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VORWORT Das Buch baut auf der 1997 erschienenen Ausgabe "Internationales Finanzrisikomanagement" auf, berücksichtigt aber in wesentlich stärkerem Umfang Währungs- und Wechselkursprobleme, die heute in einem nie da gewesenen Ausmaß zum Risiko geworden sind. Auch wenn der klassische Bereich Außenhandelsfinanzierung gerade für ein Exportland wie Deutschland nach wie vor von tragender Bedeutung ist, so muss doch der Tatsache Rechnung getragen werden, dass der Bereich Import/Export heute nur noch rund 2% der globalen Finanzströme verursacht. Diese Entwicklung hat enorme Konsequenzen nicht nur für den "Global Player", sondern auch auf kleine und mittlere Unternehmen, die nur gelegentlich exportieren oder sich sogar auf die Binnenwirtschaft beschränken. Wenn beispielsweise ein riesiges Land wie China über lange Zeit seinen Wechselkurs offensichtlich unterbewertet hält und damit durch Kauf von Dollars das US-Leistungsbilanzdefizit finanziert, ist dies keine Frage mehr für akademische Zirkel, sondern eine Tatsache, die real spürbare Auswirkungen auf die internationale Konkurrenz, auf Arbeitsplätze und unternehmerische Risiken hat. Der gestiegenen Bedeutung dieses Bereiches wurde vor allem durch eine wesentlich stärkere Integration der Bereiche Währung, Wechselkurssicherung und der Diskussion politischer Risiken im Zusammenspiel der globalen Finanzkräfte und des IWF Rechnung getragen. Das Buch sieht die Probleme vor allem aus Sicht des auslandsorientierten Unternehmens. Kernfrage ist, welche Risikoprobleme entstehen einem durchaus auch kleinen und mittleren global agierenden Unternehmen in einer Welt, deren Rahmenbedingungen sich durch das Auf und Ab von Länderrisiken, vagabundierende Finanzströme, globale Kostendifferenzen und wirtschaftliche Krisen ständig ändern: Nach der Klärung der Begriffe Finanzierung und Risiko (Kapitel I) sowie der Beantwortung der Frage, warum das Gebiet Finanzierung im internationalen Bereich eine Sonderrolle spielt, wird zunächst das gesamte Risikoszenario eines internationalen Unternehmens durchleuchtet: Die Arten der Risiken (Geschäftsrisiko, Länderrisiken, Währungs- und Zinsrisiken), die Möglichkeiten, diese Risiken zu umschiffen sowie die Informationsinstrumente werden hier dargestellt (Kapitel 2). Im Kapitel 3 wird der klassische Bereich Außenhandelsfinanzierung mit den zur Verfügung stehenden Kreditformen und der Ausfuhrrisikoversicherung besprochen und mit einer ausführlichen Fallstudie abgeschlossen. Kapitel 4 befasst sich mit Währungs- und Wechselkursrisiken auch anhand von jüngsten Währungskrisen und dem Zusammenspiel mit IWF und anderen internationalen Akteuren, in den zwei Kapiteln 5 und 6 werden dann traditionelle und innovative Instrumente der Wechselkursabsicherung erörtert. Nach einem kurzen Ausflug zu den Zinsrisiken (Kapitel 7) werden im letzten Kapitel (8) dann vor allem Strategien vorgestellt, die dem Management bei der Bewältigung internationaler Finanzrisiken zur Verfügung stehen. Das Buch ist über einen längeren Zeitraum im fallstudienbezogenen Lehrbetrieb wie auch im Kontakt mit Unternehmen und Banken gewachsen. Es setzt sich zum Ziel, die scheinbar einfachen internationalen Zusammenhänge, die jeder gerne als Schlagwort im Munde führt, gründlich und nachvollziehbar zu erklären. Neben der Schaffung einer bewussten Einstellung zum Risiko ist es ein Hauptanliegen des Buches daher, das internationale Instrumentarium Schritt für Schritt zu erarbeiten und mit Übungsfragen und Fällen am Ende eines jeden Kapitels dem Leser eine Überprüfung seines Verständnisses zu ermöglichen. Diese Übungen sind nicht nur für Studierende gedacht, auch Manager können hier ihr Wissen überprüfen und ergänzen. Lösungshinweise finden sich entweder als Seitenverweis oder als direkter Lösungshinweis am Ende des jeweiligen Fragenkapitels. Großer Wert ist nicht nur auf praxisorientiertes Wissen gelegt worden, sondern auch darauf, dass Zusammenhänge zwischen dem Finanzbereich und den anderen Funktionen des Unternehmens erkennbar werden. Diesem Ziel dienen vor allem auch zwei ausführliche Fälle zum Thema Außenhandelsfinanzierung (am Ende von Kapitel 3) und zum operativen Risiko (eine Investition in Mexiko) in Kapitel 8. Zahlreiche kleinere Fälle runden dieses Bild ab. Eine ganze Reihe Studierender hat durch konstruktive Kritik zum Gelingen das Buches beigetragen, besonders bedanken möchte ich mich hier bei Denise Heising, Ekaterina Kazmina, Carola Kenngott, Patrick Schaible und Miriam Söllner. Englisch ist heute die weltweite lingua franca (nicht nur) der Wirtschaft. Das mag man bedauern und als eine der beklagenswerten Konsequenzen der Globalisierung empfinden. Tatsache ist, dass es ohne Kenntnis der wichtigsten englischen Begriffe gar nicht mehr möglich ist, an der Diskussion internationaler Währungs- und Finanzfragen teilzunehmen, geschweige denn im Devisenhandelsraum einer Bank auch nur einen einzigen Satz zu verstehen. Viele Tabellen und die meisten Grafiken sind daher bewusst in Englisch gehalten, um bei den wichtigsten Begriffen Zweisprachigkeit herzustellen. Für Anregungen, Verbesserungsvorschläge und natürlich auch Fragen stehe ich unter klaus.stocker@fh-nuernberg.de gerne zur Verfügung. Nürnberg, im März 2006 Klaus Stocker |
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