Neue Buchgeschichten
Wege zur Weltliteratur
Seiten
2012
AKV Edition Hamouda (Verlag)
978-3-940075-59-8 (ISBN)
AKV Edition Hamouda (Verlag)
978-3-940075-59-8 (ISBN)
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Wie wir Bücher ordnen, ist aus Sicht der Buchwissenschaft beinahe spannender als sie zu lesen. Ob nach Alter des Autors oder des Buches, in brandschutztechnischer Besorgnis, chronologisch oder diebstahlsichernd, nach Einbandqualität oder Erscheinen, Farbe oder Format, Gewicht, Höhe der IKEA-Regale oder ISBN-System, Jahr oder Jahrhundert, Kanon oder Katalog, nach Leseplänen, mit memnotechnischer Magie, nach Nummerierung, ordentlich preußisch, nach Provenienz, in repräsentativen Reihen, zum Schutz vor Staub, thematisch nach Titelgruppen, ungelesenem Umfang, Verlagen, Wohnungsgröße oder irgendeinem Zufallsprinzip. Solange man Bücher noch sehen, sammeln und anfassen kann, kann und muss man sie auch irgendwie ordnen - genießen wir es. In der Welt der unsichtbaren Bücher bedarf es neuer Wege. Der alte Kanon an großer Literatur steht nicht mehr einfach in den Schränken herum, um vom Abi bis zur Rente zur Lektüre zu mahnen. Und Bücher, die nicht aktiv gesucht werden, drohen vergessen im digitalen Orkus zu versinken. Bei einigen Büchern wäre das schade, sie suchen den Weg in die Köpfe der nachwachsenden Generation. Die neuen Buchgeschichten, wieder verfasst von Leipziger Bachelor-Studenten im KMW-Modul Einführung in die Buchwissenschaft, wollen alle zum Lesen verführen. Sie fangen ein, was eigentlich die spezifische Atmosphäre und Verlockung des Bücherlesens ausmacht, die Zeit zum Lesen feenhaft leichter, aber auch tiefgründig schwerblütiger Texte - wie Bücher eben so sind, ausgezeichnet vor jedem anderen Medium.
Wie wir Bücher ordnen, ist aus Sicht der Buchwissenschaft beinahe spannender als sie zu lesen. Ob nach Alter des Autors oder des Buches, in brandschutztechnischer Besorgnis, chronologisch oder diebstahlsichernd, nach Einbandqualität oder Erscheinen, Farbe oder Format, Gewicht, Höhe der IKEA-Regale oder ISBN-System, Jahr oder Jahrhundert, Kanon oder Katalog, nach Leseplänen, mit memnotechnischer Magie, nach Nummerierung, ordentlich preußisch, nach Provenienz, in repräsentativen Reihen, zum Schutz vor Staub, thematisch nach Titelgruppen, ungelesenem Umfang, Verlagen, Wohnungsgröße oder irgendeinem Zufallsprinzip. Solange man Bücher noch sehen, sammeln und anfassen kann, kann und muss man sie auch irgendwie ordnen – genießen wir es.
In der Welt der unsichtbaren Bücher bedarf es neuer Wege. Der alte Kanon an großer Literatur steht nicht mehr einfach in den Schränken herum, um vom Abi bis zur Rente zur Lektüre zu mahnen. Und Bücher, die nicht aktiv gesucht werden, drohen vergessen im digitalen Orkus zu versinken. Bei einigen Büchern wäre das schade, sie suchen den Weg in die Köpfe der nachwachsenden Generation.
Die neuen Buchgeschichten, wieder verfasst von Leipziger Bachelor-Studenten im KMW-Modul „Einführung in die Buchwissenschaft“, wollen alle zum Lesen verführen. Sie fangen ein, was eigentlich die spezifische Atmosphäre und Verlockung des Bücherlesens ausmacht, die „Zeit zum Lesen“ feenhaft leichter, aber auch tiefgründig schwerblütiger Texte- wie Bücher eben so sind, ausgezeichnet vor jedem anderen Medium. Sie behandeln unter dem Motto „Zurück zum Buch“ nicht dessen omnipräsente Derivate in Film und Fernsehen, sondern das Original, die Geschichte seiner Verbreitung, den ursprünglichen Kern der Sache. Einen Schwerpunkt bilden die „Inselbücher“. Das ist hier ganz wörtlich gemeint und hat nichts mit der berühmtesten Buchreihe Anton Kippenbergs zu tun, die vor hundert Jahren in Leipzig gegründet wurde, sondern, angefangen bei Gulliver und Robinson, mit den Inseln der Literatur, wozu besonders die grüne Insel Irland zu rechnen ist. Die „Vagabunden“ widmen sich der Autorenerfahrung literarischer Weltenbummler, ihrer Not, ihrer Kraft, ihrem Charme, ihrer schillernden Mehrdeutigkeit – was es eben braucht, um ein großes, begeisterndes Buch zu schreiben.
