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Persönliche Assistenz und Lebensqualität bei körperlicher Behinderung: Herausforderungen und Schwierigkeiten - Jasmina Hackl

Persönliche Assistenz und Lebensqualität bei körperlicher Behinderung: Herausforderungen und Schwierigkeiten

(Autor)

Buch | Softcover
108 Seiten
2014
Diplomica Verlag
978-3-95850-599-5 (ISBN)
39,99 inkl. MwSt
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...gebraucht verfügbar!

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Persönlicher Assistenz und Lebensqualität bei körperlicher Behinderung. Ziel ist es, neben den Erfahrungen, welche körperbehinderte Menschen mit Persönlicher Assistenz machen, vor allem die sich dabei ergebenden Herausforderungen und Schwierigkeiten zu verdeutlichen. Theoretischer Bezugsrahmen dabei ist die Lebensqualitätsforschung mit ihren unterschiedlichen Ansätzen, wobei - dem Thema entsprechend - insbesondere auf die Lebensqualität bei Behinderung eingegangen wird.
Methodisch behandelt die Arbeit acht problemzentrierte Interviews, die mittels zusammenfassender Inhaltsanalyse ausgewertet wurden. Es wird verdeutlicht, dass die Lebensqualität bei den körperlich behinderten Menschen, die an dieser Untersuchung teilnahmen, sehr stark mit Selbstbestimmung assoziiert wird. Auch Freizeit und das Leben in den eigenen vier Wänden gehören für die interviewten Personen zur Lebensqualität. Als größte Herausforderungen stellen sich die Personalsuche, Konfliktlösungen mit den AssistentInnen und der Umgang mit den Behörden dar. Ob und inwiefern sich - trotz zum Teil negativen Erfahrungen und immer wieder auftretenden Konflikten - die Lebensqualität der Betroffenen durch Persönliche Assistenz im Vergleich zur vorherigen Wohnform verbessert, soll im Laufe dieser Arbeit geklärt werden.

Textprobe:
Kapitel 2, Theoretische Grundposition - Lebensqualität:
Der wissenschaftliche, somit theoretische Hintergrund, der für diese Masterarbeit leitend ist, ist das Konzept Lebensqualität.
Körperbehinderte Menschen befinden sich in einem Abhängigkeitsverhältnis, das durch Hilfe- und Pflegebedarf bestimmt ist, wodurch sich die subjektive Lebensqualität verändert. Je höher der Grad der Hilfebedürftigkeit ist, desto stärker sinken Gesundheits- und Lebenszufriedenheit ab (Weick, 2006, S. 14, zitiert in Oberholzer, 2013, S. 146). Es zeigt sich jedoch, dass sowohl positive sowie negative Lebensereignisse nur zu kurzfristigen Zufriedenheitsveränderungen führen. In diesem Zusammenhang spricht man vom Zufriedenheitsparadoxon. Wenn man die Lebensqualität von körperbehinderten Menschen erfassen möchte, muss davon ausgegangen werden, dass diese nicht schlechter bewertet werden muss als von körperlich gesunden Menschen. Schwierige Lebensumstände müssen nicht notwendigerweise zu einer schlechteren Bewertung des subjektiven Wohlbefindens bzw. der Lebenszufriedenheit führen. Das körperliche Funktionsvermögen ist zwar wichtig, jedoch nicht alleinige Komponente der Lebensqualität (vgl. Fröhlich et. al, 2010, S. 37). Wenn Behinderte scheinbar paradox behaupten, sie seien nicht behindert, dann bezweifeln sie im Allgemeinen nicht das Vorliegen einer Schädigung sie können tatsächlich nicht hören, nicht gehen, haben Sprachstörungen. Sie bestreiten vielmehr, dass damit eine Einschränkung ihrer relevanten Handlungsmöglichkeiten bzw. eine Einschränkung ihrer Lebensqualität vorliegt (Schramme, 2003, S. 180).
Menschen mit einer erheblichen körperlichen Behinderung erkennen häufig neue Sinn- und Wertvorstellungen, insbesondere in den Beziehungen zu anderen Menschen, den Erwartungen an das Leben und den neugewonnenen Fähigkeiten, Prioritäten zu setzen und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden (vgl. Fröhlich et. al, 2010, S. 37).
Menschen mit Behinderungen sind aufgrund ihrer Einschränkung auf permanente Kompensation bzw. Hilfsmittel angewiesen. So benötigen Querschnittsgelähmte einen Rollstuhl, um sich fortbewegen zu können. Darüber hinaus brauchen körperbehinderte Menschen Unterstützung im Lebensalltag welche sie durch Persönliche Assistenz bekommen können. Die konkreten Lebensumstände spielen demnach eine gewichtige Rolle bei der Frage, wie ein Zustand zu beurteilen ist (Schramme, 2003, S. 183).
2.1, Begriffliche Dimensionen und Konzepte:
Die Anzahl der Zugänge zur Lebensqualität sind so vielfältig wie die individuellen Bedeutungen, der Menschen ihrer persönlichen Lebensqualität zuschreiben. Innerhalb von verschiedenen Kulturkreisen sowie je nach persönlicher Einstellung variiert die Lebensqualität, wodurch auch Schwierigkeiten bei der Messung auftreten. Einige Konzepte gehen davon aus, dass Lebensqualität nur für einen einzelnen Menschen wirklich beschreibbar sei und damit zwischen verschiedenen Menschen nicht wirklich vergleichbar. Inzwischen besteht jedoch gute Evidenz dafür, dass unter der Voraussetzung gleicher Messinstrumente, auch etwas so subjektiv Empfundenes wie Lebensqualität zwischen unterschiedlichen Personen verglichen werden kann (Pöllmann et. al, 2004, S. 154). Im Folgenden sollen verschiedene Ansätze und Definitionen erläutert werden.
Lebensqualität ist ein Begriff den man meint im Alltag leicht erklären zu können, allerdings wird der Begriff oft synonym mit Glück, Wohlbefinden und Zufriedenheit verwendet, was es schwierig macht, Lebensqualität zu definieren und abzugrenzen. Die Forschung zur Lebensqualität ist interdisziplinär angelegt und hat in den vergangenen Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. In vielen Bereichen der Medizin wird insbesondere die gesundheitsbezogene Lebensqualität herangezogen, um den Erfolg von Behandlungen zu evaluieren, während es in den Sozialwissenschaften vor allem um die subjektive Wahrnehmung von Lebensqualität geht. Dem

Erscheint lt. Verlag 4.9.2014
Sprache deutsch
Maße 155 x 220 mm
Gewicht 190 g
Themenwelt Sozialwissenschaften Pädagogik Sozialpädagogik
Schlagworte Behinderte • Lebensqualität
ISBN-10 3-95850-599-6 / 3958505996
ISBN-13 978-3-95850-599-5 / 9783958505995
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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