehen ein langes, begeistertes Telegramm an Peter geschickt. Hoffentlich ist es in Rom nicht zu schwül und heiß, denn Hitze bekommt ihm nicht.

 

24. Mai. – Harriet zum Tee. Helen kam dazu – sehr ungezogen und kratzig, als ich ihr Harriet vorstellte. Sagte: «Ach, wirklich? Und wo steckt Peter? Wieder ins Ausland durchgebrannt? Wie dumm und unverantwortlich von ihm!» Dann hechelte sie die ganze Bekanntschaft hier und zu Hause durch und fragte immer wieder dazwischen: «Kennen Sie die So-und-so’s, Miss Vane? Nein? Das sind sehr alte Freunde von Peter. – Gehen Sie zur Jagd, Miss Vane? Nein? Wie schade! Hoffentlich hat Peter nicht vor, es aufzugeben. Es tut ihm so gut, wenn er an die Luft kommt.» Harriet antwortete auf alles sehr vernünftig mit «Nein» und «Gewiß», ohne irgendwelche Erklärungen oder Entschuldigungen vorzubringen, die ja immer gefährlich sind (guter Disraeli!). Ich fragte Harriet, wie sie mit ihrem Buch vorankomme und ob Peters Ratschläge ihr geholfen hätten. Helen meinte: «Ach richtig, Sie schreiben ja» – als ob sie noch nie von ihr gehört hätte, und dann fragte sie, wie das Buch heißen werde, damit sie es sich in der Bibliothek ausleihen könne. Harriet sagte todernst: «Das ist sehr freundlich von Ihnen, aber erlauben Sie mir, Ihnen eines zu schicken – ich bekomme nämlich sechs Freiexemplare.» Erstes Anzeichen von Verärgerung, aber ich kann es ihr nicht verdenken. Habe mich für Helen entschuldigt, nachdem sie fort war, und gesagt, ich sei froh, daß mein zweiter Sohn aus Liebe heiratet. Ich fürchte, mein Wortschatz ist und bleibt hoffnungslos altmodisch, trotz ausgewählter Lektüre. (Darf nicht vergessen, Franklin zu fragen, was ich mit Die Sterne blicken herab gemacht habe.)

 

1. Juni. – Brief von Peter, der vorhat, ab Oktober das Haus der Belchesters am Audley Square zu nehmen und einzurichten. H. Gott sei Dank bereit, alter Eleganz den Vorzug vor Chromröhren zu geben. H. erschrocken über Größe des Hauses, aber erleichtert, daß ihr nicht zugemutet wird, «ein Zuhause für Peter» zu schaffen. Habe ihr erklärt, daß es seine Sache ist, ein Zuhause daraus zu machen und seine Braut hineinzuführen – ein Privileg, das heutzutage nur noch für Aristokraten und Pfarrer zu gelten scheint, die sich ihre Pfarrhäuser ja selten aussuchen können, die armen Kerle, und dann sind sie...

Erscheint lt. Verlag 22.7.2016
Reihe/Serie Ein Fall für Lord Peter Wimsey
Ein Fall für Lord Peter Wimsey
Übersetzer Otto Bayer
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Krimi / Thriller / Horror Krimi / Thriller
Schlagworte Adel • Agatha Christie • Aristokratie • Britischer Humor • Cosy Crime • detektivroman • Dorfleben • England • Englische Literatur • Flitterwochen • Harriet Vane • Klassiker • Kriminalroman • Kriminalschriftstellerin • Landhaus • Leiche • Lord Peter Wimsey • Schulden • Schuld und Sühne
ISBN-10 3-644-21901-X / 364421901X
ISBN-13 978-3-644-21901-4 / 9783644219014
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