Aristoteles und Zola sind immer noch nicht dabei, das heißt: Fortsetzung folgt.
Siegfried Lokatis
Wie wir Bücher ordnen, ist aus Sicht der Buchwissenschaft beinahe spannender als sie zu lesen. Ob nach Alter des Autors oder des Buches, in brandschutztechnischer Besorgnis, chronologisch oder diebstahlsichernd, nach Einbandqualität oder Erscheinen, Farbe oder Format, Gewicht, Höhe der IKEA-Regale oder ISBN-System, Jahr oder Jahrhundert, Kanon oder Katalog, nach Leseplänen, mit memnotechnischer Magie, nach Nummerierung, ordentlich preußisch, nach Provenienz, in repräsentativen Reihen, zum Schutz vor Staub, thematisch nach Titelgruppen, ungelesenem Umfang, Verlagen, Wohnungsgröße oder irgendeinem Zufallsprinzip. Solange man Bücher noch sehen, sammeln und anfassen kann, kann und muss man sie auch irgendwie ordnen – genießen wir es.
In der Welt der unsichtbaren Bücher bedarf es neuer Wege. Der alte Kanon an großer Literatur steht nicht mehr einfach in den Schränken herum, um vom Abi bis zur Rente zur Lektüre zu mahnen. Und Bücher, die nicht aktiv gesucht werden, drohen vergessen im digitalen Orkus zu versinken. Bei einigen Büchern wäre das schade, sie suchen den Weg in die Köpfe der nachwachsenden Generation.
Die neuen Buchgeschichten, wieder verfasst von Leipziger Bachelor-Studenten im KMW-Modul „Einführung in die Buchwissenschaft“, wollen alle zum Lesen verführen. Sie fangen ein, was eigentlich die spezifische Atmosphäre und Verlockung des Bücherlesens ausmacht, die „Zeit zum Lesen“ feenhaft leichter, aber auch tiefgründig schwerblütiger Texte- wie Bücher eben so sind, ausgezeichnet vor jedem anderen Medium. Sie behandeln unter dem Motto „Zurück zum Buch“ nicht dessen omnipräsente Derivate in Film und Fernsehen, sondern das Original, die Geschichte seiner Verbreitung, den ursprünglichen Kern der Sache. Einen Schwerpunkt bilden die „Inselbücher“. Das ist hier ganz wörtlich gemeint und hat nichts mit der berühmtesten Buchreihe Anton Kippenbergs zu tun, die vor hundert Jahren in Leipzig gegründet wurde, sondern, angefangen bei Gulliver und Robinson, mit den Inseln der Literatur, wozu besonders die grüne Insel Irland zu rechnen ist. Die „Vagabunden“ widmen sich der Autorenerfahrung literarischer Weltenbummler, ihrer Not, ihrer Kraft, ihrem Charme, ihrer schillernden Mehrdeutigkeit – was es eben braucht, um ein großes, begeisterndes Buch zu schreiben.
Aristoteles und Zola sind immer noch nicht dabei, das heißt: Fortsetzung folgt.
Siegfried Lokatis
Siegfried Lokatis; Jahrgang 1956, Studium der Geschichte, Archäologie und Philosophie in Bochum und Pisa, 1993-2001 Mitarbeiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) Potsdam und 2006 Professur für Buchwissenschaftan der Universität Leipzig; zahlreiche Veröffentlichungen zur Verlagsgeschichte im »Dritten Reich« und in der DDR.
Erscheint lt. Verlag | 5.3.2012 |
---|---|
Reihe/Serie | Liaisons dossier |
Sprache | deutsch |
Maße | 165 x 230 mm |
Gewicht | 388 g |
Einbandart | Paperback |
Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Sprach- / Literaturwissenschaft |
Schlagworte | Buchwissenschaft |
ISBN-10 | 3-940075-59-0 / 3940075590 |
ISBN-13 | 978-3-940075-59-8 / 9783940075598 |
Zustand | Neuware |
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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