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Vorwort Sie kennen mich. Ich bin ein netter Kunde. Ich beklage mich nie. Im Restaurant warte ich geduldig, wenn die Kellnerin mit ihrem Freund plaudert und sich keinen Deut um mich kümmert, ob meine Bratwurst schon fertig ist. Manchmal bekommt einer, der nach mir gekommen ist, meine Bratwurst. Aber ich sage kein Wort. Im Fachgeschäft nehme ich auf meine Mitmenschen Rücksicht. Wenn mich eine mürrische Verkäuferin bedient, die brummig und gehässig wird, weil ich mir - bevor ich kaufe - mehrere Artikel ansehen möchte, bleibe ich höflich und zuvorkommend. Nie kritisiere ich. Es würde mir nicht im Traum einfallen, wie andere Leute in der Öffentlichkeit eine Szene zu machen. Das ist so albern. Ich bin ein netter Kunde! Ich will Ihnen aber auch sagen, was ich noch bin. Ich bin der Kunde, der nie wieder zurückkommt. Das ist meine kleine Rache dafür, daß man mich herumschubst. Gewiß, auf diese Weise kann ich meinem Ärger nicht gleich Luft machen, aber auf lange Sicht ist das eine viel tödlichere Rache. Wer zuletzt lacht, lacht am besten, sagt man. Ich lache, wenn ich sehe, wie Sie wie Verrückte Geld für Werbung ausgeben, um mich zurückzuholen. Dabei hätten Sie mich von Anfang an mit ein paar netten Worten und einem freundlichen Lächeln behalten können. Mit den Worten des netten Kunden haben wir bereits die erste Auflage unseres Buches "Beschwerdemanagement" begonnen. Wenn wir jetzt bei der dritten Auflage daran festhalten, dann aus dem Grunde, dass es diese netten Kundinnen und Kunden heute immer noch gibt: Kunden, die keinen Ärger machen, die höflich und zuvorkommend sind, die aber wegen ihrer Unzufriedenheit einfach abwandern und für immer verloren sind. Angesichts generell sinkender Kundenloyalität ist zudem anzunehmen, dass die Zahl dieser Kunden zukünftig noch wächst. Deshalb steigt auch die Notwendigkeit für Unternehmen, ein konsequentes Kundenbeziehungs- und Kundenbindungsmanagement zu betreiben. Sie müssen sich kompromisslos bemühen, Kundenzufriedenheit zu erreichen und Kundenunzufriedenheit zu vermeiden. Hierfür müssen sie ein professionelles Beschwerdemanagement installieren und unzufriedene Kunden ermutigen, sich mit einer Beschwerde direkt an das Unternehmen zu wenden. In vielen Unternehmen mangelt es bis heute an dem Verständnis von Beschwerden als größter Chance für die Erreichung von Kundenloyalität, für die Reduzierung von Fehlerkosten und die Verbesserung der Qualität von Produkten und Dienstleistungen. Dennoch ist in den letzten Jahren ein erheblicher Bewusstseinswandel festzustellen. Sehr viele Unternehmen haben ihre Anstrengungen massiv verstärkt, ein systematisches Beschwerdemanagement umzusetzen und bestehende Managementsysteme zu optimieren. In diesem Prozess sind neue Managementerkenntnisse gewonnen worden, zugleich haben sich aufgrund von unternehmensinternen und -externen Wandlungsprozessen die Herausforderungen an ein Beschwerdemanagement erhöht und verändert. Die hier vorliegende völlig überarbeitete dritte Auflage des Buches trägt diesen Zuwächsen an Wissen und Einsichten einerseits sowie neu aufgetretenen Managementaufgaben andererseits Rechnung. Dabei wird an der bewährten Struktur und den zentralen Inhaltsbereichen grundsätzlich festgehalten. Das Buch vermittelt weiterhin Erkenntnisse über das Verhalten unzufriedener Kunden, verdeutlicht, welche Ziele mit Hilfe eines aktiven Beschwerdemanagements erreicht werden können und gibt konkrete Hinweise zur richtigen Erfüllung der Einzelaufgaben. Insbesondere wird gezeigt,
Darüber hinaus werden die erforderlichen personalpolitischen und organisatorischen Konsequenzen eines proaktiven Beschwerdemanagements und Möglichkeiten der Aufgabenerfüllung durch den Einsatz von Beschwerdemanagementsoftware aufgezeigt. Diese Rahmenfaktoren werden ergänzt um die erstmalige Diskussion weiterer wichtiger Problemstellungen. Hierbei handelt es sich um
Als weitere Verbesserungen im Vergleich zur zweiten Auflage sind zu nennen:
Wir haben wiederum sehr großen Wert darauf gelegt, den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion zu präsentieren, innovativ weiter zu entwickeln und mit konkreten Hinweisen und Hilfen für die praktische Anwendung (Fragebögen, Fallbeispiele und Beispielrechnungen, Masken zweier Softwareprogramme, Checklisten) zu verbinden. Allen, die uns bei der Erstellung dieser Neuauflage geholfen haben, möchten wir herzlich danken. Dazu gehören vor allem
Darüber hinaus danken wir allen Lesern, die uns in den vergangenen Jahren über ihre Erfahrungen und Probleme im Beschwerdemanagment informiert haben, und bitten auch Sie als Leser der Neuauflage, mit uns in Dialog zu treten. Auf der letzten Seite finden Sie hierfür eine Faxvorlage, mit der wir Sie einladen möchten, uns Ihre Beschwerden über das Buch mitzuteilen. Wir freuen uns über diese Chance zur Verbesserung; genauso freuen wir uns natürlich auch über positive Rückmeldungen und Anregungen. Auf diese Weise können wir gemeinsam über neue Lösungen und Weiterentwicklungen im Beschwerdemanagement nachdenken - zum Nutzen Ihrer Kunden und Ihres Unternehmens. Ingolstadt im September 2002 |
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