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Vorwort Wer möchte nicht gern an weißen Sandstränden unter tropischen Palmen in den Tag hineinleben, durch blaugrünes Wasser in die farbenfrohe Welt der Korallenriffe hinuntertauchen, auf abenteuerlichen Touren geheimnisvolle Urwälder durchstreifen und das unverfälschte, von der Technik unberührte Leben fremder Menschen kennen lernen? Mit der fernen Inselwelt Indonesiens verbindet insgeheim jeder von uns die Sehnsüchte und Wünsche nach einem anderen Leben. Anders, das heißt vor allem: nicht wie zu Hause, wo die Sonne nur selten scheint, die Zivilisationskrankheiten grassieren und der Alltag jedes Abenteuer vermissen lässt. Wer mit diesen Träumen zum erstenmal im Verkehrschaos von Jakarta landet, wird einige Ernüchterungen erleben. Die westliche Zivilisation macht vor Indonesien ebenso wenig halt wie die Umweltzerstörung. Aber natürlich ist Jakarta nicht repräsentativ - dazu ist Indonesien viel zu groß und vielfältig. Schon wenige Stunden von der Hauptstadt entfernt gibt es weiße Sandstrände, Vulkanmassive, ja sogar unberührte Dschungelgebiete. Und je weiter man sich von der Hauptinsel Java fortbewegt auf die Außeninseln, desto mehr geht das Leben noch einen ursprünglichen Gang. Gleichzeitig sind Begegnungen mit den denkbar unterschiedlichsten Kulturen möglich. Wer in fremde Länder reist, bringt aber nicht nur seine Träume mit, sondern auch seine Ansichten, Urteile, Gewohnheiten und Wertmaßstäbe. Das Neue, Ungewohnte, Exotische ist nicht nur aufregend, es stellt uns auch vor manche Probleme. Unwillkürlich vergleicht man häufig beide Welten, stört sich an fremden Mechanismen und Verhaltensweisen und erlebt neben dem Reiz und dem Zauber des Fremden auch Stress und Verunsicherung, einfach weil eben vieles so ganz anders funktioniert als bei uns. Wer ein Land nicht nur in klimatisierten Bussen und isolierten Hotelburgen kennen lernen will, wird sich mit dieser Fremdheit auseinander setzen müssen. Und genau das kann das Schöne an einer solchen Reise sein. Dieses Buch will dazu ermutigen, sich näher mit Land und Leuten zu befassen und selbst den Kontakt zu den Menschen aufzunehmen. Deswegen haben wir so viele Seiten auf Hintergrundinformationen verwendet und so viele praktische Informationen zusammengetragen. Sie können es erleichtern, sich zurechtzufinden und sich vorwärtszubewegen. Und es will dazu ermutigen, sich Zeit zu nehmen zum Zuhören und Beobachten, sich auch abseits ausgetretener Pfade zu bewegen und die bewährten Urteile und Ansichten einmal hintanzustellen. Natürlich sind, bei allem Bemühen um Sachlichkeit, auch unsere Informationen subjektiv eingefärbt. Deswegen sollte man dieses Buch nicht wie ein Lexikon lesen, sondern eher als Anregung dazu, eigene Erfahrungen und Erlebnisse zu machen. Hinzu kommt, dass gerade die konkreten Sachinformationen sehr schnell veralten. Obwohl unsere Bücher von den Autoren regelmäßig überarbeitet werden, ist es unvermeidbar, dass Angaben relativ schnell überholt sind. Das betrifft v.a. die Preise. Da wir auf sie nicht verzichten wollen, haben wir die Inflationsrate mit angegeben, um eine Orientierung zu ermöglichen. Oder die An- und Abfahrtszeiten bei den Verkehrsmitteln. Bei Ihnen muss man vor Ort immer noch einmal nachfragen. Um jedes einzelne Detail ständig aktuell zu halten, müssten wir alle drei Monate ein neues Buch herausbringen. Aber dann kämen wir selbst nicht mehr zum Reisen und würden auch keine Reiseführer mehr schreiben können, sondern nur noch Fahrpläne und Hotelverzeichnisse. Wir wünschen offene Augen und Ohren, viel Einfühlungsvermögen und - nicht zu vergessen - viel Spaß in Indonesien. Wie wirkt sich die seit Herbst 1997 andauernde Finanz-, Wirtschafts- und politische Krise auf die touristische Infrastruktur aus? Was hat sich für den reisenden Besucher geändert? Was ist besonders zu beachten? Kann man Indonesien zurzeit überhaupt bereisen? Fragen, die sich viele Traveller momentan stellen. Um das Fazit gleich vorweg zu nehmen: Wir waren selbst seit 1997 jedes Jahr für mehrere Monate in Indonesien unterwegs und haben jeden Tag dieser Reisen genauso genossen wie die vielen Reisen vor der Krise. Wir sind nirgendwo in brenzlige Situationen geraten und haben auch von anderen Travellern nichts derartiges gehört. Traveller und Pauschaltouristen waren während der gesamten Dauer der Krise und sind auch jetzt immer noch in Indonesien unterwegs, wenn auch vielleicht nur noch halb so viele wie vorher. Allerdings hat die Krise weit reichende Auswirkungen, die den Reisenden betreffen und bei einer Reiseplanung sowie auch während einer Reise beachtet werden sollten. Krisengebiete In den vergangenen Jahren ist es in Indonesien immer wieder zu sporadischen, voneinander isolierten Unruhen gekommen, die meist ethnisch-religiös bedingt waren oder bei denen es sich um separatistische Guerilla-Aktivitäten handelte. In einigen Gebieten, wie West- und Zentral-Kalimantan, Timor und Lombok, haben sich die Gemüter