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Vorwort Wasser ist die Quelle des Lebens. Für Landpflanzen wird diese lebenspendende Quelle im Boden gespeichert, die sie mit Hilfe ihrer Wurzeln erschließen. Der Wasserhaushalt der Böden und der Wasserhaushalt der Pflanzen sind deshalb eng miteinander verbunden. Boden und Pflanze bilden ein System, in dem das Wasser nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten zur Atmosphäre geleitet wird. Aus der Sicht der Pflanzenphysiologie und Vegetationskunde ist die Bedeutung des Wassers für Lebensfunktionen und Verbreitung der Pflanzen mehrfach beschrieben worden. Bei der Darstellung des gekoppelten Wasserhaushalts, der zugrunde liegenden Prinzipien und Prozesse des Wassertransports im System Boden-Pflanze mangelt es jedoch an einer zeitgemäßen, einführenden Zusammenschau. Diese Lücke soll das vorliegende Buch schließen helfen. Gleichzeitig soll ein grundlegendes Verständnis für Wasser als knappes Gut in der pflanzlichen Produktion geweckt werden, das bei Mangel die Ertragsleistung von Kulturen begrenzt. Wasser im Überschuß wird nicht behandelt. Dieser Leitlinie folgend steht im ersten Teil die Dynamik des Wassers im System Boden-Pflanze im Vordergrund. Wasserspeicherung und Wasserleitung im Boden sowie die Regelung des Transpirationsstroms durch die Pflanze sind wichtige Aspekte. Am Beispiel landwirtschaftlicher Kulturpflanzen und anderer Vegetationstypen werden Wasseraufnahme und Wasserverbrauch beschrieben. Dabei zeigt sich, daß im Vergleich zur Analyse aufgenommener Mineralstoffe die quantitative Bestimmung der Wasseraufnahme durch Wurzeln das ungleich schwierigere Unterfangen darstellt. Das ist der Grund, warum nicht nur wichtige Untersuchungsmethoden vorgestellt, sondern auch die Grundlagen zur Berechnung der Wasserhaushaltskomponenten im Felde erläutert werden. Im zweiten Teil werden pflanzenbauliche Aspekte der Ertragsbildung landwirtschaftlicher Kulturpflanzen behandelt. Zunächst wird die enge Beziehung zwischen Biomasseproduktion und Wasserverbrauch aufgezeigt. Dann wird die Ertragsbildung des eigentlichen Ernteproduktes, z. B. der Samen, als Ergebnis von Quellen-Senken-Beziehungen im Assimilathaushalt und ihrer Abhängigkeit von "Anspannungen" im Wasserhaushalt erläutert. Auf diesen Beziehungen fußt auch die Erklärung, warum Pflanzen in bestimmten Entwicklungsabschnitten auf "Wasserstreß" empfindlicher reagieren als in anderen. Zum Schluß werden Strategien entwickelt, um zum Zwecke der Ertragssicherung die Wasserspeicherung der Böden zu erhöhen und die Nutzung des Bodenwassers durch Kulturpflanzen zu verbessern. Diese Strategien gewinnen bei uns umso mehr an Bedeutung, je stärker sich das Klima durch Menscheneinfluß ändern wird. Ich hoffe, daß der Brückenschlag zwischen Grundlagenwissen und Nutzanwendung im Landbau geglückt ist. Wissen um Sachverhalte entspringt der Forschung. Das ist der Grund, warum eigene Forschungsarbeiten beispielhaft erläutert werden. Doch bleibt das Buch eingebunden in das feste Gefüge eines Wissensstandes, der durch die internationale Literatur vermittelt wird. Ausgewählt wurde die Literatur nach treffenden Beispielen, wenn möglich auf das Klima in Mitteleuropa bezogen. Diese persönliche Auswahl macht deutlich, daß manches Literaturzitat durch ein anderes von gleicher Kompetenz ersetzt werden könnte. Weil die Betonung auf den grundsätzlichen Prinzipien des Wasserhaushalts und der Nutzanwendung im Pflanzenbau liegt, ist das Buch in seiner Aussage keineswegs auf den engeren deutschen Raum beschränkt, auch wenn in anderen Klimabereichen spezielle Probleme hinzutreten können. Das Buch wendet sich an Studierende der Universitäten und Hochschulen und an alle, die sich für Fragen zur Wasserdynamik in Boden und Pflanze generell oder in bezug auf die pflanzliche Produktion speziell interessieren. Ich denke an die Bereiche der Bodenkunde, Botanik, Geobotanik, Ökologie, Geographie, Hydrologie und Umweltwissenschaften einerseits und an die verschiedenen Fachgebiete des Pflanzenbaus andererseits, seien sie entweder im Bereich der Agrarwissenschaften oder im Bereich der Gartenbau- und Forstwissenschaften angesiedelt. Grundkenntnisse aus der Botanik und Bodenkunde sowie aus dem Pflanzenbau können zum Verständnis beitragen, stellen aber keine Voraussetzung dar, zumal festgestellte Wissensdefizite aufgearbeitet werden können. Andererseits kann und soll das Buch neugierig auf Detailfragen machen, die in diesem einführenden Text nicht abgehandelt werden konnten. Für das weiterführende Studium steht eine umfangreiche, überwiegend englischsprachige Literatur zur Verfügung. Dankbar bin ich meinen Kollegen, die sich der Mühe unterzogen, den Text insgesamt oder in Teilen zu lesen, zu korrigieren und kritisch zu hinterfragen, die es verstanden, beim Autor die Einsicht für die Notwendigkeit von Verbesserungsvorschlägen zu wecken und die schließlich zur steten Ermutigung für dieses Unterfangen beitrugen. Für diese tatkräftige Unterstützung danke ich den Herren Professor Dr. W. Böhm (Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Göttingen), Professor Dr. W. Claupein (Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Wien), Professor Dr. R. Horn (Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde, Kiel), Professor Dr. A. Jungk (Institut für Agrikulturchemie, Göttingen) und Dr. O. Wendroth (Institut für Bodenlandschaftsforschung, ZALF, Müncheberg). Frau A. Bartlitz trug die Hauptlast der Mühe bei der akkuraten Gestaltung und Anfertigung der zahlreichen Zeichnungen. Unterstützt wurde sie in dieser Tätigkeit durch Frau A. Thiele. Beiden Damen bin ich zu großem Dank verpflichtet. Frau M. Schmidt scheute nicht davor zurück, die gesamte Verantwortung für die Textverarbeitung zu übernehmen. Ihr danke ich nicht minder herzlich für ihren Fleiß, die notwendige Geduld und manche Mühsal. Ohne die treue Hilfe aller hätte das Werk nicht gelingen und zu Ende gebracht werden können. Herrn R. Ulmer bin ich dankbar für die Assistenz bei der Gestaltung der endgültigen Druckvorlage, für seine verantwortungsvollen Bemühungen als Verleger und als Promotor dieses Buches. Nicht zuletzt danke ich Marie-Christine Ordnung für Ihre Geduld und Hilfe.
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