wieder weitgehend beruhigt, so dass einer Reise in diese Gebiete nichts im Wege steht. In anderen Gegenden, wie Papua Barat und den Molukken, gilt die Situation noch immer als angespannt, auch wenn sich die Lage dank starker Militärpräsenz zumindest oberflächlich beruhigt zu haben scheint. Von Reisen auf die Molukken und nach Papua Barat wird daher nach wie vor abgeraten. Von einem Besuch der Region um Poso, Zentral-Sulawesi, ist sogar dringend abzuraten. Möglicherweise wird einen das Militär sogar davon abhalten, die Gegend auch nur schnell zu durchqueren; zumindest muss man mit lästigen Checkpoints auf dem Trans-Sulawesi-Highway rechnen. Komplett für Touristen gesperrt ist zurzeit nur die Provinz Aceh, über die am 19. Mai 2003 das Kriegsrecht verhängt wurde. Ausländer, sowohl Expats als auch Touristen, waren von all diesen Ausschreitungen nicht betroffen; die Aggressionen richteten sich auch nie gegen Ausländer. Trotzdem sind Reisen in diese Gebiete nicht unbedingt zu empfehlen, bevor sich die Lage nicht wieder einigermaßen normalisiert hat. Kriminalität Die Kriminalität hat insgesamt zugenommen. Einerseits hat die Polizei als sichtbarer und allgegenwärtiger Repräsentant einer ungeliebten und nicht mehr ganz so stabilen Regierung einiges an Respekt und Autorität eingebüßt, andrerseits haben drastische Preissteigerungen bei zunehmender Arbeitslosigkeit immer mehr Leute ihrer Existenzgrundlage beraubt. Aber abgesehen davon, dass in öffentlichen Bussen und auch in Zügen mehr geklaut wird als früher, liegen uns keine Berichte vor, dass Traveller und Touristen von der zunehmenden Kriminalität besonders betroffen sind. Es reicht also, bei einer Reise durch Indonesien die üblichen Sicherheitsvorkehrungen bei der Aufbewahrung von Gepäck und Wertsachen zu treffen. Preise Der Verfall der indonesischen Währung hat fast alle Preise drastisch ansteigen lassen. Waren anfangs nur die Importgüter davon betroffen, haben einheimische Produkte und Dienstleistungen schnell nachgezogen. Insgesamt sind die Reisekosten seit Ende der 90er Jahre für Traveller um etwa 50-100% gestiegen, wobei Hotelpreise um 0-50%, Transportpreise 10-100% (Flüge 200%) und Verpflegungskosten um ca. 100% angezogen haben. Da gleichzeitig aber auch die Wechselkurse für US$, u.a. um 200% oder mehr gestiegen sind, reist man in Indonesien derzeit viel billiger als vor der Krise. Für einen Indonesier dagegen sind die Lebenshaltungskosten durchschnittlich um ca. 100-150% gestiegen. Denn ein Indonesier muss im Gegensatz zum Traveller sein Geld natürlich auch noch für andere Dinge ausgeben wie z.B. Motorrad- oder Autoersatzteile, Elektroartikel, Haushaltswaren, Baumaterial, Chemikalien, Medikamente usw., also meist Importgüter oder Waren, die importierte Zutaten enthalten (Waschpulver enthält z.B. importiertes Soda) - und bei Importgütern sind die Preise um 100-250% gestiegen. Viele Importprodukte sind auf Grund mangelnder Nachfrage, da für die meisten Leute nicht mehr erschwinglich, fast völlig vom Markt verschwunden, bzw. nur noch in Großstädten zu erhalten. Übernachtung / Essen und Trinken Da zurzeit viele Hotels leer stehen oder nur spärlich belegt sind, haben Hotelpreise in den meisten Orten so gut wie gar nicht angezogen, allerhöchstens um 10-20%, ausnahmsweise auch mal um 50%, in Bali manchmal auch um 100%. Luxushotels und andere Hotels der oberen Preisklasse mit US$-Preisen geben z.T. gigantische Discounts, vor allem wenn man länger als nur zwei oder drei Tage bleiben will. Um ihre Kosten zu senken haben viele Hotels Angestellte entlassen, worunter natürlich der Service gelitten hat. Zimmer werden nicht mehr so gründlich sauber gemacht, für Reparaturen und Renovierungen steht kaum noch Geld zur Verfügung. Einige Restaurants haben mittlerweile ganz geschlossen, in vielen anderen kümmern sich ein halbes Dutzend gelangweilter Kellner um zwei oder drei einsame Gäste. Ein fast leeres Restaurant lässt also nicht unbedingt darauf schließen, dass hier das Essen schlechter ist als anderswo. Transport Züge und Schiffe fahren nach wie vor nach Fahrplan, Busse und Minibusse verkehren immer noch so häufig wie sonst. Dagegen ist ein großer Teil der Flüge zurzeit gestrichen. Viele Flüge zu kleineren Orten auf den Außeninseln werden nur noch sporadisch durchgeführt, d.h. wenn sich genug Passagiere zusammengefunden haben. Aktuelle Tipps Neueste Informationen über das Reisen in Indonesien erfährt man auf unserer Homepage: www. loose-verlag.de Selbstverständlich kann man sich vor Reiseantritt auch die Reisewarnungen der Außenministerien Deutschlands, der USA und Großbritanniens ansehen.
Bei Reisen in Indonesien kann man sich bei der Deutschen Botschaft in Jakarta informieren. Wir alle hoffen, dass sich die innenpolitische Situation wieder stabilisiert, die demokratisch gewählte Regierung die anstehenden Probleme friedlich löst und Indonesien wieder zu dem faszinierendsten Reiseziel Südostasiens wird. |
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